«Dieser Preis ist eine unerwartete, wunderbare Anerkennung für unsere Arbeit. Er gibt uns enormen Auftrieb», sagt Cristoforo Spagnuolo. Die Freude steht dem Dirigenten ins Gesicht geschrieben. Er und die Violinistin Renate Steinmann haben vor vier Jahren das Stella Maris Orchestra gegründet, das nach der Klosteranlage in Wettingen benannt ist.

Seither befindet sich das Ensemble, das den professionellen Orchesterbetrieb und die Nachwuchsausbildung verbindet, auf Steigflug. Dank ungewöhnlicher Programme verzeichnet es zwar stetig steigende Besucherzahlen, doch finanziell ist der «Stern des Meeres» (Stella Maris) nicht auf Rosen gebettet.

Kein Wunder, ist der mit 10'000 Franken dotierte Preis der Brugger Metron AG hochwillkommen: Zumal die Wettinger im Frühling 2016 ein neues Projekt vorstellen, das Kinder zum lustvollen Mitmachen im Orchester ermuntert.

Die Pinguine am Südpol

Dazu hat Cristoforo Spagnuolo mit Elke Heidenreichs Bestseller «Am Südpol, denkt man, ist es heiss» eine Vorlage gewählt, die Klassikfans das Wasser in die Augen treibt. Am Südpol landet eines Tages ein Opernschiff mit den drei Tenören – die in Verdis Musik vernarrten Pinguine sind im siebten Himmel. Das ist die Geschichte, die in den nächsten Monaten von Schülerinnen und Schülern einer Kompositionsklasse an der Kantonsschule Wettingen vertont wird. Sie arrangieren Werke von Giuseppe Verdi so, dass Kinder aus verschiedenen Aargauer Musikschulen auf diese Klänge abfahren werden. Im Frühling 2016 sollen die Konzerte dann in Baden-Wettingen, Brugg, Lenzburg und Aarau über die Bühne gehen.

Generationen verbinden

Der originelle, Generationen verbindende Charakter dieses Projekts ist ganz nach dem Gusto der Firma Metron. Ob Theater, Musik oder bildende Kunst: «Geht es um Sparten, sind wir völlig offen», sagt Adeline Grass von der Kulturgruppe und betont: «Die Verflechtung von Literatur und Musik hat uns beim Südpol-Projekt sofort begeistert. In Kombination mit der Kinder- und Jugendförderung, die mit dem Programm ‹Am Südpol, denkt man, ist es heiss› 2016 einen Schwerpunkt bildet, hat uns die Bewerbung aus Wettingen rundum überzeugt.» Mit «uns» ist das über 100-köpfige Metron-Team gemeint.

Dieses entscheidet in einem demokratischen Prozess, welches Projekt ausgezeichnet wird. «Die Vorauswahl trifft zwar die Kulturgruppe», so Adeline Grass, «danach wandern die Bewerbungen jedoch in unser Dachcafé, um dort von allen begutachtet zu werden.» Früher wurden diese nach einem Punkt-System bewertet; nun wurde erstmals mit Zetteln und Urne abgestimmt.

An die grosse Glocke hängen will die Metron AG ihren Kulturförderpreis übrigens nicht, weshalb die Preisverleihung nicht auf dem roten Teppich inszeniert wird. Der Besuch einer Südpol-Vorstellung ist für die Brugger dennoch Ehrensache.