Brugg

Pontonierhaus Brugg: Bald können auch die Frauen duschen

Im Aufenthaltsraum des Vereinshauses verlegen zwei Pontoniere den Boden aus Eichenholz.MEB

Im Aufenthaltsraum des Vereinshauses verlegen zwei Pontoniere den Boden aus Eichenholz.MEB

Die Sanierung des Pontonierhauses geht in den Endspurt – und bereits steht das nächste Projekt an.

Es riecht nach frisch gesägtem Holz und angetrockneter Farbe. Die Melodie aus dem Radio wird immer wieder vom Lärm der Fräsmaschine übertönt. Rasch wischt Peter Stäublin mit der rechten Hand über die Tischplatte der Festbank, die im Raum steht und mit einer Schicht Sägespänen bedeckt ist. «Es ist eben eine Baustelle», sagt er und bittet zu Tisch. Seit Anfang Jahr wird hier auf der Schacheninsel das Pontonierhaus saniert. Wenn die Planung aufgeht, sind die Arbeiten bis Ende Monat abgeschlossen. Doch der Verein plant bereits das nächste Projekt.

Bauleiter Peter Schäublin sagt, was neu wird und und warum.

Bauleiter Peter Schäublin sagt, was neu wird und und warum.

Vor vierzig Jahren wurde das Pontonierhaus gebaut. «Damals wurde es nur für den Sommer konzipiert», sagt Peter Schäublin, der damals schon Bauleiter war. Mit der Zeit wurde das Vereinshaus aber immer öfter auch im Winter genutzt. Das Problem: Weil das Haus über keine Heizung verfügte, war es beim «Chlaushock» und den anderen Winterveranstaltungen ziemlich kalt. «Ausserdem war der Aufenthaltsraum dunkel und nicht mehr heimelig», so Peter Schäublin. So hat man sich das Jubiläum des Vereinslokals zum Anlass genommen, es zu sanieren.

Pontoniere legen selbst Hand an

Das Hauptziel ist, das Haus den Minergie-Standards anzupassen. Deshalb hat man eine moderne Fensterfront mit Dreifach-Verglasung eingebaut und die Decke sowie den Boden isoliert. «Sie hätten die Männer sehen sollen. Sie legten sich draussen auf den Boden um zu pflastern. Am Schluss waren sie selbst von oben bis unten zugepflastert», sagt Peter Schäublin und lacht. Einen Grossteil der Arbeiten haben die Pontoniere selbst verrichtet. Mit so viel Eigenleistung hat der Bauleiter nicht gerechnet. «Immer wieder kamen Mitglieder auf mich zu, man könne doch dies und jenes selbst machen.» Im Verein seien Plattenleger, Elektriker, Schreiner, Ofenbauer, Metallbauer und Sanitäre vertreten. So habe man viele Kosten einsparen können.

Die Sanierung des Vereinshauses wird voraussichtlich 115 000 Franken kosten. Genauso viel hat vor 40 Jahren der gesamte Neubau gekostet. Finanziert wird der Umbau aus verschiedenen Quellen. Knapp die Hälfte zahlt der Verein selbst. Das ist sogar für den reichen Pontonierverein nicht wenig. Trotzdem soll man das Vereinshaus auch nach der Renovation zu denselben Konditionen mieten können. «Wir hoffen, durch die Sanierung die Hälfte der Heizkosten sparen zu können.»

Auch die Garderoben werden saniert. Die Pontoniere arbeiten fleissig an zwei getrennten Umkleidekabinen und einem neuen Duschraum mit Einzeldusche. So können sich nach dem Training endlich auch die Pontonier-Frauen wieder frisch machen. Vorher haben sie sich im engen Büroraum umziehen müssen. Geduscht haben sie zu Hause.

Damit es im Aufenthaltsraum so richtig gemütlich wird, wurden ausserdem die Wände neu gestrichen und ein moderner Pellet-Ofen geplant.

Den Graffiti an den Kragen

Noch in diesen Tagen sollen der Boden fertig verlegt und der neue Ofen eingebaut werden. Auch die Garderoben sollen bald fertig sein. Der Zeitplan scheint aufzugehen. Peter Stäublin hat jedenfalls bereits das nächste Projekt ausgeheckt. Im April will er mit den Veteranen die Fassade des Klubhauses neu streichen. Vor allem will er die Wände speziell beschichten, damit sich Graffiti abwaschen lassen. Schliesslich soll das Pontonierhaus auch von aussen in neuem Glanz erstrahlen.

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