Brugg
Portemonnaies aus Garderobenkästchen geklaut: das empfiehlt die Kantonspolizei

Aus den Garderobenkästchen in einem Fitnesscenter sind Portemonnaies geklaut worden. Was ist in einem solchen Fall zu tun?

Michael Hunziker
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In einem Fitnesscenter im Raum Brugg waren Langfinger am Werk (Symbolbild).

In einem Fitnesscenter im Raum Brugg waren Langfinger am Werk (Symbolbild).

Alamy Stock Photo

Kürzlich sei ihm das Portemonnaie aus dem abgeschlossenen Garderobenschrank gestohlen worden, erzählt der junge Mann, der regelmässig im Fitnesscenter im Raum Brugg trainiert. Es sei an einem Nachmittag gewesen, er habe – als er den Diebstahl bemerkt habe – sofort die Polizei verständigt.

Diese habe keine Einbruchspuren am Kästchen feststellen können. Eventuell habe der Täter eine Art Universalschlüssel verwendet und so das Schloss öffnen können, vermutet der Mann. Er weiss, dass es nicht das einzige Opfer gewesen ist. Auch einem anderen Besucher sei im gleichen Zeitraum das Portemonnaie abhandengekommen.

Der Vorfall ist ärgerlich

Bargeld habe er nicht viel verloren, fährt der Mann fort. Ärgerlich sei aber, dass seine Ausweise samt Identitätskarte und seine Bankkarten entwendet wurden. Diese habe er sperren lassen müssen. Für den Rückweg habe er – weil auch sein Generalabonnement weg war – zum Glück mit einer Kollegin mitfahren können. Es habe keinen Wert, sich aufzuregen, ist er sich bewusst. Trotzdem aber seien die ganzen Umtriebe äusserst nervenaufreibend.

Ein anderer Mann, der das Gespräch per Zufall verfolgt, schaltet sich ein. Er kenne die Situation, sagt er. Ihm sei vor ein paar Monaten am gleichen Ort ebenfalls das Portemonnaie aus dem Garderobenschrank geklaut worden. Glücklicherweise habe er das Signalement eines verdächtigen Fitnesscenter-Besuchers der Polizei geben können. Dieser sei der mutmassliche Dieb bekannt gewesen und sie habe ihn zu Hause aufgesucht. Der Mann habe umgehend gestanden. Im Fitnesscenter habe er seither Hausverbot.

Gestohlen wird alles und überall

Zugetragen haben könnten sich die Vorfälle auch andernorts. Die Schweizerische Kriminalprävention (SKP), eine interkantonale Fachstelle, hält fest: «Gestohlen wird grundsätzlich alles nur Erdenkliche und dies immer und überall.»

Spezifische Zahlen für Garderobendiebstähle hat die Aargauer Kantonspolizei zwar nicht. Insgesamt aber weist die Kriminalstatistik im letzten und vorletzten Jahr weit über 5000 Diebstähle aus. Besonders in den warmen Jahreszeiten nehmen Meldungen zu, sagt Sprecher Roland Pfister.

Beim Besuch von Schwimmbädern, Open Airs und weiteren Veranstaltungen im Freien empfiehlt er, Portemonnaies und Mobiltelefone – die oft im Fokus von Dieben stehen – am Körper mitzuführen. Grundsätzlich seien möglichst wenig Wertgegenstände und Bargeld mitzunehmen oder vorhandene Schliessfächer zu nutzen.

Wer Opfer eines Diebstahls wird, soll unverzüglich eine Meldung an den Betreiber machen – «allenfalls wurde etwas gefunden oder abgegeben» – und in der Folge die Bank- und Kreditkarten sperren, um einen Missbrauch zu verhindern, lautet Pfisters Tipp. Eine Anzeige gegen unbekannt nehme dann die Polizei entgegen.

Personen, die wegen eines Diebstahlsdelikts ermittelt oder gefasst werden, gelangen zur Anzeige an die Staatsanwaltschaft oder, falls unter 18 Jahre, die Jugendanwaltschaft. Es wird ein Strafbefehl erlassen. Die Aufklärungsquote bei Diebstählen sei allerdings, räumt Pfister ein, eher gering und liege bei rund 10 bis 20 Prozent.

Das betroffene Fitnesscenter hat auf zweifache schriftliche Nachfrage keine Antwort gegeben auf die Fragen, wie häufig Diebstähle vorkommen oder welche Massnahmen allenfalls getroffen werden, um solche Vorfälle künftig möglichst zu verhindern.

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