Birrfeld
Polo-Turnier im Birrfeld: 120 Pferde und 8 Teams kämpfen um den Sieg

Dank dem Legacy Pollo Cup wird der vermeintlichelitäre Polosport für alle zugänglich. Zum zweiten Mal sammeln die Veranstalter zudem für Kinder, die an Krebs erkrankt sind.

Ursula Burgherr
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Beim Polo bilden Mensch und Tier eine Einheit. Zu bestaunen war das am Legacy Pollo Cup 2015.

Beim Polo bilden Mensch und Tier eine Einheit. Zu bestaunen war das am Legacy Pollo Cup 2015.

Ursula Burgherr

Polo ist die schnellste Mannschaftssportart der Welt. Die Reiter preschen hoch zu Ross mit 50 bis 60 km/h über das Spielfeld und versuchen mit ihrem Stick den Ball in das gegnerische Tor zu befördern. Der 2012 gegründete Legacy Polo Club mit Domizil auf dem Bracher-Areal im Birrfeld setzt sich zum Ziel, den bisher vor allem für die High Society vorbehaltenen Sport einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. «In Argentinien, dem Mutterland des Polosports, werden nicht nur Turniere für die Upper Class veranstaltet. Ganze Familien treffen sich auf einer Estanzia (Ranch), um das gesellige Zusammensein nach einem Spiel zu geniessen», bekundet Stefan A. Locher.

Eiertütschen für die Auslosung

Der 38-jährige hünenhafte Augenarzt aus Luzern organisiert zum dritten Mal den Legacy Pollo Cup auf dem Birrfeld. Die dem Polo naheliegende Bezeichnung Pollo – zu Deutsch Huhn – gehört zum Konzept: Hemmschwellen abbauen und die Veranstaltung dem breiten Publikum mit einem Augenzwinkern näherbringen. Wer gegen wen spielt, wird am Donnerstag per Eiertütschen im Grand Casino Baden ausgelost.

11. August, 19 Uhr: Empfang der Spieler, Grand Casino Baden.

12. August, ab 11 Uhr: Polo-Turnier, Spielgelände. 15 Uhr: Kunstflugvorführung der Patrouille Suisse. 18.30 Uhr Charity-Night im Zelt mit Show-Act von Maxim Essindi und Versteigerung.

13. August, ab 11 Uhr: Polo-Turnier, Spielgelände. 15 Uhr: Kunstflugvorführung der Patrouille Suisse. 19 Uhr «Noche de las Gallinas» im Zelt mit Show-Act Vikinger und DJ Dantheman.

14. August, ab 10 Uhr: Platzierungsspiele, Spielgelände. 14 Uhr: Rolls-Royce- und Bentley-Oldtimer-Parade. 14.30 Uhr: Spiel um den 3. und 4. Platz. 16 Uhr: Final, Spiel um den 1./2. Platz.

Während des Turniers können sich Familien im mit Strohballen und Palmen dekorierten Spielgelände am Güggelistand verpflegen. Und nicht nur das. Dieses Jahr gibt es auch am offenen Feuer geräucherten Lachs, argentinisches Rindfleisch und mehr. Derweil kämpfen 8 Mannschaften à je 4 Spieler und 120 Pferde um den Sieg. Kommentiert wird das Geschehen von «The Voice of Polo» – dem legendären Speaker Jan-Erik Franck aus Deutschland. Die Tiere – zumeist eine Mischung aus Quarter Horses und Vollblut Arabern – müssen nach jedem der vier Chukker (Spieleinheit à 71⁄2 Minuten) ausgetauscht werden. Ein Spieler bringt deshalb drei bis vier Pferde zu einem Turnier mit.

Der Legacy Polo Club hat im Birrfeld rund 70 Pferde in den Stallungen stehen. Zwei davon gehören Stefan Locher. Ein weiteres teilt er sich mit einem Kollegen. Der aus einer Hausarzt-Familie stammende Sprössling mag auf den ersten Blick in einer anderen Liga als der Durchschnitt spielen. Trotzdem zeigt er sich sehr volksnah. Und beweist sich als Macher. Hunderte von Stunden investiert er in die Organisation des Legacy Pollo Cups, weiss über jeden Stromstecker und alle Wasserleitungen Bescheid. Als leidenschaftlicher Polo-Spieler mit wenig Zeit hat er es auf das Handicap 0 gebracht.

Die bestplatzierten Schweizer Spieler sind die Gebrüder Luginbühl aus Genf mit einem Handicap von +2. Auf das höchste Handicap von +10 kommen weltweit nur ein Dutzend Spieler, die meisten davon stammen aus Argentinien. Neben dem breiten Publikum bleiben die oberen Zehntausend ein obligater Bestandteil des Legacy Pollo Cups. «Unser Budget von ca. 400 000 Franken für diesen Anlass liefern vor allem prestigeträchtige Sponsoren», erwähnt Locher. Er betont, dass auch die High Society es ab und zu liebt, sich inkognito unter das Publikum zu mischen. «Im ersten Jahr fragte ein völlig unscheinbarer Mann, der Crocs trug, nach einer Probefahrt mit dem ausgestellten Bentley. Begeistert kaufte er den Wagen vom Fleck weg», erzählt der Augenarzt und lacht.

Elementar beim Legacy Pollo Cup ist nun zum zweiten Mal der Benefiz-Charakter. Letztes Jahr kamen bei der festlichen Versteigerung für «Polo mit Herz – für Kinder mit Krebs» rund 55 000 Franken zusammen. «Diesen Betrag werden wir heuer im Rahmen der Charity Night am Freitagabend toppen», zeigt sich Stefan Locher überzeugt.

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