Jugendhaus

«Point» – der aufstrebende Jugendtreff in Windisch

Der neue Jugendtreff beim Schützenhaus Sohr.

Der neue Jugendtreff beim Schützenhaus Sohr.

Aus dem Schützenhaus Sohr ist der Jugendtreff Point geworden – geschossen wird nur noch im Pistolenstand neben dem Hauptgebäude und wenn die Jugendlichen nicht da sind.

Früher knallten hier Schüsse, heute dröhnen Hip-Hop-Beats. Früher lagen hier die Schützen mit dem Schiesseisen im Anschlag, heute stehen Jugendliche am Töggelitisch, tanzen und quatschen: Aus dem Schützenhaus Sohr ist der Jugendtreff Point geworden – geschossen wird nur noch im Pistolenstand neben dem Hauptgebäude und wenn die Jugendlichen nicht da sind.

Während von aussen die Veränderung kaum zu sehen ist, erinnert im Gebäudeinnern nichts mehr an vergangene Zeiten: Entstanden sind ein grosser, heller Raum, eine Küche und eine Bar.

Die Wände sind zwar noch etwas kahl und wer gemütlich sitzen will, muss seinen Platz auf dem einzigen Sofa im Raum verteidigen. «Das ändert sich aber bald», sagt Jugendarbeiter Nikolaus Senger, in den kommenden Wochen soll das Point weiter eingerichtet werden.

Gefragt ist Eigeninitiative

Samuela Uras (14) und Gezim Kadriji (13) jedenfalls fühlen sich heute schon pudelwohl im Point. Die beiden Schüler sind jeden Mittwoch hier anzutreffen. Sie helfen Nik, wie hier alle ihren Jugendarbeiter nennen, arbeiten in der Küche und an der Bar und denken sich Themenabende aus.

Samuela mixt gerne Cocktails, Gezim mag Musik, laute Musik. Gerade arbeitet er am Projekt «DJ-Pult». Gezim will es selber bauen, achteckig soll es werden und mobil, so, dass man es irgendwo im Raum platzieren kann. Und noch einen Wunsch habe er, sagt Gezim und grinst: «Einen Whirlpool.»

Sich selber einbringen, Eigeninitiative zeigen, Projekte umsetzen – das wird im Point gefördert. «Wenn Jugendliche mit Projekten und Ideen kommen, versuchen wir, sie gemeinsam umzusetzen», sagt Senger und betont das «gemeinsam»: «Die Jugendlichen sollen mir keinen ‹Auftrag› geben. Wenn sie ein Projekt umsetzen wollen, sollen sie auch daran mitarbeiten und helfen.»

Der Fantasie für solche Projekte sind keine Grenzen gesetzt, egal ob Brunch, Filmnachmittage, Konzerte. Senger versucht die Jugendlichen auch immer wieder zu motivieren, solche Events umzusetzen. «Ich merke aber, dass es den Jugendlichen oftmals gar nicht um Unterhaltungsprogramme oder Themenabende ist.»

Das einfache Zusammensein reicht aus. Schwatzen und tratschen unter Gleichaltrigen – ohne Eltern. So sitzen die Jugendtreffbesucher oftmals stundenlang zusammen und diskutieren über Probleme. Schule, Lehrstelle, Eltern, Lehrer, Freizeit, Langeweile. Senger hat für jeden ein offenes Ohr und die Jugendlichen können sich jederzeit an ihn wenden, über Facebook, per Brief oder per Telefon – oder persönlich im Jugendtreff.

Kultur in der Region Brugg Mit der kalten Jahreszeit beginnt auch die Hochsaison der Kulturhäuser. Die az Aargauer Zeitung pirscht deshalb durch die Kinos, Theater, Konzertsäle und Jugendtreffs der Region Brugg und stellt die Kulturhäuser genauer vor.

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