Bezirksgericht Brugg

Polizisten bedroht: Renitenter Aargauer Schuldner erhält zweite Chance

Der Beschuldigte erschien nicht vor Gericht. (Archivbild)

Der Beschuldigte erschien nicht vor Gericht. (Archivbild)

Bedingte Geldstrafe und Busse wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte – der Beschuldigte erschien nicht vor dem Bezirksgericht Brugg.

«Ich will euch hier nicht mehr sehen – und nehmt euch ein nächstes Mal in Acht, da ich dann schon schiessen werde.» Mit diesen Worten hatte vor bald zwei Jahren ein mittlerweile 60-jähriger Schweizer zwei Beamte der Regionalpolizei Brugg bedroht.

Die rüde Aufforderung hatte ihren Grund darin, dass die Polizeibeamten den Beschuldigten an seinem Wohnort aufgesucht hatten, um ihm einen Zahlungsbefehl zuzustellen. Der Beschuldigte weigerte sich aber nicht nur, das Schreiben des Betreibungsamtes entgegenzunehmen. Er versuchte sogar den Zahlungsbefehl an­zuzünden.

Zudem drohte er den Polizeibeamten, dass er auf sie schiessen würde, wenn er eine Waffe hätte. Dabei formte er einen Arm und eine Hand zu einem Gewehr und mit der andern Hand ahmte er die typische Bewegung beim Abfeuern einer Schusswaffe nach.

In der Folge flatterte ein Strafbefehl ins Haus

Angesichts des renitenten Verhaltens des Beschuldigten verliessen die Beamten den ungastlichen Ort – ohne dass sie das amtliche Schreiben an den Mann gebracht hätten. Dazu die Staatsanwaltschaft: «Der Beschuldigte wusste, dass er mit seinem Verhalten die Polizeibeamten bei der Zustellung der Betreibungsurkunde behinderte, was er auch wollte – respektive in Kauf nahm.»

In der Folge flatterte dem renitenten Schuldner ein Straf­befehl der Staatsanwaltschaft ins Haus. Wegen Beschimpfung und Drohung wurde er zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 60 Franken verurteilt. Dem Beschuldigten wurde aber der bedingte Strafvollzug gewährt, unter An­setzung einer Probezeit von zwei Jahren.

Nachdem sich der Beschuldigte innerhalb der Probezeit wieder­um der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte schuldig machte, beantragte die Staatsanwaltschaft in einem zweiten Strafbefehl eine bedingte Geldstrafe von diesmal 30 Tagessätzen zu je 180 Franken sowie eine Busse von 800 Franken. Zudem stellte sie dem Beschuldigten eine Strafbefehlsgebühr von 1200 Franken in Rechnung.

Die Probezeit wird um ein Jahr verlängert

Trotz des «Rückfalls» innerhalb der Probezeit erachtete die Staatsanwaltschaft die Voraussetzungen für eine Verwarnung und eine Verlängerung der Probezeit um ein Jahr auf vier Jahre als erfüllt.

Diese Woche hätte sich der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Brugg für sein Verhalten verantworten sollen. Er zog es jedoch vor, der Verhandlung ohne Angabe von Gründen fernzubleiben. Damit wird der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft rechtskräftig. Für den Beschuldigten könnte es dabei durchaus noch etwas teurer werden. Der Strafbefehl enthält nämlich den ominösen Satz: «Über Auslagen, die nach Erlass des Strafbefehls eingehen, wird separat verfügt.»

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