Windisch

Projektierungs-Kredit für Schul-Neubau: «Dieser Entscheid braucht Mut»

Hoffen, dass es mit dem Schulhausneubau in Windisch endlich vorwärts geht (v. l.): Gemeindepräsidentin Heidi Ammon, Gemeinderat Max Gasser und Roland Schneider, Leiter Abteilung Planung und Bau.

Hoffen, dass es mit dem Schulhausneubau in Windisch endlich vorwärts geht (v. l.): Gemeindepräsidentin Heidi Ammon, Gemeinderat Max Gasser und Roland Schneider, Leiter Abteilung Planung und Bau.

Der Windischer Einwohnerrat debattiert über den Projektierungskredit für den Neubau der Schulanlage Dohlenzelg. Eine Urnenabstimmung ist geplant.

Es ist eines der ganz grossen Projekte für die Gemeinde Windisch: der Neubau der Schulanlage Dohlenzelg. In den vergangenen Jahren gab es kein vergleichbares Projekt mit ähnlichem Investitionsvolumen. Mit insgesamt 34,3 Mio. Franken rechnet der Gemeinderat. Das ist gleichzeitig die grösste Etappe in der Schulraumplanung.

Am 21. Oktober entscheidet der Windischer Einwohnerrat im Campussaal über den Projektierungskredit von 2,45 Mio. Franken – und darüber, ob der Kredit noch an einer Urnenabstimmung dem Stimmvolk vorgelegt werden soll. Theoretisch kann das Gemeindeparlament über Kredite von bis zu 2,5 Mio. Franken entscheiden, der Kredit unterliegt also nicht dem obligatorischen Referendum. «Weil es sich aber um ein grosses Projekt handelt, soll die Bevölkerung sich schon früh äussern können», erklärt Gemeinderat Max Gasser (FDP) am Montagvormittag an einer Presseinformation.

Sturmschaden am Dach und diverse Mängel

Der Entscheid über den Projektierungskredit sei ein grosser Schritt, sagt Gasser. «Es braucht Mut, das ist klar.» Klar sei aber auch, dass es kaum Argumente gegen den Neubau der Schulanlage Dohlenzelg gibt. Das hätten nicht zuletzt die Sturmschäden vom Februar am Dach der Turnhalle bewiesen. In der Folge wurde nämlich auch noch das Dach des Schulhauses Dohlenzelg untersucht. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass das Dach dieselben Mängel aufzeigt wie jenes der Turnhalle. «Die Baukonstruktion ist am Ende der Lebensdauer», heisst es in der Vorlage an den Einwohnerrat. Die Dächer wurden soweit instand gesetzt, dass keine Gefahren mehr für Mensch und Umwelt bestehen. Bekannt ist zudem, dass auch diverse Leitungen Mängel haben. «Darum ist es uns ein Anliegen, dass wir endlich mit der Erneuerung der Schulanlage starten können», sagt Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP). Sie betont, dass es sich beim Projekt nicht ausschliesslich um einen Schulhausneubau handelt, sondern um eine Neugestaltung einer ganzen Schulanlage, die das Schulhaus, die Turnhalle sowie die Umgebung betrifft.

Roland Schneider, Leiter der Abteilung Planung und Bau, blickt an der Presseorientierung zurück auf die bisherigen Ereignisse. Im Oktober 2018 scheiterte ein erster Projektierungskredit im Einwohnerrat. Das Gemeindeparlament forderte zur Evaluation eines Planerteams ein Planerwahlverfahren. Dieses ist inzwischen abgeschlossen. Das Team rund um das Architekturbüro Liechti Graf Zumsteg aus Brugg wurde – nach Empfehlung der Jury – einstimmig zum Sieger gekürt (die AZ berichtete). Die Echogruppe, bestehend aus Vertretern der Einwohnerratsfraktionen hatte die Empfehlung zustimmend zur Kenntnis genommen.

Stimmvolk soll im nächsten Frühling entscheiden können

Sagt der Einwohnerrat am 21. Oktober Ja zum Projektierungskredit, entscheiden die Windischer Stimmberechtigten im nächsten Frühling über den Kredit. Infoveranstaltungen zum Thema sind geplant. «Die Verfahren und Prozesse im Zuge der Projektierung sollen konform und transparent verlaufen», sagt Schneider. Das Projekt soll architektonisch und konstruktiv eine angemessene Lösung sein, eine optimale Raumordnung sowie kurze Verbindungswege bieten und eine qualitativ hochwertige Aussenraumgestaltung vorweisen. Bedingung: Der Gesamtkostenrahmen von 34,3 Mio. Franken ist einzuhalten oder zu unterschreiten.

Im Projektierungskredit von 2,45 Mio. Franken enthalten sind unter anderem die Honorare für das Planerteam (1,8 Mio. Franken), die Bauherrenvertretung (220'000 Franken) oder die Sondagen und Untersuchungen – beispielsweise auf Altlasten – für 100'000 Franken. Insgesamt soll der Neubau des Schulhauses Dohlenzelg 14,657 Mio. Franken kosten, der Neubau der Doppelturnhalle 6,955 Mio. Franken und der Dreifachkindergarten 3,229 Mio. Franken. Dazu kommt die Ausstattung der Räume für 1,728 Mio. Franken. Die Umgebungsarbeiten schlagen mit 4,942 Mio. Franken zu buche. Dazu kommen Baunebenkosten, Betriebseinrichtungen und Vorbereitungsarbeiten. Begleitet wird das gesamte Projekt weiterhin von der Echogruppe. Bei der Nutzerbegleitung sind auch die Schule und die Vereine integriert.

Im neuen Schulhaus Dohlenzelg sind 14 Zimmer geplant. «Wir geben pro Zimmer etwa eine Million Franken aus», sagt Gasser. «Damit sind wir nicht im Luxusbereich.» Im Oktober wird sich zeigen, ob der Einwohnerrat das ebenso empfindet und ob er bereit ist zu einem mutigen Entscheid.

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