Brugg

Premiere von «Hallo SRF! Regional»: Die «tote Altstadt» mobilisiert die Hörer

Im Keller der Trattoria Rotes Haus diskutieren (v. l.) Konrad Zehnder vom Quartierverein Altstadt, Frau Stadtammann Barbara Horlacher, SRF-Reporter Alex Moser und Redaktionsleiter Maurice Velati mit dem Publikum.

Im Keller der Trattoria Rotes Haus diskutieren (v. l.) Konrad Zehnder vom Quartierverein Altstadt, Frau Stadtammann Barbara Horlacher, SRF-Reporter Alex Moser und Redaktionsleiter Maurice Velati mit dem Publikum.

Bei der Premiere von «Hallo SRF! Regional» hat sich der SRF-Reporter der Kritik des Publikums gestellt. Was die Stadt dieses Jahr für die Altstadt gemacht hat, weiss kaum jemand.

Die Altstadt ist ein vielschichtiges Thema. Und wenn es darum geht, in welche Richtung sich die Aargauer Altstädte entwickeln sollen, gehen die Meinungen schnell auseinander. In Rheinfelden beispielsweise soll sich künftig ein City-Manager für 150'000 Franken pro Jahr um eine noch attraktivere Altstadt kümmern. Und in Laufenburg will die Ortsbürgergemeinde für 4,2 Mio. Franken die Grimmer-Liegenschaften sanieren und darin unter anderem ein Gästehaus realisieren.

Im Januar dieses Jahres organisierten in Brugg Private aus Frust über das fehlende Altstadt-Entwicklungskonzept einen Abend mit Alt-Regierungsrat Peter Beyeler, der die IG Aargauer Altstädte präsidiert. Gegen 100 Gäste, darunter drei Stadträte, folgten der Einladung ins Rathaus. Es herrschte Aufbruchstimmung, doch es blieb ruhig.

Von Angesicht zu Angesicht

Nun hat sich SRF-Reporter Alex Moser vom Regionaljournal Aargau/Solothurn dem Altstadt-Thema angenommen. Unter dem Titel «Die tote Altstadt» realisierte er am vergangenen Montag einen siebeneinhalbminütigen Bericht, der am gleichen Tag um 17.30 Uhr ausgestrahlt wurde. Zu Wort kamen Wanderer; Theresia Anderes, die den Antiquitätenladen Nostalgie hobbymässig betreibt; Präsident Konrad Zehnder vom Quartierverein Altstadt und Umgebung; Frau Stadtammann Barbara Horlacher und IG-Präsident Peter Beyeler.

Unter dem Label «Hallo SRF! Regional» haben die Radiomacher das Publikum am Dienstagabend in die Brugger Trattoria Rotes Haus eingeladen. Von Angesicht zu Angesicht wollten sie mit dem Publikum vor Ort den Beitrag zusammen hören und kritisch diskutieren. Der Brugger Beitrag war der erste einer Vierer-Serie. Deshalb wussten die Organisatoren auch nicht genau, was sie erwarten wird. Im Säli im Keller fanden sich schliesslich gut 35 Gäste und einige SRF/SRG-Vertreter ein. Moderiert wurde der Anlass von Peter Moor, Präsident SRG Aargau Solothurn.

Insgesamt positiv bewertet wurde, dass und wie den Bruggern der Spiegel zum Zustand der Altstadt vorgehalten wurde. Konrad Zehnder fühlte sich unglücklich zitiert, weil der Reporter im Beitrag zwei separate Satzteile verknüpft hatte. Bedauert wurde, dass die Bewohner nicht zu Wort kamen und nichts Erfolgreiches/Visionäres aufgezeigt wurde. Alex Moser schilderte die Herausforderung, die richtige Auswahl aus dem vielen Tonmaterial zu treffen. Stadtammann Barbara Horlacher sprach, ohne dem Reporter einen Vorwurf zu machen, von einem ungünstigen Zeitpunkt für diesen Radio-Beitrag.

Stadt will im Dezember informieren

Was Alex Moser nämlich nicht wusste, ist, dass Brugg und Zofingen seit diesem Sommer als Pilotstädte im Projekt «Konfektionierter Prozess mit Vademecum» der IG Aargauer Altstädte engagiert sind. Die Aufgabe der Pilotstädte in diesem Projekt lässt sich in zwei Phasen gliedern: Erstens geht es ums Erarbeiten von «Instrumenten», auf die Städte ihre Altstadtentwicklung abstützen können. Konkret handelt es sich um einen Musterprozess für eine rollende Altstadtplanung und um ein Vademecum. Das ist ein Nachschlagewerk mit Ideen zur Behandlung von häufig auftauchenden Fragen im Zusammenhang mit der Altstadtentwicklung. In der Phase 2 geht es um die Anwendung der in Phase 1 erarbeiteten Instrumente, also den Start des Altstadtentwicklungsprozesses nach erarbeiteten Musterprozess.

Als Vertreter der Stadt Brugg hat in den Workshops die Abteilung Planung und Bau mitgewirkt mit dem Abteilungsleiter, der Stadtplanerin und der Leiterin Baupolizei. Zur Personenauswahl sagt Horlacher: «Diese drei Personen der Abteilung Planung und Bau sind aufgrund ihrer Aufgabenbereiche häufig mit Fragen rund um die Altstadt konfrontiert und sind mit Eigentümern und Bauherrschaften in Kontakt.» Der dritte und vorerst letzte Workshop fand am vergangenen Freitag statt. Erste Informationen über das weitere Vorgehen zum Altstadtentwicklungsprozess Brugg (Phase 2) werden laut Barbara Horlacher Mitte Dezember erfolgen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1