Projekt Oase
Die SP Bezirk Brugg wehrt sich gegen den Schwerverkehr

Die Bezirkspartei nimmt Stellung zum Projekt Oase. Sie befürchtet, dass der auswärtige Verkehr aus dem süddeutschen Raum durch die Region Brugg geleitet werden soll.

Michael Hunziker
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Die SP befürchtet Mehrbelastungen durch das Projekt Oase, auf dem Bild die Neumarktkreuzung in Brugg.

Die SP befürchtet Mehrbelastungen durch das Projekt Oase, auf dem Bild die Neumarktkreuzung in Brugg.

Bild: mhu (22. Januar 2015)

Die SP Bezirk Brugg spricht von einer Fehlplanung, stellt sich «gegen ein Strassenprojekt aus vergangener Zeit, gegen einen verlängerten Autobahnzubringer mit Mehrbelastungen für die Bevölkerung und den Naturraum». Mit einer Medienmitteilung unter dem Titel «Kein Schwerverkehrskorridor durch den Bezirk Brugg!» nimmt die Partei Stellung zum Regionalen Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase).

Mit diesem sollen gemäss Kanton die Zentren Brugg und Baden vom Verkehr entlastet und das Untere Aaretal besser an die Autobahn angebunden werden. Anfang Monat ist die Botschaft der Regierung zur Oase an den Grossen Rat vorgestellt worden. Im Raum Brugg-Windisch ist vorgesehen, die wichtigsten Infrastrukturelemente im Richtplan auf Stufe Festsetzung anzuheben: Velovorzugsrouten, Velohauptverbindungen oder Zentrumsentlastung.

Kehrseiten sind auch Kreisel und Tunnelportale

Die SP Bezirk Brugg wundert sich, dass die ursprünglich gemeinsame Verkehrsplanung Ostaargau mit den Ästen Brugg und Baden über Bord geworfen wird. Nach den heftigen Interventionen der Bevölkerung und der Behörden im Raum Siggen­thal-Baden dürfte der Badener Ast für längere Zeit nicht konkret festgesetzt, geplant und gebaut werden, so die Partei. Und:

«Entsprechend wird sich der Durchgangsschwerverkehr auf die Achse Brugg–Windisch verschieben.»

Die Zielsetzungen der sogenannten Zentrumsentlastungen bedeuten laut SP insbesondere Mehrverkehr innerhalb und vor allem ausserhalb der Zentren. Weitere Kehrseiten seien die Kreisel und Tunnelportale im Entwicklungsgebiet in Windisch und im Aufeld Brugg. Die Verkehrsprobleme würden keineswegs behoben. «Sie werden mitten in Wohn und Naherholungsgebiete im Umfeld der Zentren verlagert.»

Geplant ist eine Zentrumsentlastung mit einem Tunnel unter der Aare.

Geplant ist eine Zentrumsentlastung mit einem Tunnel unter der Aare.

Bild: zvg/Quelle: Bundesamt für Landestopografie

Mit der Oase fährt die SP fort, habe es der auswärtige Schwerverkehr noch leichter, vom süddeutschen Raum auf kürzestem Weg auf die Autobahnen A1 und A3 zu gelangen:

«Wir wollen keine Überflutung unserer Dörfer und Quartiere mit Schwerverkehr.»

Es brauche dringend andere Mobilitätskonzepte und eine Mobilitätsstrategie, um die Klimaziele respektieren und umsetzen zu können, so die Partei. Eine weitere Förderung des Individualverkehrs mit Kosten in der Höhe von knapp einer Milliarde Franken bewirke genau das Gegenteil. Gelegt werden müsste der Fokus gemäss SP vielmehr auf die Förderung des öffentlichen Verkehrs sowie der Velo- und Fussgängerwege.

Verständnis für Bedenken und Einwände der Kritiker

Anders gesagt: Die Oase sei vorwiegend ein Autobahnzubringer-Projekt. Die propagierten Verbesserungen für den Langsamverkehr und die notwendige Aufwertung des Bahnhofareals liessen sich laut SP auch ohne die Umfahrungsstrassen realisieren und würden dem Zentrum Brugg-Windisch und der Bevölkerung weit mehr bringen als eine Autobahn durch das Aufeld und das Reutenenquartier.

Die örtliche Bevölkerung sei weder detailliert informiert noch demokratisch einbezogen, die Kritik aus dem Einwohnerrat Windisch nicht beachtet worden. Die SP Bezirk Brugg, heisst es abschliessend, stellt das Oase-Projekt «in dieser Form» grundsätzlich in Frage und äussert grösstes Verständnis für die «berechtigten» Bedenken und Einwände der Kritiker, namentlich der überparteilichen Inte­ressengemeinschaft www.oasar.ch. In der aktuellen Disposition bleiben viele Fragen ungeklärt, führt die Partei aus und sagt darum Nein zur vorliegenden Botschaft und der Festsetzung vom «Ast Brugg-Windisch».

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