In welchem Umfang können das verschmutzte Abwasser und das Sauberwasser – wie das Meteorwasser – getrennt werden im Brugger Stadtgebiet? CVP-Einwohnerrätin Angelika Curti will diese Frage vom Stadtrat eingehend prüfen lassen.

In ihrem Postulat weist sie als Begründung auf das Gewässerschutzgesetz sowie die Gewässerschutzverordnung hin. Festgehalten ist in diesen, dass verschmutztes Abwasser behandelt werden muss. Nicht verschmutztes Abwasser dagegen sei abzutrennen und versickern zu lassen – nicht zuletzt, um die Kanalisation zu entlasten.

«Bei Verkehrswegen stellt sich die Frage, wie das abfliessende Niederschlagswasser zu beseitigen ist», führt Angelika Curti aus. Denn gemäss Richtlinien des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) sollen Entwässerungen von Verkehrswegen grundsätzlich nur dann an die öffentliche Kanalisation im Mischsystem angeschlossen werden, wenn andere Arten zur Beseitigung nicht machbar, nicht zulässig oder nicht verhältnismässig sind.

Anders ausgedrückt: Erste Priorität hat laut Buwal-Richtlinien die Versickerung von Regenwasser. Zu prüfen sei vorrangig, ob das Verkehrswegeabwasser flächenförmig oder über eine zentrale Anlage – wie eine Mulde – zur Versickerung gebracht werden kann.

Kommt eine Versickerungslösung nicht infrage, hat gemäss Buwal die Einleitung in ein nahe gelegenes oberirdisches Gewässer zweite Priorität. Erfolgen könnte die Einleitung direkt oder indirekt über die Regenabwasserkanalisation im Trennsystem. Durch geeignete Retentionsmassnahmen könne das Wasser dosiert abgeleitet werden.

Erst als dritte und letzte Möglichkeit soll laut Buwal eine Einleitung in die öffentliche Kanalisation im Mischsystem in Betracht gezogen werden, stellt CVP-Einwohnerrätin Curti fest.

Einwohnerrat Freitag, 26. Januar, 19.30 Uhr, Rathaussaal.