Fusion Lupfig-Scherz

Postautostrecke zwischen den Gemeinden? Und was ist mit dem Dorfladen?

«Wie realistisch ist es, dass es wirklich eine Postauto-Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen Lupfig und Scherz geben wird?»

«Wie realistisch ist es, dass es wirklich eine Postauto-Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen Lupfig und Scherz geben wird?»

Gemeindenamen, Demokratieverlust, Wappen, öV und Finanzen: Der Bevölkerung brennen noch einige Fragen zu der Gemeindefusion zwischen Lupfig und Scherz unter den Nägeln.

Gut zwei Stunden dauerte die Präsentation, in der Chancen und Risiken im Fall eines Zusammenschlusses zwischen Lupfig und Scherz aufgezeigt wurden. Dann spielte Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner den Ball dem Publikum zu. «Wie realistisch ist es, dass es wirklich eine Postauto-Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen Lupfig und Scherz geben wird?», wollte ein Mann wissen.

Heinz Schmid von der Arbeitsgruppe erklärte, dass er als Mitglied der Fahrplankommission den Wunsch für diese Verbindung schon mehrfach beim Kanton deponiert habe. Bei konkreter Fusionsabsicht könne man dieses Zusatzangebot dann verlangen. «Wir brauchen einen Auftrag», so Schmid.

Scherz würde ein Ortsteil von Lupfig werden – «müsste aber nicht auf alles verzichten», sagt Ruedi Martin von der Arbeitsgruppe Kultur, Freizeit, Name und Wappen.

Scherz würde ein Ortsteil von Lupfig werden – «müsste aber nicht auf alles verzichten», sagt Ruedi Martin von der Arbeitsgruppe Kultur, Freizeit, Name und Wappen.

Kommt der Zusammenschluss zustande, gilt Lupfig als Wirtschaftsmotor und Scherz als Naherholungsgebiet. Ein Kadermitglied eines grösseren Produktionsbetriebs beklagte sich, dass sich vom Gemeinderat Lupfig in den letzten Jahren niemand für diese Firma interessierte habe.

Für die Kontaktpflege mit Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben habe die Gemeinde als Zeichen der Wertschätzung vor vier Jahren einen speziellen Apéro eingeführt, entgegnete Gemeindeammann Richard Plüss.

Die Gemeinden Scherz und Lupfig diskutieren über eine Fusion.

Die Gemeinden Scherz und Lupfig diskutieren über eine Fusion.

Scherz will Dorfverein gründen

Die neue Gemeinde soll Lupfig heissen und das Wappen übernehmen. Wurden auch ein neuer Name und ein neues Wappen in Betracht gezogen? Ja, so die Antwort, diskutiert und verworfen worden sei der zusammengesetzte Name Lupfig-Scherz.

«Eigenamt» oder «Birrfeld» kamen nicht infrage, weil sie grössere Gebiete umfassen. Wie gross ist die Gefahr eines Demokratieverlusts? Der kleinere Ortsteil Scherz dürfte bei Abstimmungen oft unterliegen, so die Befürchtung.

«Dieses Thema trifft den Nerv des Dorfs und seiner Identität», sagte Gemeindeammann Hans Vogel, der hofft, dass die Scherzer weiterhin intensiv am politischen Prozess teilnehmen. Es sei zudem vorgesehen, einen Dorfverein zu gründen, damit Scherz auch in der neuen Gemeinde angemessen vertreten sei.

«Die Chancen und Risiken für die Gemeinden sind unterschiedlich»: Die Ammänner von Lupfig und Scherz legen ihre Argumente auf den Tisch

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Grundsätzlich ging man beim Dorfladen in Scherz, der von Mietvergünstigung profitiert, von Besitzstandswahrung aus, so Vogel. Sollte die neue Behörde dies ändern wollen, müssten sich die Scherzer wehren.

«Wie sieht es mit der Verschuldung aus?», fragte ein Gast. «Nicht dramatisch», sagte Vogel. Scherz suche einen Partner, weil die Finanzen auf längere Frist nicht optimistisch stimmen. «Deshalb gehen wir lieber auf Brautschau, solange wir noch gut aussehen.»

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