Brugg
Plötzlich war der langjährige Vertrauensarzt nicht mehr da

In der Gemeinschaftspraxis im Medizinischen Zentrum ist es zu einem – für einige Patienten überraschenden – Abgang gekommen. Leiter Rainer Klöti schildert die Hintergründe

Michael Hunziker
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Auf dem Gelände des Gesundheitszentrums sind verschiedene Praxen und Spezialisten angesiedelt – auch die Gemeinschaftspraxis.

Auf dem Gelände des Gesundheitszentrums sind verschiedene Praxen und Spezialisten angesiedelt – auch die Gemeinschaftspraxis.

Michael Hunziker

Die Verwunderung war gross beim Brugger Senior: Um seine Fahrtauglichkeit prüfen zu lassen, wollte er einen Termin bei Arzt Rudolf Wüthrich vereinbaren. Am Telefon wurde ihm dann aber mitgeteilt, dass Wüthrich nicht mehr in der Gemeinschaftspraxis im Medizinischen Zentrum Brugg (MZB) tätig sei – schon seit Mitte Dezember des letzten Jahres nicht mehr. Ein anderer, gesundheitlich angeschlagener Mann aus Brugg staunte ebenfalls nicht schlecht, als er vom plötzlichen Abgang des Arztes erfuhr. Auf die Frage, was Wüthrich heute mache, habe ihm niemand eine Antwort geben können.

Rainer Klöti, Leiter der Gemeinschaftspraxis

Rainer Klöti, Leiter der Gemeinschaftspraxis

Michael Hunziker

Rainer Klöti ist als Arzt in der Gemeinschaftspraxis tätig und Mitglied des MZB-Verwaltungsrats. Er kennt die Hintergründe und verweist auf ein Informationsschreiben vom 11. Dezember 2016 an die Ärztinnen und Ärzte, an die Entscheidungsträger der Stiftung Gesundheit Region Brugg und den Verwaltungsrat des Medizinischen Zentrums Brugg sowie an die involvierten Behörden, Institutionen und Verbände. Unter dem Titel «Dr. Rudolf Wüthrich sucht eine neue Herausforderung» steht im Schreiben, dass Wüthrich die Gemeinschaftspraxis im MZB nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit auf eigenen Wunsch verlasse. Als Facharzt für Rheumaerkrankungen sowie als Amts- und Hausarzt habe er viel zur medizinischen Versorgung in der Region Brugg beigetragen. «Wir bedauern seinen Entscheid, danken ihm für die langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit und wünschen ihm beruflich wie privat alles Gute», heisst es in der Mitteilung. Unterschrieben ist diese von Rainer Klöti sowie seinen Ärztekollegen Urs Hintermann, Marianne Frey und Martin Lachat.

Akten sind lückenlos vorhanden

«Dr. Rudolf Wüthrich war 20 Jahre Partner und Mitarbeiter von Dr. Urs Hintermann und mir», sagt Klöti auf Nachfrage. In dieser Zeit hätten sich, fügt er an, das Gesundheitswesen und die damit verbundenen Anforderungen stark verändert. Unter anderem habe der Kanton das Amtsarztsystem Ende 2016 zugunsten einer professionalisierten Lösung aufgegeben. Wüthrich habe seine Mitarbeit in der Praxis regulär gekündigt, stellt Klöti fest. Wohin es den Arzt verschlagen habe, sei ihm aber nicht bekannt.

Etwas erstaunt äussert sich Klöti darüber, dass sich die beiden eingangs erwähnten Personen nicht direkt bei ihm als verantwortlichen Leiter der Gemeinschaftspraxis gemeldet haben. «Personalfluktuationen in Ärztezentren sind nicht ungewöhnlich», führt er aus. Aber: «Wir verstehen die Besorgnis einzelner betroffener Personen, ist die ärztliche Tätigkeit doch immer eine Vertrauenstätigkeit.» Klöti gibt zu bedenken, dass die ärztliche Stellvertretung durch die Praxispartner stets gewährleistet gewesen sei und auch zukünftig geregelt sei. «Die Patienten werden von unserem Team auf Wunsch ärztlich weiter betreut.» Die Akten seien lückenlos vorhanden. Kurz: «Die Betreuung war und ist unterbruchlos sichergestellt.» Auch Fahrtauglichkeitsabklärungen werden in der Praxis weiter angeboten.

Mit dem Zuzug der Praxis Dr. Lukas Villiger ins MZB auf Juli dieses Jahres könne das Leistungsangebot zudem weiter gestärkt und die Versorgung langfristig sichergestellt werden, ergänzt Klöti.

Die Nachfolge ist noch offen

Reaktionen auf den Abgang von Rudolf Wüthrich habe er nicht viele erhalten, sagt Klöti weiter. Nur wenige Personen hätten überrascht reagiert. Für die Gemeinschaftspraxis, räumt er ein, habe der Arbeitsanfall aber temporär zugenommen und die Pensen der verbleibenden Ärzte hätten erhöht werden müssen.

Ob für Rudolf Wüthrich eine Nachfolge gesucht wird für die Gemeinschaftspraxis, werde derzeit abgeklärt und zu gegebener Zeit kommuniziert, so Klöti.

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