Es ist 8.30 Uhr. Wo bleiben sie nur? Drahu Kohout, Leiterin der Galerie Zimmermannhaus in Brugg, geht ins Treppenhaus und horcht. Vorerst tut sich nichts. Aber dann dringt fröhliches Stimmengewirr an die Ohren: 13 Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Primarklasse der Schule Sulz sowie ihre Lehrerin Silvia Ganz steigen hoch in die zweite Etage. Dorthin, wo sich an den Wänden und auf dem Boden die kuriosesten Fundobjekte befinden.

Die Luzerner Künstlerin Ursula Stalder hat sie gesammelt und arrangiert. «Meer und mehr» heisst die Ausstellung, die Silvia Ganz - seit 22 Jahren Lehrerin in Sulz - unlängst derart begeistert hat, dass sie beschloss: Die müssen auch meine Schülerinnen und Schüler sehen.

Im Wald ist vieles zu finden

Einfach so? «Nein», sagt Silvia Ganz lächelnd: «Unser Jahresmotto lautet ‹Fantasia› und unser Realienthema ‹Wald - was darin alles zu finden ist›. Deshalb lassen wir uns von Ursula Stalder faszinierenden Kompositionen inspirieren.» Mit andern Worten: Die Dritt- und Viertklässler werden in den Wald ausschwärmen; das aber nicht, um Wurzeln zu sammeln, sondern Gegenstände, die der Mensch achtlos fortgeworfen hat. «Was die Schüler danach mit dem Aufgefundenen machen, ist ihnen überlassen», betont Silvia Ganz. Inzwischen hat sich die erste Verblüffung über das Gezeigte gelegt - nun ist die Zeit für Drahu Kohout gekommen. Ihr sind Stalders Arbeiten ein Herzensanliegen.

Wer ist diese Luzerner Künstlerin? «Eine leidenschaftliche Sammlerin», sagt die Galerieleiterin: «Vor 20 Jahren hat sie ihre erste Wanderung an einem europäischen Meer unternommen.» Damals habe Ursula Stalder viel vorgefunden; sie habe das Sammelgut nach Hause gebracht und dort zu Themen und nach geografischer Herkunft geordnet. «Stellt euch vor», wendet sich Drahu Kohout an die Schüler: «Ursula Stalder hat zu Hause 250 Bananenschachteln, die voller Gegenstände sind.» Die Kinder blicken sich an.

Ausstellung in Sulz

«Gibt es Fragen?» O ja. «Was ist das?» Ein Mädchen deutet auf ein grosses Bild an der Wand. Von weitem sehen die Gegenstände wie schwarze Käfer mit Greifzangen aus. Falsch. «Es handelt sich um Hülsen von Haifisch-Eiern», sagt Drahu Kohout. Ein Raunen geht durch die Besucherschar. Dann schwärmen die Kinder mit Notizblock aus und nehmen das Ausstellungsgut unter die Lupe. «Sie, Frau Ganz», tönt es ringsum. Flugs eilt diese herbei - schon jetzt voller Vorfreude auf das, was 2013 am Freitag nach Pfingsten in Sulz an einer Ausstellung präsentiert wird: Werke der Schülerinnen und Schüler.

Schülerinnen und Schüler der 3. Und 4. Primarklasse aus Sulz besuchen die Galerie Zimmermannhaus Brugg: Dort wird eine Ausstellung mit Fundstücken der Luzerner Künstlerin Ursula Stadler gezeigt. Die Kinder aus Sulz lassen sich davon für ihre eigene Arbeit inspirieren.