Nationalratswahlen

Podium in Brugg: Politiker diskutierten engagiert

Von links: Peter Haudenschild (Team 65+), Sandro Wächter (JSVP), Titus Meier (FDP), Moderator Mario Gutknecht, Martin Brügger (SP) und Richard Fischer (Die Unabhängigen).

Von links: Peter Haudenschild (Team 65+), Sandro Wächter (JSVP), Titus Meier (FDP), Moderator Mario Gutknecht, Martin Brügger (SP) und Richard Fischer (Die Unabhängigen).

Das Jugendparlament hat zu den Nationalratswahlen im BWZ Brugg ein Podium organisiert zu den Themen Umwelt, Wirtschaft und EU.

Das Aargauer Jugendparlament hat zu einem Podium geladen. Diskutiert haben: Peter Haudenschild (Team 65+), Sandro Wächter (JSVP), Titus Meier (FDP), Martin Brügger (SP) und Richard Fischer (Die Unabhängigen). Eingeladen waren Politiker der Stadt Brugg, inklusive Schinznach-Bad.

Weitere Kandidaten aus der Stadt sind: Joya Süess (JEVP), Deborah Ehrhardt (JEVP), Andrea Maluck (JEVP), Kevin Knecht (JGLP), Franz Hollinger (CVP), Julia Geissmann (CVP), Lukas Brunnschweiler (CVP), Noah Zurfluh (Juso), Daniela Gassmann (SP), Leutrim Spahija (SP) und Jürg Baur (CVP). Drei Themen wurden diskutiert, die AZ hat die Antworten von jedem Teilnehmer zusammengefasst.

Smartspider und Profil von Richard Fischer

Weltweit werden heute Subventionen in fossile Stoffe gesteckt. Es braucht dringend einen Wechsel auf erneuerbare Energien. Die letzten 100 Jahre haben wir auf Pump gelebt, auch meine Generation. Das Wachstumsdenken müssen wir hinterfragen. Es braucht ein radikales Umdenken.»

«Nötig ist ein qualitatives Wachstum und nicht ein quantitatives. Es gibt immer mehr Regulierungen, welche die Wirtschaft hemmen. Letztlich hängt aber alles zusammen: die Umwelt, die Wirtschaft, das Soziale. Eventuell könnte man Firmen verpflichten, Geld in die Qualität zu stecken.»

«In den letzten Jahren hatten wir einen Reformstau in der eidgenössischen Politik. Die Wirtschaft wird jetzt auch langsam ungeduldig, auch wegen des Rahmenabkommens. Die Beziehung zu Europa brauchen wir auf jeden Fall.»

Smartspider und Profil von Sandro Wächter

«Ich lehne die aktuelle Klimapolitik kategorisch ab. Sie bestraft den Mittelstand mit höheren Flug- und Benzinpreisen und will uns vorschreiben, dass wir kein Fleisch essen dürfen. So werden die Bürger bevormundet. Aber energieeffiziente Produkte sind beliebt. Der Markt wird das regeln.»

«Wirtschaftspolitik ist auch Kantonspolitik. Mir ist Standortförderung wichtig. Es gilt, Firmen anzulocken, auch mit tieferen Steuern. Zudem bin ich der Meinung, dass es für jüngere Menschen einfacher sein sollte, ein Unternehmen zu gründen. Start-ups müssen besser gefördert werden.»

«Das Rahmenabkommen darf die Schweiz nicht unterschreiben, damit würden wir automatisch EU-Recht übernehmen. Ich bin dafür, dass die Schweiz einzelne Verträge mit einzelnen Ländern unterzeichnet. Der Brexit ist zum Beispiel eine Chance für die Schweiz.»

Smartspider und Profil von Titus Meier

«Die Schweiz hat das Pariser Abkommen unterzeichnet. In den nächsten 20 Jahren muss die Wende geschafft sein. Nur können wir nicht innert kürzester Zeit beispielsweise von Ölheizungen wegkommen. Ich bin nicht gegen gesetzliche Massnahmen, sie müssen aber wirtschaftlich tragbar sein.»

«Ein gewisses wirtschaftliches Wachstum braucht es, sonst haben wir weder Arbeitskräfte noch Steuereinnahmen. Dafür sind aber ein investitionsfreundliches Klima und moderate Steuern wichtig. Zudem könnte der Staat die Bauvorschriften vereinfachen. Nur das Nötigste ist zu regeln.»

«Ich bin nicht für einen EU-Beitritt. Fakt ist, dass wir jeden zweiten Franken im Ausland verdienen. Als kleines Land sind daher gute Beziehungen wichtig. Im Rahmenabkommen gibt es noch Schwachstellen. Die Schweiz dürfte auch härter verhandeln.»

Smartspider und Profil von Peter Haudenschild

«1982 habe ich mein Auto verkauft und habe seither gut gelebt. Als Liberaler bin ich dafür, dass jeder seine Umweltkosten selber bezahlen muss. Wer viel fliegt, muss mehr bezahlen. Die Lösung funktioniert also übers Portemonnaie und nicht über Verbote. An CO2-Abgaben müssen wir weiterarbeiten.»

«Es gibt viel zu viele Vorschriften. Der Staat sollte sich so wenig wie möglich einmischen. Wichtig sind Sicherheit und Rechtssicherheit, dann wird investiert. Man müsste aber auch mehr in die Berufsbildung investieren und allgemein in die Ausbildung. Gute Arbeitskräfte sind wichtig.»

«Ich verstehe nicht, warum die SVP so stur gegen dieses Rahmenabkommen ist. Klar gibt es noch einige offene Fragen, aber man könnte auch unterschreiben und schauen, was passiert. Schliesslich verdienen wir jeden vierten Franken in der EU.»

Smartspider und Profil von Martin Brügger

«Unsere schöne Landschaft darf meiner Meinung nach noch länger bestehen. Wir müssen unseren Nachkommen eine lebenswerte Welt hinterlassen. Ansonsten zahlen unsere Enkel die Zeche. Die Energie ist heutzutage viel zu billig. Der Einsatz für die Umwelt muss 100 Prozent sein.»

«Das Wachstum muss qualitativ sein. Keinen Sinn macht es, den Steuerwettbewerb unter den Kantonen zu pushen, eine Harmonisierung ist längst angebracht. Wir sollten auf gut ausgebildetes Personal setzen, einheimisches Gewerbe fördern, und die Rahmenbedingungen müssen für alle gleich sein.»

«Ein Euro-Turbo bin ich nicht. Bezüglich Rahmenabkommen ist für mich der Lohnschutz unantastbar, da muss die Schweiz kompromisslos sein. Wir dürfen uns von der EU nicht alles gefallen lassen und sollten selbstbewusster in die Verhandlungen gehen.»

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