Ecopop

Politiker und Gewerbetreibende erleben den Dichtestress am eigenen Leib

Über 250 Vertreter aus Wirtschaft und Politik haben sich am 6. Martini-Treff in der kleinen Trotte über die Migrationspolitik, die Masseneinwanderungsinitiative und die Gefahren von Ecopop ausgetauscht.

Christoph Blocher, Pfarrer Ernst Sieber, Moritz Leuenberger, Christian Levrat, Didier Burkhalter, Jean Ziegler, Christoph Mörgeli, Sepp Blatter und Gilbert Gress: Sie alle folgten der Einladung zum 6. Martini-Treff am Donnerstagabend nach Villigen. Respektive: in der Person von Walter Andreas Müller, der sie überzeugend parodierte.

Neben dieser nationalen Politprominenz strömten über 250 – rund 50 mehr als im Vorjahr – regionale Vertreter aus Politik und Wirtschaft in die Trotte. Der Abend stand ganz im Zeichen der Migrationspolitik: «Arbeitgeber brauchen Arbeitnehmer – unser Arbeitsmarkt nach Annahme der Masseneinwanderungsinitiative».

Die noch unklare Umsetzung der Initiative und die Ecopop-Abstimmung am 30. November sorgten für politische Verunsicherung im Land und das sei schlecht für die Arbeitgeber, sagte Paul Stalder, Leiter KMU Region Brugg, in seiner Begrüssung.

KMU haben keine grosse Lobby

«Sie sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft», so Grossratspräsident Thierry Burkart. Das Gewerbe beschäftige den weitaus grössten Teil der Arbeitnehmer.

Landstatthalter Urs Hofmann richtete den Fokus auf Ecopop und den Fachkräftemangel: «Die Babyboomer-Generation, zu der auch ich gehöre, steuert auf das Pensionsalter zu. In den nächsten 20 Jahren werden 50’000 Arbeitskräfte in der Schweiz vom Markt verschwinden. Das sind 2500 pro Jahr.

Nach der Annahme von Ecopop dürften nur noch 1300 Arbeitskräfte pro Jahr einreisen. Das führt zu einem Rückgang auf dem Arbeitsmarkt.» Damit es nicht so weit komme, müsste man, so Hofmann, den Titel der Veranstaltung mit «Arbeitgeber brauchen die richtigen Arbeitnehmer» präzisieren.

An der Podiumsdiskussion nahmen neben Hofmann die Nationalräte Toni Brunner, Sylvia Flückiger-Bäni und Cédric Wermuth teil. Auch wenn sie bei der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative unterschiedlicher Meinung sind, bezogen alle klar gegen Ecopop Stellung. «Es gibt nichts Gewerbefeindlicheres als Kontingente. Leiden werden vor allem die KMU, die Grossen habe eine starke Lobby», sagte Wermuth. «Es gibt nie so sichere Zeiten, wie wir uns das wünschen», bilanzierte Toni Brunner.

«Der Abend ist interessant und unterhaltsam. Wenn sich Politiker mit Gewerbetreibenden treffen, ist das immer gut, weil das sehr wichtig ist», sagt Burkart von der FDP. Von einem eigentlichen Heimspiel für die SVP spricht Brunner, die Partei stehe dem Gewerbe schon lange nahe. Die Trotte bezeichnet er als originellen Ort, hier erfahre er, was die Arbeitgeber beschäftige. Dass die Aargauer SVP-Basis Ja zu Ecopop sagt, ist für Brunner kein Problem. Mehr als die Hälfte der SVP-Kantonalparteien lehnten die Initiative aber ab, betont er.

Thierry Burkart (link) und Toni Brunner

«Der Abend ist interessant und unterhaltsam. Wenn sich Politiker mit Gewerbetreibenden treffen, ist das immer gut, weil das sehr wichtig ist», sagt Burkart von der FDP. Von einem eigentlichen Heimspiel für die SVP spricht Brunner, die Partei stehe dem Gewerbe schon lange nahe. Die Trotte bezeichnet er als originellen Ort, hier erfahre er, was die Arbeitgeber beschäftige. Dass die Aargauer SVP-Basis Ja zu Ecopop sagt, ist für Brunner kein Problem. Mehr als die Hälfte der SVP-Kantonalparteien lehnten die Initiative aber ab, betont er.

Für sie ist der Martini-Treff eine Premiere und sie fühlen sich sichtlich wohl: Grossratspräsident Thierry Burkart (links) und SVP-Schweiz-Präsident Toni Brunner. «Der Abend ist interessant und unterhaltsam. Wenn sich Politiker mit Gewerbetreibenden treffen, ist das immer gut, weil das sehr wichtig ist», sagt Burkart von der FDP. Von einem eigentlichen Heimspiel für die SVP spricht Brunner, die Partei stehe dem Gewerbe schon lange nahe. Die Trotte bezeichnet er als originellen Ort, hier erfahre er, was die Arbeitgeber beschäftige. Dass die Aargauer SVP-Basis Ja zu Ecopop sagt, ist für Brunner kein Problem. Mehr als die Hälfte der SVP-Kantonalparteien lehnten die Initiative aber ab, betont er.

In ihrem Unternehmen für Bodenbeläge mit Schreinerei, Zimmerei haben sie 30 Mitarbeiter angestellt. «Auch wir profitieren vom Ausland. Aktuell beschäftigen wir fünf Ausländer», sagt Thomas Härdi. Er ist zuversichtlich, dass er trotz Annahme der Masseneinwanderungsinitiative genügend Fachkräfte finden wird. Der Martini-Treff gefällt ihm generell. Seine Ehefrau Saskia ist zum ersten Mal dabei. Ihr gefiel die Podiumsdiskussion. Thomas Härdi erhoffte sich Aussagen «mit mehr Fleisch am Knochen».

Saskia und Thomas Härdi

In ihrem Unternehmen für Bodenbeläge mit Schreinerei, Zimmerei haben sie 30 Mitarbeiter angestellt. «Auch wir profitieren vom Ausland. Aktuell beschäftigen wir fünf Ausländer», sagt Thomas Härdi. Er ist zuversichtlich, dass er trotz Annahme der Masseneinwanderungsinitiative genügend Fachkräfte finden wird. Der Martini-Treff gefällt ihm generell. Seine Ehefrau Saskia ist zum ersten Mal dabei. Ihr gefiel die Podiumsdiskussion. Thomas Härdi erhoffte sich Aussagen «mit mehr Fleisch am Knochen».

Aus dem Schenkenbergertal angereist sind Saskia und Thomas Härdi von der Herbert Härdi AG in Thalheim. In ihrem Unternehmen für Bodenbeläge mit Schreinerei, Zimmerei haben sie 30 Mitarbeiter angestellt. «Auch wir profitieren vom Ausland. Aktuell beschäftigen wir fünf Ausländer», sagt Thomas Härdi. Er ist zuversichtlich, dass er trotz Annahme der Masseneinwanderungsinitiative genügend Fachkräfte finden wird. Der Martini-Treff gefällt ihm generell. Seine Ehefrau Saskia ist zum ersten Mal dabei. Ihr gefiel die Podiumsdiskussion. Thomas Härdi erhoffte sich Aussagen «mit mehr Fleisch am Knochen».

Ecopop werden sie ablehnen. Ihre ausländischen Professoren und Mitstudierenden an der ETH möchten sie nicht missen, so Rehmann und Wittwer. Glatthard sieht bei einer Annahme auch Vorteile. «Mit weniger Konkurrenz aus dem Ausland könnten wir vielleicht häufiger auftreten», sagt er mit einem Schmunzeln.

Joël Rehmann, Jonas Glatthard und Hannes Wittwer (von links)

Ecopop werden sie ablehnen. Ihre ausländischen Professoren und Mitstudierenden an der ETH möchten sie nicht missen, so Rehmann und Wittwer. Glatthard sieht bei einer Annahme auch Vorteile. «Mit weniger Konkurrenz aus dem Ausland könnten wir vielleicht häufiger auftreten», sagt er mit einem Schmunzeln.

Sie sind zusammen mit drei Kollegen für das musikalische Rahmenprogramm verantwortlich: Joël Rehmann, Jonas Glatthard und Hannes Wittwer (von links) von der Band Dinner 4/5. Ecopop werden sie ablehnen. Ihre ausländischen Professoren und Mitstudierenden an der ETH möchten sie nicht missen, so Rehmann und Wittwer. Glatthard sieht bei einer Annahme auch Vorteile. «Mit weniger Konkurrenz aus dem Ausland könnten wir vielleicht häufiger auftreten», sagt er mit einem Schmunzeln.

Obwohl dies nicht der Fall war, findet sie den Abend spannend und ideal zum Netzwerken. Beispielsweise mit gits.ch-Geschäftsleiter Maurizio Galati, der am Martini-Treff die Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft schätzt und im März nach Schinznach ziehen wird.

Sibylle Boss und Maurizio Galati

Obwohl dies nicht der Fall war, findet sie den Abend spannend und ideal zum Netzwerken. Beispielsweise mit gits.ch-Geschäftsleiter Maurizio Galati, der am Martini-Treff die Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft schätzt und im März nach Schinznach ziehen wird.

Die Schinznacher Gemeindeschreiberin Sibylle Boss erwartete, dass an der Podiumsdiskussion die Fetzen fliegen. Obwohl dies nicht der Fall war, findet sie den Abend spannend und ideal zum Netzwerken. Beispielsweise mit gits.ch-Geschäftsleiter Maurizio Galati, der am Martini-Treff die Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft schätzt und im März nach Schinznach ziehen wird.

Die Gemeinde werde von heute 3300 Einwohnern bis 2018 auf rund 4000 wachsen. Diese rasante Entwicklung mache der Bevölkerung Angst, so Bless. Ecopop bringe zu grosse Einschränkungen, räumt Zinniker ein. Die Politik müsse nun aufzeigen, wie die Masseneinwanderungsinitiative umgesetzt wird.

Eugen Bless (links) und Roger Zinniker

Die Gemeinde werde von heute 3300 Einwohnern bis 2018 auf rund 4000 wachsen. Diese rasante Entwicklung mache der Bevölkerung Angst, so Bless. Ecopop bringe zu grosse Einschränkungen, räumt Zinniker ein. Die Politik müsse nun aufzeigen, wie die Masseneinwanderungsinitiative umgesetzt wird.

Für den Hausener Gemeindeammann Eugen Bless (links) ist es wichtig, dass in der Trotte verschiedene Standpunkte zum Tragen kommen. Im Gegensatz zu seinem Gemeinderatkollegen Roger Zinniker wird er der Ecopop-Initiative zustimmen. Die Gemeinde werde von heute 3300 Einwohnern bis 2018 auf rund 4000 wachsen. Diese rasante Entwicklung mache der Bevölkerung Angst, so Bless. Ecopop bringe zu grosse Einschränkungen, räumt Zinniker ein. Die Politik müsse nun aufzeigen, wie die Masseneinwanderungsinitiative umgesetzt wird.

Beide sind zum ersten Mal in der Trotte. Wermuth ist es wichtig, mit KMU-Vertretern zu diskutieren, weil diese in Bern zu wenig vertreten seien. Er wünscht sich, dass es in der Region vermehrt solche Netzwerk-Anlässe gibt. Miceli ist erst seit Anfang Jahr in der Exekutive und zum ersten Mal am Martini-Treff. Moderator David Kaufmann habe hervorragend für eine faire Podiumsdiskussion gesorgt, so Miceli. Beide Politiker sind sich an diesem Abend einig: «Als Vertreter der Linken gehören wir zur Minderheit. Hier können wir bestimmt keine Stimmen gewinnen.»

Cédric Wermuth und Giovanna Miceli

Beide sind zum ersten Mal in der Trotte. Wermuth ist es wichtig, mit KMU-Vertretern zu diskutieren, weil diese in Bern zu wenig vertreten seien. Er wünscht sich, dass es in der Region vermehrt solche Netzwerk-Anlässe gibt. Miceli ist erst seit Anfang Jahr in der Exekutive und zum ersten Mal am Martini-Treff. Moderator David Kaufmann habe hervorragend für eine faire Podiumsdiskussion gesorgt, so Miceli. Beide Politiker sind sich an diesem Abend einig: «Als Vertreter der Linken gehören wir zur Minderheit. Hier können wir bestimmt keine Stimmen gewinnen.»

SP-Nationalrat Cédric Wermuth tauscht sich mit seiner Parteigenossin und Gemeinderätin Giovanna Miceli aus Gebenstorf aus. Beide sind zum ersten Mal in der Trotte. Wermuth ist es wichtig, mit KMU-Vertretern zu diskutieren, weil diese in Bern zu wenig vertreten seien. Er wünscht sich, dass es in der Region vermehrt solche Netzwerk-Anlässe gibt. Miceli ist erst seit Anfang Jahr in der Exekutive und zum ersten Mal am Martini-Treff. Moderator David Kaufmann habe hervorragend für eine faire Podiumsdiskussion gesorgt, so Miceli. Beide Politiker sind sich an diesem Abend einig: «Als Vertreter der Linken gehören wir zur Minderheit. Hier können wir bestimmt keine Stimmen gewinnen.»

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