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Postschalter an der Haustüre

Wenn sich Postgeschäfte an der Haustüre erledigen lassen, ist das bequem. Der Hausservice hat sich bewährt. Keystone/martin Ruetschi

Wenn sich Postgeschäfte an der Haustüre erledigen lassen, ist das bequem. Der Hausservice hat sich bewährt. Keystone/martin Ruetschi

Die Poststelle von Unterbözberg, Gallenkirch und Linn wird es nicht mehr geben. Der Hausservice kommt ab März.

«Diesen Brief muss ich unbedingt noch zur Post bringen.» Wer kennt diese an sich selbst gerichtete Aufforderung nicht? Die Bevölkerung von Unterbözberg, Gallenkirch und Linn wird sie ab 21. März nicht mehr kennen, denn ab dann wird sie von einem Hausservice bedient. Mit diesem haben die Einwohner von Oberbözberg bereits Erfahrung – avisierte Sendungen holten sie bis anhin freilich noch bei der Poststelle Unterbözberg ab. Diese wird am 19. März letztmals ihre Kunden empfangen – danach wird der Postschalter gewissermassen an die Haustüre verlegt.

Eine bewährte Lösung

Weshalb die neue Lösung? Erich Schmid (Leiter Kommunikation Ost der Schweizerischen Post) verweist auf einen wichtigen Umstand: «Die Poststelle Unterbözberg ist unter der Woche täglich zweieinhalb und am Samstag eineinhalb Stunden geöffnet. Aber: Sie wird immer weniger genutzt.» Ein Beispiel: Der Zahlungsverkehr ist in den letzten fünf Jahren um rund 50 Prozent zurückgegangen. Also hätte man die Öffnungszeiten auf ein Minimum reduzieren müssen. Aber das, weiss die Post, ist nicht kundenfreundlich. Deshalb setzt sie, nach Rücksprache mit den Gemeindebehörden der erwähnten Gemeinden, auf den bewährten, schon lange bekannten Hausservice: Ende Dezember 2010 waren es 1191 Orte in der Schweiz, die einen solchen aufwiesen.

Schildchen zur Verfügung stellen

Im Kanton Aargau zählen etwa Birrhard, Effingen, Elfingen, Mönthal und Rüfenach zu den Hausservice-Gemeinden. Mit einem reduzierten Angebot sei der Hausservice nicht verbunden, sagt Erich Schmid und betont, dass die Kunden «ein volles postalisches Angebot erwarten können». Wie funktioniert das in der Praxis? Ganz einfach: Die Post stellt den Bewohnern ein Schildchen zur Verfügung.

Wer ein Postgeschäft erledigen will, bringt das Schild am Briefkasten an. Dann wissen die Postbotin oder der Postbote: «Hier muss ich klingeln, hier will jemand etwas von mir.» Zum Beispiel? Eine Rechnung bezahlen oder Briefe oder Pakete mitgeben. Sind die Marken aufgebraucht, kann man diese ebenso vorbestellen wie Bargeld vom eigenen Postkonto. Die direkte Abwicklung der Geschäfte an der Haustüre bedingt natürlich, dass jemand zu Hause ist. «Pendler», so Schmid, «sind nicht auf den Hausservice angewiesen, denn sie tätigen ihre Postgeschäfte meistens an ihrem Arbeitsort.»

Was ist mit eingeschriebener Post? Nun, die Poststelle Brugg ist dafür zur Abholstelle bestimmt worden. Auf Wunsch werden solche Sendungen aber auch vorbeigebracht oder man händigt sie am Postschalter in Brugg einer Drittperson mit entsprechender Vollmacht aus.

Offen für Alternative

Dass der Hausservice im Vergleich zu einer Poststelle oder einer Agentur günstiger ist, liegt auf der Hand. Falls Unterbözberg, Oberbözberg, Gallenkirch und Linn zur Gemeinde Bözberg fusionieren – würde dann wieder eine Poststelle installiert? «Nein», winkt Erich Schmid ab, «eine solche ist kein Thema. Ein Thema ist dagegen die Agenturpartnerschaft. Sollte sich im Rahmen der Fusionsbestrebungen eine Möglichkeit abzeichnen, ist die Post sehr offen.»

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