Brugg
Prix Rotary: Wenn die begabte Tochter dem Papa Gitarre spielen beibringt

Melani Skopljakovic hat mit ihrem Gitarrenspiel den Prix Rotary gewonnen. Sie erzählt, was sie mit spanischer Musik anfangen kann und wie musikalisch ihre Eltern sind. Die 15-Jährige strebt eine Profi-Musikkarriere an.

Barbara Schlunegger
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Die 15-jährige Viertbezlerin Melani Skopljakovic aus Brugg spielt nicht nur solo, sondern wirkt auch in einem Trio mit. bab

Die 15-jährige Viertbezlerin Melani Skopljakovic aus Brugg spielt nicht nur solo, sondern wirkt auch in einem Trio mit. bab

Barbara Schlunegger

Sie wusste seit dem Kindergarten, dass sie Gitarre spielen will. Heute tut sie es – und zwar sehr erfolgreich. Jüngst wurde die 15-jährige Melani Skopljakovic mit dem Prix Rotary ausgezeichnet. Der Preis ist mit 300 Franken dotiert.

Die Bruggerin ist noch genau so fasziniert vom klingenden Saiteninstrument wie im Kindergarten. «Ich kann aber nicht sagen, worin die Anziehungskraft genau besteht», gibt sie zu. In der zweiten Klasse durfte die Primarschülerin dann endlich ihre erste Gitarrenstunde besuchen.

Heute wie damals unterrichtet sie Jürg Moser. Die Viertbezlerin über ihn: «Ich bin Herrn Moser so dankbar, wie geduldig er mit mir immer war.» Nicht nur der Lehrer, auch die Art der Gitarre blieb gleich:

Für Skopljakovic ist die klassische Gitarre «ihr» Instrument. Wenn es um die Musik geht, dann heisst das Ziel Spanien – die südländische Gitarrenmusik, bei der die Saiten gezupft werden, sagt der 15-Jährigen am meisten zu.

Melani Skopljakovic will Profi-Musikerin werden

Melani Skopljakovic will Profi-Musikerin werden

AZ

Papa lernt Gitarre – dank Tochter

Anfangs besuchte die Schweizerin mit kroatischen Wurzeln wie alle anderen Musikschüler eine Lektion pro Woche. Als ihr Gitarrenlehrer im Laufe der Zeit das Potenzial seines Schützlings entdeckte, empfahl er das Mädchen für die Begabtenförderung.

Seit dann kommt Skopljakovic wöchentlich in den Genuss von zwei Unterrichtslektionen. Auch wenn ihr Herz für das Instrument mit den sechs Saiten schlägt: Reiner Spass ist das Gitarrenspiel auf ihrem Niveau nicht. «Pro Tag nehme ich mir vor, eine Stunde zu üben», erzählt sie. «Stehen Prüfungen in der Schule an, könne es aber gut auch nur eine halbe Stunde Üben sein.»

Obwohl sie sehr gerne alleine spielt, ist Skopljakovic seit der dritten Primarklasse auch Teil eines Trios. Das war in der Zeit, als sie das erste Mal an einem Wettbewerb teilgenommen hatte – mit genannter Dreiergruppe.

Ihre Eltern sind keine Musiker. Die Gitarrenbegeisterung der Tochter machte vor der Haustür der Skopljakovics trotzdem nicht Halt: «Mein Vater konnte gar nicht Gitarre spielen. Seit ich aber Unterricht nehme, habe ich ihm immer wieder ein paar Akkorde beigebracht», sagt sie. So beherrscht der Vater heute dank Melani einige Griffe.

Sologitarristin oder Dozentin

Bald geht für viele Jugendliche im Kanton die Bezirksschulzeit zu Ende. So auch für Melani Skopljakovic. Wie etliche andere wird auch sie in die Kantonsschule übertreten.

Im Unterschied zu der Mehrheit ihrer Kollegen jedoch nicht an irgendeine: Das Kunst- und Sportgymnasium Rämibühl in Zürich unterstützt und fördert herausragende Talente in den Segmenten Kunst und Sport. Erst vor zwei Wochen hat die Bruggerin erfahren, dass sie die Aufnahmeprüfung schaffte.

Die angehende Gitarrenvirtuosin hegt zwei mögliche Berufswünsche: «Ich kann mir vorstellen, professionelle Sologitarristin zu werden oder als Dozentin an einer Hochschule für Musik zu unterrichten.»

Doch was auch kommt, eins steht fest: Das Gitarrenspiel wird weiterhin den Ton in ihrem Leben angeben.

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