Windisch
Polizei büsst Stau-Umfahrer - und kennt auch bei Ausreden keine Gnade

Die Regionalpolizei Brugg büsst auf Reutenenstrasse in Windisch in einer Stunde 28 Stau-Umfahrer. Die einen ärgern sich über die Busse von 100 Franken, andere lachen. Kontrollen sind geplant. Es gehe um die Verkehrssicherheit, so die Repol.

Michael Hunziker
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Auf der Durchfahrt erwischt im Fahrverbot: Dieser Autolenker wird angehalten. Er erhält eine Busse von 100 Franken. mhu

Auf der Durchfahrt erwischt im Fahrverbot: Dieser Autolenker wird angehalten. Er erhält eine Busse von 100 Franken. mhu

Auf der Hauserstrasse in Windisch gerät der Verkehr ins Stocken. Wie so oft am Feierabend. Immer wieder wählen Fahrzeuglenker – um den Stau zu umfahren – den Weg mitten durch das Wohnquartier über die Reutenenstrasse. Der Haken: Auf dem Abschnitt ab dem Restaurant Vindonissa bis zur Einmündung in die Industriestrasse herrscht Fahrverbot für Autos und Töffs. Nur der Zubringerdienst ist gestattet.

Vier Männer der Regionalpolizei Brugg sind an diesem Abend im Einsatz. Einer in zivil beobachtet, wer Zubringer ist oder wer die Reutenenstrasse trotz Fahrverbot für die Durchfahrt benutzt. Letztere meldet er über Funk seinen drei uniformierten Kollegen weiter unten. Diese halten die Fahrzeuge postwendend an.

In kurzer Zeit stehen zwei Kastenwagen und zwei Personenwagen am Strassenrand. Die Polizisten weisen die Lenker auf das Fahrverbot hin. Einige schütteln verständnislos den Kopf: «Ich musste doch nur kurz . . .»

Einige lachen – trotz Ärger über die Busse von 100 Franken. «Wenn ich geahnt hätte, dass sie hier stehen, hätte ich einen anderen Weg gewählt», sagt eine Frau mittleren Alters. Fest steht: Die Ausrede «Vom Fahrverbot habe ich nichts gewusst» zieht nicht. Denn die Schilder sind gut zu sehen, beim Restaurant Vindonissa stehen sie sogar auf beiden Seiten der Strasse.

In nur knapp einer Stunde werden 28 Fahrzeuglenker angehalten. Alles in allem hätten in diesem Jahr bereits 64 Autofahrer eine Busse erhalten, sagt Heiner Hossli, Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg.

Er betont: «Bei diesen Kontrollen geht es um die Verkehrssicherheit.» Denn bei der Repol seien vermehrt Meldungen von Anwohnern eingegangen, die sich über das steigende Verkehrsaufkommen auf der relativ engen Quartierstrasse in der Tempo-30-Zone beschwert hätten.

«Deshalb stehen wir regelmässig hier», sagt der Repol-Chef und ergänzt: «Besteht ein Verbot, muss es durchgesetzt werden. Sonst bringt es nichts.» Hossli ist überzeugt, dass sich die Situation auf der Reutenenstrasse verbessern wird. «Die Kontrollen werden sich herumsprechen.»

Wie üblich bei einem solchen Einsatz, werfen die Polizisten einen Blick in die Ausweise und achten darauf, ob bei Lenker und Fahrzeug alles in Ordnung ist. Ein junger Mann mit geröteten Augen muss gleich beim Polizeiauto, das in der Nähe abgestellt ist, zum Drogen-Schnelltest antraben.

Ab und zu, so Repol-Chef Hossli, müssten sich die Polizisten von verärgerten Autofahrern anhören, ob sie denn nichts Gescheiteres zu tun hätten.

«Manchmal fallen die Reaktionen auch heftiger aus.» Aber: «Ein Regionalpolizist weiss, wie er sich verhalten muss.» Wichtig sei, Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen.

Nach welchen Kriterien aber werden die Standorte für die Verkehrskontrollen überhaupt ausgewählt? Zwischen den Gemeinden und der Repol, erklärt Heiner Hossli, bestünden Verträge, in denen die Leistungen der Polizei – beispielsweise auch für Geschwindigkeitsmessungen – definiert seien. «Wir stehen dort im Einsatz, wo ein Bedarf festgestellt wird», führt der Repol-Chef aus.

Häufig seien es die Anwohner, die sich bei der Polizei oder der Gemeindeverwaltung melden und auf eine Situation hinweisen. «Wir arbeiten eng mit dem Kanton und den Gemeinden zusammen.» Gleiches gilt laut Hossli übrigens auch beim Thema Signalisationen, bei dem die Polizei oft um Rat gefragt wird. «Gemeinsam legen wir fest, welche Regelungen Sinn machen und umgesetzt werden können.»

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