Einwohnerrat Windisch
Plus vier Sitze: Die Sozialdemokraten legen in Windisch nochmals massiv zu

Mit 18 Sitzen (+4) sind die Sozialdemokraten ab 2018 die mit Abstand wählerstärkste Partei. Dafür büssen SVP, FDP und EVP Mandate ein.

Janine Müller
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Einwohnerratswahlen Windisch

Einwohnerratswahlen Windisch

Janine Müller (jam)

«Wir sind hin und weg.» Anders kann SP-Fraktionschef Paul Bitschnau das Resultat seiner Partei fast nicht beschreiben. Die Sozialdemokraten – bisher schon die wählerstärkste Partei in Windisch mit 14 Sitzen – konnte am Sonntag nochmals 4 Sitze dazugewinnen. «Dass wir das schaffen, hätten wir uns nie erträumen lassen. Das ist schlicht grossartig», sagt Bitschnau. Der SP-Wähleranteil ist auf 45% gestiegen, im Jahr 2013 waren es noch 34,7%. Die Wahlbeteiligung lag bei 32,7%.

Die neu gewählten und die abgewählten Einwohnerräte:

Neu gewählt: Luzia Capanni SP, 886 Stimmen
14 Bilder
Neu gewählt: Karin Fehlmann SP, 834 Stimmen
Neu gewählt: Thomas Wernli SP, 802 Stimmen
Neu gewählt: Ulrich Widmer SP, 797 Stimmen
Neu gewählt: Giovanna Feusi SP, 756 Stimmen
Neu gewählt: Goran Marinkovic SP, 756 Stimmen
Neu gewählt: Anne Sutter SP, 738 Stimmen
Neu gewählt: Naomi Rupp SVP, 420 Stimmen
Neu gewählt: Markus Graf FDP, 456 Stimmen
Neu gewählt: Elsbeth Hofmänner CVP, 438 Stimmen
Neu gewählt: Renate Schraner CVP, 342 Stimmen
Neu gewählt: Esther Duran-Gloor CVP, 338 Stimmen
Abgewählt: Gilberto Accogli FDP, 428 Stimmen
Abgewählt: Robert Kamer FDP, 401 Stimmen

Neu gewählt: Luzia Capanni SP, 886 Stimmen

MILANFOTO;ZVG SP Windisch;

Die SP ist die einzige Partei, die im Einwohnerrat Windisch Sitze gut machen kann. Die SVP verliert zwei Sitze (neu: 7) und auch die FDP muss Federn lassen: Sie büsst 1 Sitz ein und kommt wie die SVP noch auf 7 Mandate. In Wähleranteilen ausgedrückt: Die SVP erhält 16,9% der Stimmen (2013: 23%) und die FDP 19% (2013: 19.5%). Halten kann sich die CVP. Sie ergattert wiederum 5 Sitze bei einem Wähleranteil von 11,9% (2013: 13,6%). Die EVP hingegen verliert einen Einwohnerrat und besetzt noch 3 Mandate im Gemeindeparlament. Sie erhält 7,2% der Stimmen (2013: 9,2%).

Dave Roth holt am meisten Stimmen

Insgesamt gibt es 12 neue Gesichter im Einwohnerrat Windisch. Die einzige Partei, die sich mit zwei abgewählten Kandidaten konfrontiert sieht, ist die FDP. Gilberto Accogli und Robert Kamer haben den Sprung nicht mehr geschafft. Über alle Parteilisten hinweg am besten gewählt wurde Dave Roth von der SP mit 1023 Stimmen. Er ist der Einzige, der die 1000er Marke knackte. Roth ist zurzeit Vizepräsident des Einwohnerrats und dürfte ab 1. Januar 2018 höchster Windischer werden.

Dave Roth, SP Mit 1023 Stimmen bestgewählter Einwohnerrat. Er ist der designierte Einwohnerratspräsident ab dem 1. Januar 2018.

Dave Roth, SP Mit 1023 Stimmen bestgewählter Einwohnerrat. Er ist der designierte Einwohnerratspräsident ab dem 1. Januar 2018.

ZVG SP Windisch

Die Sozialdemokraten führen das gute Ergebnis einerseits auf die Plakatwerbung und die Wahlzeitungen zurück. «Andererseits haben unsere Vertreter im Gemeinderat, Einwohnerrat und in den Kommissionen seriöse Arbeit abgeliefert», sagt Bitschnau. «Geholfen hat uns auch das Referendum zum Elektrizitätswerk. Beim Unterschriftensammeln kamen wir in Kontakt mit der Bevölkerung, hatten gute Gespräche, die uns bestärkten.» Die Sozialdemokraten sind überzeugt: «Wir haben einen engagierten, lebendigen Wahlkampf gezeigt. Die Mobilisierung ist uns gelungen», führt Bitschnau aus. «Auch, weil wir SP-Mitglieder und SP-Sympathisanten vor den Wahlen noch telefonisch kontaktiert und ermuntert haben, wählen zu gehen.»

Verantwortung wahrnehmen

Eine Partei, die fast die Hälfte des Einwohnerrats ausmacht, steht allerdings auch in der Pflicht. «Wir haben gute Leute im Einwohnerrat, die ihre Verantwortung wahrnehmen werden», meint Bitschnau und ergänzt: «Letztlich machen wir immer noch Regionalpolitik, wo es um Sachgeschäfte geht und die Parteigrenzen überwunden werden.»

Natürlich werde die SP die ihr wichtigen Themen bewirtschaften: familienfreundliche Gemeinde, Erhalt des gemeindeeigenen Besitzes (Bossartschüür, Elektrizitätswerk), der «Kampf gegen die unsinnige Oase», aber auch die BNO-Revision gemeinsam mit Brugg und die Schulraumplanung, führt Bitschnau aus. «Ein sorgsamer Umgang mit den Gemeindefinanzen ist uns ebenso wichtig wie das Tätigen von notwendigen Investitionen, damit wir eine attraktive Gemeinde bleiben.»