Prix Rotary
Im digitalen Raum statt vor Publikum: «Wir wollten uns Corona nicht beugen»

Der Prix Rotary, der traditionelle musikalische Förderwettbewerb für Jugendliche, hat dieses Jahr im digitalen Raum stattgefunden.

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Statt vor Publikum nimmt Agustina Nores aus einem Raum in der Musikschule Brugg am Musikwettbewerb Prix Rotary teil.

Statt vor Publikum nimmt Agustina Nores aus einem Raum in der Musikschule Brugg am Musikwettbewerb Prix Rotary teil.

Bild: zvg

Die 15-jährige Agustina Nores aus Windisch sitzt in einem Raum in der Musikschule Brugg am Flügel und spielt Beethoven und Chopin. Ein Kameramann zeichnet ihren Wettbewerbs­beitrag am diesjährigen Prix Rotary auf, dem traditionellen musikalischen Förderwettbewerb für Jugendliche in den Bezirken Brugg, Zurzach und Laufenburg.

Später werden die Mit­glieder der Jury, virtuell zusammengeschaltet aus Glarus, Basel und Solothurn, die Leistungen von Agustina und vierzehn weiteren Schülerinnen und Schülern beurteilen.

Der Prix Rotary, getragen von den Rotary-Clubs Zurzach-Brugg, Brugg-Aare-Rhein und Laufenburg-Fricktal, gibt es seit 22 Jahren. Zwischen 20 und 30 junge Musikerinnen und Musikern im Volksschulalter nehmen jeweils daran teil und zeigen vor Eltern, Freunden und einer gestrengen Jury ihr Können.

Letztes Jahr musste der Wettbewerb am Vorabend abgesagt werden – zwei Tage später verkündete der Bundesrat den Lockdown. «Diesmal wollten wir uns der Herrschaft des Coronavirus nicht wieder beugen», sagt Gudrun Goitein, die Präsidentin des Vereins Prix Rotary music. Nicht noch einmal sollten sich die Jugendlichen umsonst vorbereiten auf ihren Auftritt.

Es war eine neue Erfahrung für die Jugendlichen

«Es war schon ein Aufwand, den Prix Rotary im Netz durchzuführen», zieht Markus Amsler vom durchführenden Rotary-Club Laufenburg-Fricktal Bilanz. Die Aufnahmen fanden mit professioneller Kameraführung in den Räumen der Musikschulen Brugg und Frick statt. Anschliessend wurden die Wettbewerbsbeiträge hochgeladen und waren in einer Zu­sammenstellung für eine begrenzte Zeit auf einem privaten Youtube-Kanal abrufbar.

Sowohl für die Organisatoren wie vor allem auch für die Jugend­lichen war es eine neue Er­fahrung: «Man konnte die Leistungen wohl präziser beurteilen», sagt Masaya Higashigaito, der musikalische Leiter des Wettbewerbs.

Unterstützung der Eltern zeigte Wirkung

Agustina Nores nahm nicht zum ersten Mal an einem Prix Rotary teil, aber sie sei vor der Auf­nahme genauso nervös gewesen wie in früheren Jahren vor Publikum. «Doch wenn ich tief in der Musik bin, beruhigt mich die Musik und entspannt mich.» Die Unterstützung ihrer Eltern habe sie in ihren Gedanken begleitet.

Und diese Unterstützung zeigte offenkundig Wirkung: Agustina Nores gewann nicht nur in ihrer Kategorie, sondern wurde auch mit dem Prix Rotary music 2021 für herausragende Leistungen ausgezeichnet. Nächstes Jahr will die junge Musikerin erneut am Prix Rotary teilnehmen, aber dann mit der Geige – und hoffentlich vor Publikum. (pwf)

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