Villnachern
«Problematisch»: Pro Natura wehrt sich gegen Arbeitszone

Die Naturschutzorganisation Pro Natura bedauert, dass die Gemeinde Villnachern an der Aare eine Kleinstbauzone plant.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Die Arbeitszone an der Aare ist am östlichen Dorfrand vorgesehen.

Die Arbeitszone an der Aare ist am östlichen Dorfrand vorgesehen.

zvg

Pro Natura hat sich eingehend mit der Gesamtrevision der Nutzungsplanung in Villnachern befasst. Die Entwürfe lagen im September und Oktober öffentlich auf. Mit einer Einwendung spricht sich die Naturschutzorganisation nun dafür aus, eine Parzelle am östlichen Dorfrand in der Landwirtschaftszone zu belassen und nicht der Arbeitszone zuzuweisen. Die angrenzende bisherige Zone für öffentliche Bauten und Anlagen sei der Landwirtschaftszone zuzuweisen.

Unter dem Titel «Unmotivierte Kleinstbauzone» führt die Naturschutzorganisation in einer Medienmitteilung aus, warum die Schaffung einer Arbeitszone auf einem Lagerplatz an der Aare bei ihr auf dezidierte Ablehnung stösst. In der Region gebe es ausreichend Platz in bestehenden Gewerbezonen, wird Pro-Natura-Präsident Matthias Betsche zitiert: «Zwar verstehen wir den Wunsch aus kommunaler Sicht, doch bestreiten wir den Bedarf der Region für die landschaftlich problematische, isolierte Arbeitszone am Dorfrand.» Auch die neue Grünzone kaschiere nur schlecht, heisst es weiter, dass es sich bei dieser Gewerbezone um eine bundesrechtswidrige Kleinstbauzone handle. «Zurecht fordert die Landwirtschaft die Schonung der Fruchtfolgeflächen. Hier wäre eine gute Gelegenheit an bester Stelle mit idealer Neigung eine Lücke im Landwirtschaftsland zu schliessen», so Betsche.

Grundsätzlich, stellt die Naturschutzorganisation fest, habe Villnachern grosse Naturwerte, die erhalten werden konnten. Besonders gross ist die Freude darüber, dass rund 30 Aren Magerwiese und Hecken der Naturschutzzone zugewiesen werden sollen, die aktuell noch in der Bauzone liegen. Pro Natura kaufte das Land vor vier Jahren mit dem Ziel, eine Überbauung zu verhindern (die AZ berichtete). Dafür hagelte es teilweise heftige Kritik.

Während der öffentlichen Auflage der Nutzungsplanung sind insgesamt 15 Einwendungen eingegangen, hält die Gemeindekanzlei auf Nachfrage fest. In einem der nächsten Schritte folgen die Einwendungsverhandlungen. Das letzte Wort zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung wird die Gemeindeversammlung haben.