Lüpfige Ländlermusik ertönt, im Gleichschritt marschieren die Schülerinnen und Schüler in den Boxraum des Schulhauses Hallwyler, machen eine Runde, winken strahlend, begrüssen so das imaginäre Publikum.

Es ist der Beginn der sechsten Lektion des Projekts Dancing Classrooms. Die Schulklassen 5h von Evi Barmet sowie 6g von Barbara Gabathuler sind die beiden ersten im Kanton Aargau, die bei diesem Projekt mitmachen. Der Verein Dancing Classrooms, der ursprünglich 1994 in New York gegründet wurde und seit 2010 auch einen Ableger in der Deutschschweiz hat, bietet ein zehnwöchiges Tanzprogramm für Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und zwölf Jahren an. In zwei Lektionen pro Woche üben die Kinder unter Anleitung einer Tanzlehrerin sieben Gesellschaftstänze sowie zwei Line Dances.

Tanzend lernen die Schüler so verschiedene Gegenden der Welt kennen. Vom Foxtrott in Washington DC führt sie die Reise in die Heimat des Merengue in die Dominikanische Republik. Von dort geht es weiter nach Havanna auf Kuba, wo die Kinder die Rumba kennenlernen, dann gehts zurück nach Europa mit der Polka. Zu jedem Land sagen sie zudem die Hauptstadt auf.

Am gestrigen Montagmorgen steht die lüpfig-hüpfige Polka auf dem Programm. Tanzlehrerin Janine Bredanger zeigt die Grundschritte, die Kinder versuchen – zuerst zaghaft, dann immer mutiger – das Tempo mitzugehen. Ein Element nach dem anderen bringt Bredanger ihren Schützlingen bei. Zeit zum Quasseln bleibt da eigentlich nicht, dennoch verpassen die einen oder anderen zwischendurch den Einsatz. Nach ein paar Runden Polka wird es im Raum stickiger, die Kinder schnaufen.

Respektvollen Umgang lernen

Hin und wieder ertönt Gelächter und Gekicher. Dass die Mädchen mit den Buben tanzen, ist in diesem Alter manchmal nicht ganz einfach. «Viele Kinder reagieren zuerst skeptisch, wenn sie das Wort Paartanz hören», sagt Lehrerin Evi Bamert. «In der ersten Stunde ist es meistens noch etwas schwierig, dann aber gewöhnen sich alle daran.»

Dancing Classrooms will mit dem Projekt nicht nur das Tanzen fördern, sondern auch den respektvollen Umgang miteinander. Es geht um Höflichkeit, Toleranz und Vertrauen. Darum werden die Mädchen im Tanzunterricht Ladys genannt und die Buben Gentlemen. «Die Kinder lernen zudem Eleganz und ein selbstbewusstes Auftreten. Das hilft ihnen, Selbstvertrauen zu gewinnen», sagt Tanzlehrerin Janine Bredanger. Nicht zuletzt sei das Tanzen auch Teamarbeit. Das gemeinsame Tanzen stärke das Gemeinschaftsgefühl, ist Bredanger überzeugt.

Abschlussfest am 11. Dezember um 19 Uhr im Salzhaus in Brugg.