Windisch

Primarschüler zu Spaziergänger: «Hey man, we will kill you»

Drei Primarschüler haben einen Spaziergänger mit dem Tod bedroht (Symbolbild).

Beim Spaziergang bedroht

Drei Primarschüler haben einen Spaziergänger mit dem Tod bedroht (Symbolbild).

Drei Primarschüler bedrohen einen Spaziergänger beim Reusswehr mit dem Tod. Die Viert- und Fünftklässler hätten einfach einen Filmtitel zitiert, ohne Absichten, versichern sie.

Fritz Lüscher aus Windisch (Name geändert) ist auf dem Sonntagsspaziergang. Am Reusswehr fallen ihm drei Jugendliche auf, sie schleudern Gegenstände auf das Häuschen auf dem Wehr. Lüscher schätzt zwei von ihnen auf 9 bis 11 Jahre, den dritten auf 14 bis 15. Die drei merken, dass sie beobachtet werden. Plötzlich sagt einer halblaut: «Hey man, we will kill you.»

Lüscher ignoriert die Provokation. «Ich wollte einem Konflikt aus dem Weg gehen, ausserdem war ich mir nicht sicher, ob ich sie richtig verstanden hatte.» Er geht weiter, die Buben folgen ihm. «Ich bin zu meiner Garage und habe das Tor geöffnet, damit sie mich überholen», sagt Lüscher. In dem Moment äussern die Buben ihre Drohung noch einmal, laut und unmissverständlich.

Auf dem Pausenplatz entdeckt

Lüscher geht auf die Burschen zu. «Ich fragte sie, ob sie überhaupt wissen, was sie gesagt haben.» Einer antwortet: «Yes, I will kill you.» Dann rennen alle drei davon. Bei der Bushaltestelle Löwen trifft Lüscher noch einmal auf die gleiche Gruppe. Wieder geht er auf sie zu, will sie stellen. Und wieder machen sie sich aus dem Staub.

Fritz Lüscher meldet den Vorfall auf dem Regionalen Polizeiposten in Brugg. «Der Polizeibeamte versprach mir, die Informationen an den Polizisten in Windisch weiterzuleiten.» Lüscher fährt nach Hause. Beim Schulhaus Dorf ist gerade Pause, und da entdeckt er sie: zwei der drei Buben. Lüscher wendet sich sofort an die Pausenaufsicht.

Die Schule reagiert umgehend. Die drei Buben werden zum Gespräch geholt. Einer ist Fünftklässler, die anderen beiden gehen in die vierte Klasse. Alle drei geben zu, Lüscher bedroht zu haben. Sie hätten einen Film mit dem Namen «What’s up man, I will kill you» gesehen und diesen Spruch halt einfach aufgenommen, ohne Absichten.

Doch der Schule sind die Hände gebunden, sie kann die Buben nicht bestrafen. «Was ausserhalb des Schulraumes und der Unterrichtszeiten geschieht, untersteht der Obhut der Eltern», sagt Manfred Dubach, Geschäftsführer des Aargauer Lehrerinnen- und Lehrer-Verbands. Die Schulpflege könne nur strafrechtliche Massnahmen ergreifen, wenn die Polizei den Fall an sie überweist. «Im vorliegenden Fall kann die Schule höchstens das Gespräch mit den Eltern suchen», so Dubach.

Die Schule hat die Gespräche mit den Eltern bereits gesucht. Ungeschoren davonkommen lassen will Lüscher die Burschen nicht. «Wir alle waren mal jung und haben über die Stränge geschlagen. Aber so etwas ist inakzeptabel.» Lüscher will ihnen Grenzen aufzeigen: «Die machen sonst weiter. Je mehr Erfolg sie damit haben, umso mutiger werden sie.»

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