Veloroutennetz
Pro Velo ortet im Eigenamt Mängel im kommunalen Gesamtplan Verkehr

Um in Lupfig Lücken im regionalen Veloroutennetz zu schliessen, wären die Voraussetzungen laut dem überparteilichen Verein sehr gut.

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Entlang der Sandgasse in Lupfig fehlen Velostreifen.

Entlang der Sandgasse in Lupfig fehlen Velostreifen.

Bild: zvg

(az) Seit 29. März liegt der kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV) der Gemeinde Lupfig zur öffentlichen Mitwirkung auf. Pro Velo Brugg-Windisch begrüsst zwar die Stossrichtung, den Fuss- und Veloverkehr zu fördern, ortet aber auch deutliche Mängel. Lupfig hüte sich davor, den motorisierten Individualverkehr (MIV) im Dorfzentrum zu begrenzen, schreibt der Verein, der im Bezirk Brugg aktiv ist, in einer Mitteilung. Der KGV-Lupfig zeige nur wenig konkrete und kaum verbindliche Massnahmen auf, um die Defizite im kommunalen sowie im regionalen Veloroutennetz zu schliessen, obwohl dazu sehr gute Voraussetzungen existieren.

Laut Pro Velo Brugg-Windisch ist die Gemeinde Lupfig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln relativ schlecht an die umliegenden Bahnhöfe angeschlossen. «Mit den Bahnhöfen Lupfig, Birr, Othmarsingen. Schinznach-Bad – und sogar Brugg – befinden sich diese fünf ÖV-Knoten in idealer Velodistanz zu den Ortszentren», fährt der Verein fort. Zusammen mit der flachen Topografie prädestiniere dies die beiden Ortsteile Lupfig und Scherz – wie auch das benachbarte Birr – für einen hohen Anteil Veloverkehr im Alltag. Dies werde jedoch im KGV kaum behandelt. Die Beziehungen zu den Nachbargemeinden sowie die Schliessung oder Sanierung der vorhanden Netzlücken fänden zu wenig Gewicht.

Grosser Handlungsbedarf beim Reichhold-Areal

In erster Linie fordert Pro Velo Brugg-Windisch die zeitnahe Schliessung der Netzlücke zwischen Hausen und dem Reichhold-Areal einerseits sowie der Gewerbezone Lupfig und dem Bahnhof Lupfig andererseits.

Der Verein, der rund 500 Mitglieder zählt, betont: «Diese Massnahme ist äusserst dringend, da schon 2023 die ersten Betriebe auf dem Reichhold-Areal einziehen sollen.» Pro Velo habe dazu bereits im Rahmen des Gestaltungsplans Fuchshalde (AMAG) und dem KGV Hausen eine einfach zu realisierende, kostengünstige Route entlang des AMAG-Areals vorgeschlagen. Es fehlten nur 150 Meter, um eine durchgängige Veloroute auf mehrheitlich autofreien Strassen zu realisieren.

«Velofahrende sind auf dem direktesten Weg akzeptiert»

Dass der Fokus im KGV Lupfig auf dem MIV liegt, zeigt sich für Pro Velo an Beispielen: Lupfig verfüge erstens über keinerlei Parkierungsreglement und gedenke auch weiterhin einfach «genügend Parkplätze zur Verfügung zu stellen». Diese obwohl der KGV klar anerkenne, dass die geplante Kapazitätserweiterung des Seebli-Knotens ein beträchtliches Risiko für Mehrverkehr durch Lupfig berge und erwiesenermassen Parkplätze einer der Haupttreiber für Ziel-Quell-Verkehr seien. Der Gipfel sei jedoch zweitens die Zielformulierung «Velofahrende sind auch in Zukunft auf den direktesten Wegen akzeptiert». «Man lasse sich dies auf der Zunge zergehen: Velofahrende dürfen dankbar sein, dass sie in Zukunft nicht von grösseren, direkten Strassen verwiesen werden», heisst es in der Mitteilung weiter.

Pro Velo begrüsst die an- gesprochene Aufwertung des Dorfzentrums, vor allem die Schaffung von zusätzlichem Platz für den Fussverkehr entlang der Hauptstrassen. Massnahmen für den Veloverkehr auf diesen kantonalen Routen, die nicht einmal über Velostreifen verfügen, suche man jedoch vergeblich. Die schwammigen «Kann-Formulierungen» lassen befürchten, dass die Massnahmen zu Gunsten des Fuss- und Veloverkehrs im konkreten Fall dem Rotstift zum Opfer fallen dürften. Pro Velo hat im Mitwirkungsverfahren Verbesserungsvorschläge angebracht.