Brugg-Windisch
Pro Velo feiert Jubiläum - und will nicht locker lassen

Der Verein Pro Velo feiert sein 30-jähriges Bestehen und kämpft weiter für die Anliegen der Velofahrer.

Janine Müller
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Pro Velo Brugg-Windisch organisiert seit 28 Jahren eine Velobörse. Sie ist der bekannteste Anlass des gemeinnützigen Vereins. Archiv/samuel frey

Pro Velo Brugg-Windisch organisiert seit 28 Jahren eine Velobörse. Sie ist der bekannteste Anlass des gemeinnützigen Vereins. Archiv/samuel frey

Samuel Frey

Pro Velo Brugg-Windisch setzt sich seit nunmehr 30 Jahren dafür ein, dass Velofahrer anständige Radrouten und geeignete Parkiermöglichkeiten haben und als vollwertige Verkehrsteilnehmer beachtet werden. Vieles hat sich in all den Jahren getan. Geblieben ist bis heute die jährliche Velobörse, die vor 28 Jahren initiiert wurde und noch immer de bekannteste Anlass des Vereins ist.

In der Vergangenheit hat Pro Velo für diverse Anliegen der Velofahrer gekämpft. So machte man beispielsweise mit dem Kanton eine Feldbegehung, in der für verschiedene Schwachstellen im Velonetz Massnahmen vereinbart wurden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Brugg organisierte Pro Velo einen Velo-Event, um lokale Radrouten und verschiedene Abstellsysteme zu testen. Ausserdem erarbeitete der Verein mit der Gemeinde Brugg sowie für die Gemeinde Windisch je ein Velokonzept. Auch politisch war Pro Velo mit Petitionen, Eingaben und Anträgen aktiv. So konnte Pro Velo bewirken, dass das Velo-Fahrverbot über die Reussbrücke in Windisch aufgehoben wurde.

Noch keinen Erfolg feiern konnte Pro Velo bezüglich Mausloch – die Verbindung zwischen Brugg und Windisch, die unter dem Bahnhof hindurch führt. «Die Verbindung gilt zwar als kantonale Radroute, das Velo muss aber geschoben werden», kritisiert Pro-Velo-Präsident Herbert Künzi. Die Hoffnung ist darum gross, dass zumindest die Süssbachunterführung möglichst bald für Velofahrer geöffnet wird.

Regionale Routen ungenügend

Ein weiteres Anliegen, wofür sich der Verein weiterhin einsetzen will, ist das Parkieren von Velos am Bahnhof. «Die momentane Situation ist unbefriedigend», sagt Künzi. «Die doppelstöckigen Veloständer funktionieren nicht, viele sind kaputt.» Den Velofahrern tropfe es bei nassem Wetter auf die Kleidung, schwere Velos könne man kaum hochhieven und ein Velo mit Korb oder einem Kindersitz habe ebenfalls keinen Platz. Hier könnte eine Velostation mit automatisiertem Velo-Abstellsystem helfen. Ein solches wird am Pro-Velo-Fest am Samstag vorgestellt.

Ein zukünftiger Schwerpunkt der Arbeit von Pro Velo werden die regionalen Fahrradrouten sein. Während jene auf den Kantonsstrassen grösstenteils umgesetzt sind, fehlen viele Alltagsrouten zwischen den Gemeinden in der Region. «Sie sind zwar im Regionalen Entwicklungsleitbild aufgenommen, doch passiert ist bisher noch nichts», erklärt Künzi. Neuralgische Punkte seien beispielsweise Kreuzungen oder Kreisel, die für Velofahrer gefährlich sind. Aber auch Strassenverengungen, wo plötzlich der Radstreifen fehlt. Kommt dazu noch ein Randstein, macht dies die Situation für die Velofahrer umso gefährlicher.

Doch Künzi hat auch Lob übrig. «Im Grossen und Ganzen habe ich das Gefühl, dass ein Umdenken in der Politik und auf der Strasse stattgefunden hat. Heute wird häufiger auch an den Langsamverkehr gedacht, beispielsweise bei Baustellen, wo die Polizei fahrbare Umleitungen für Velofahrer signalisiert.» Verbesserungspotenzial sieht er vor allem auch bei grösseren Firmen. Viele würden ihren Mitarbeitern eher schlechte Veloständer zu Verfügung stellen, zum Beispiel solche, die viel zu wenig Platz für die Velos bieten. Kapazität, um auch bei diesen Firmen vorstellig zu werden, hat der Verein Pro Velo Brugg-Windisch allerdings nicht. «Wir sind alle ehrenamtlich engagiert, da fehlt es häufig an Zeit», so Künzi.

Konzentration auf Schulkinder

Darum konzentriert sich Pro Velo auch weiterhin auf die Schulkinder. Oberstufenschüler sensibilisiert man während der Aktion «Tag des Lichts» darauf, dass ein Licht am Velo Leben retten kann, in der Unterstufe werden Velofahrkurse angeboten. Zudem setzt sich Pro Velo auch in Zukunft für die Aktion «Bike2School» und familienfreundliche Sonntagsfahrten ein. In der Hoffnung, in den nächsten 30 Jahren dem Langsamverkehr, allen voran den Velofahrern, noch bessere Bedingungen schaffen zu können.

Pro-Velo-Fest auf dem Campusplatz Brugg-Windisch am 22. August ab 14 Uhr. Familien-Rätsel-Rallye mit Wettbewerb & Glücksrad, Festwirtschaft, Kunstrad-Fahren, Radball-Spiel, Pumptrack, Elektrovelo Probefahrt, Ausfahrt mit Handicap-Spezialvelos. 19.30 Uhr: Prämierung der Siegerfotos «Velo grenzenlos!...?». 20 Uhr: A-cappella-Gruppe Reuss-Boys.