Birr

Projetkjugendorchester: One Day, One Band, One Concert – Mission erfüllt!

Isabelle Suess, Glockenspiel, Allegro Regio Baden

«Meine Schwester hat mich zum Mitmachen motiviert, und es hat sich definitiv gelohnt: Es hat viel Spass gemacht, in einem Tag so viel zustande zu kriegen.»

Isabelle Suess, Glockenspiel, Allegro Regio Baden

45 Jugendliche aus dem ganzen Kanton studierten in einem Tag ein Blasmusikkonzert ein. Die Jugendlichen waren selber überrascht, was sie an einem Tag alles erreichen konnten.

Ist es überhaupt machbar, ein halbstündiges Blasmusikkonzert in einem einzigen Tag einzustudieren? Das Aargauer Projektjugendorchester der
«Jugendmusik Aargau» hat mit viel Spielfreude den Beweis angetreten - und wie! 45 Jugendliche aus dem ganzen Kanton gaben gestern in der gut besuchten reformierten Kirche Birr ein gelungenes Konzert.

In einem einzigen Tag mit einem aus Jugendlichen zusammengesetzten Ad-hoc-Blasorchester ein Konzert einzuüben und dieses gleichentags zusätzlich noch aufzuführen, ist ein ambitioniertes und auch gewagtes Konzept.

Es stellt hohe Ansprüche an die Eigendisziplin sowie an die instrumententechnische und mentale Konstitution aller Mitwirkenden. Zudem müssen die Teilnehmenden ihre Einzelstimmen im Vorfeld seriös eingeübt haben, damit genügend Zeit für das Arbeiten am Zusammenspiel bleibt.

Konzert der Zeit angepasst

Junge Musikanten zusammenzubringen und ihnen etwas Neues und Spezielles zu bieten, war das erklärte Ziel von Jugendmusik Aargau. Dass sich in einem einzigen Tag zwar vieles bewegen, sich aber auch keine Berge versetzen lassen, war dem musikalischen Leiter David Eiermann von Anfang an
bewusst.Dementsprechend fiel die Repertoirewahl dem Niveau angepasst und doch sehr abwechslungsreich aus.

Nicolas Bock, Fagott, Young Players Ensemble Frick

«Meine Mutter machte mich auf das Angebot der Jugendmusik Aargau aufmerksam. Am besten haben mir das Essen und das Dessert gefallen.»

Nicolas Bock, Fagott, Young Players Ensemble Frick

Das rund halbstündige Konzert begann mit der pompösen Festival Fanfare von Michael Geisler, gefolgt vom beschwingten Marsch «On Parade Again» von John Brakstad. Die Filmmusik von Ghostbusters als bekannter Ohrwurm holte das Publikum endgültig ab. Eher nachdenkliche Klänge durchwoben die Kirche, als mit wunderschönem Klarinettensolo das traditionelle Lied «Du fragsch mit, wär i by», instrumentiert vom bekannten Euphonisten Thomas Rüedi, eingeleitet wurde.

Ein lebendiger Kontrapunkt folgte mit dem funkig-poppigen «Brassed up Funk!», bevor das begeisterte Publikum das Orchester schliesslich mit zwei Zugaben entliess. JMA-Präsidentin Michèle Peter sowie David Eiermann, musikalischer Leiter, zeigten sich hochzufrieden mit dem Verlauf des Tages. Was aus der Not entstand, scheint gelungen und ruft nach einer Fortsetzung.

Sportliches musikalisches Ziel

Jugendmusik Aargau JMA, eine dem Aargauer Musikverband AMV angegliederte Kommission zur Nachwuchsförderung im Blasmusikwesen, führt im Turnus von zwei Jahren ein einwöchiges Jugendmusiklager durch. Dieses Jahr fand zyklusbedingt kein Lager statt. Ausserdem fiel der diesjährige Jugendmusiktag ins Wasser. Aus diesen Gründen stellte Jugendmusik Aargau nun erstmals ein Projekt auf die Beine, um die beiden fehlenden Anlässe in einer neuen Form zu kompensieren.

Ramona Schmidiger, Cornet, Juni Hoppers Dottikon

«In einer Probe der Juni Hoppers wurde ich auf diesen Anlass hingewiesen. Es macht extrem Spass, dass so viele Instrumente zusammen spielen.»

Ramona Schmidiger, Cornet, Juni Hoppers Dottikon

Der Slogan des Projekts «One Day, one Band, one Concert» spricht für sich. In «One Day», also einem Tag, wurde intensiv geprobt. Dies mit One Band, einer Formation, die speziell für diesen einen Tag zusammengestellt wurde und das Resultat des intensiven Tagwerks am Abend in «One Concert», einem Konzert, aufführte.

Straffer Tagesplan

Die im Kanton breit gestreute Werbung für den Orchestersonntag zeigte Wirkung: Die 45-köpfige, erstaunlich ausgeglichene Besetzung setzte sich zur einen Hälfte aus Ehemaligen des letzten JMA-Lagers, zur anderen Hälfte aus neuen Köpfen zusammen.

Ein straffer Tagesplan führte die Jugendlichen ab
9 Uhr morgens durch den Sonntag. Im Pfrundhaus Lupfig klang es nach dem Check-in bald lebendig und mehrschichtig aus den Registerproben. Da perlten Läufe, dort schmetterten die Trompeten Forti. Fokussiert probten die jungen Musikanten den ganzen Morgen am Repertoire.

Nach kürzester Mittagspause wurden in der nachmittäglichen Gesamtprobe unter der motivierenden Leitung von David Eiermann die Stimmen zusammengeführt und im Gesamtorchester geübt, bevor eine Fotosession sowie eine Umfrage unter den Teilnehmenden die Übungsphase von sechs Stunden beendete.

Während der Konzertdauer von rund einer halben Stunde vermochten alle Teilnehmenden sämtliche Kräfte nochmals zu mobilisieren und sie schliesslich in einem tollen musikalischen Gemeinschaftserlebnis umzusetzen. Sicherlich führte dieser Tag den Jugendlichen vor Augen, wie viel sich in einem einzigen Tag dank konzentrierter Arbeit und vollstem Einsatz musikalisch erreichen lässt.

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