Lupfig

Polka, Jazz und ein singender Dirigent

Die Blaskapelle Eigenamt veranstaltete ihr Jahreskonzert unter dem Motto «E chli andersch» und bewies dabei Wandelbarkeit.

Polkas, Märsche und Walzer im Böhmischen-, Mährischen- oder Egerländer-Stil – das ist die musikalische Heimat der Blaskapelle Eigenamt. 1994 wurde aus den 1954 gegründeten «Schache-Buebe Brugg» die Blaskapelle Eigenamt, mit Vereinssitz in Lupfig. Das Ziel der Musikanten und neuerdings zwei Musikantinnen sind die präzis vorgetragene Blasmusik.
An ihrem Jahreskonzert «E chli andersch» im vollbesetzten Saal des Gasthof Ochsen in Lupfig, bedankte sich Präsident Ernst Seeberger denn auch für den Publikumsaufmarsch: «Wir sind hocherfreut. Das Ganze ist nicht selbstverständlich, denn heute kann man gut bräteln und zudem spielt ‹Trauffer› in der Vianco-Arena.»

Jahreskonzert der Blaskapelle Eigenamt in Lupfig

Jahreskonzert der Blaskapelle Eigenamt in Lupfig

Moderatorin Barbara Gloor erklärte nach dem konzertanten Marsch «Tiroler Adler» und der Polka «Egerländer Perle» was es mit dem Motto auf sich hat: Das «E chli andersch» beziehe sich auf verschiedene Stilrichtungen und deute die Lieder für den zweiten Konzertteil im Swing und Jazz-Stil an. Speziell erwähnt wurden die Musikantinnen Hannelore Müller und Esther Graf, die neu die Blaskapelle verstärken.

Eine Reise nach New Orleans

In «Das goldene Flügelhorn» bestritten Hannelore Müller und Aschi Burgermeister souverän ihr Solo. Dirigent Hans Binder sang dazu. Überhaupt überzeugte der Dirigent durch seine Wandlungsfähigkeit: sei es als Klarinetten- und Saxofon-Spieler oder eben als Sänger. Auf der Bühne scheint sich Hans Binder, der «Häse» genannt wird, pudelwohl zu fühlen. Nach den beiden Polkas «Winzerfest» und «Böhmischer Junge» wähnten sich die Gäste bereits in der Pause. Doch weit gefehlt: Moderatorin Barbara Gloor fragte im Publikum nach, wer schon einmal in New Orleans gewesen sei und was dort am meisten gefallen habe. Eine Frau antwortete: «Das schöne Wetter und die Häuser.» «Und die Musik?», fragte Barbara Gloor.

Die Antwort gab ihr der frühere Blasinstrumentebauer «Trompete-Ruedi» Ruedi Wüst. Dieser erzählte, wie er 1992 auf einer USA-Reise mit der Familie auch New Orleans besuchte. Für den glühenden Anhänger von Louis Armstrong war dieses Erlebnis sagenhaft: «Aus jedem zweiten Lokal ertönte Musik. Ich hatte meine Trompete dabei, stelle mich im French Quarter an eine Hauswand und begann zu spielen. Dann kamen sie aus ihren Häusern und wir waren plötzlich zu Neunt.»

Abschluss in gewohnter Manier

Das amerikanische Südstaaten-Feeling überbrachten die Musikanten stilecht mit Banjo, Sousaphon, Klarinette, Trompete und Saxophon. Angeführt von Ruedi Wüst marschierten sie spielend in den Saal und boten «When the Saints go marching in» und «Sweet Georgia Brown» auf der Bühne dar. Die Swing-Polka «Casanova» und Hazy Osterwalds «Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt» aus dem Jahr 1966 liess die Gäste mitklatschen. Der Marsch «Seventy Six Trombones» kam bei den Gästen ebenso gut an wie der Charleston «Black bottom». Den Abschluss des Konzerts bestritten die Musikantinnen und Musikanten in gewohnter Manier, mit zwei Polkas und dem «Kaiserin-Sissi-Marsch».

Meistgesehen

Artboard 1