25 Musikerinnen und Musiker formieren sich mit all ihren Instrumenten für ihren Auftritt. Es wird eng auf der Salzhaus-Bühne. Das Publikum applaudiert verhalten. Aber nur, bis die FH-Bigband Aargau ihm mit satten Bläsersätzen «I got you» vom Godfather of Soul James Brown um die Ohren peitscht. Und damit gleich den Tarif durchgibt.

Funk und Soul prägt den Stil

Funk und Soul prägt den Stil der Truppe und nicht der typische Bigband-Sound von Glenn Miller oder Benny Goodman. Der musikalische und administrative Leiter Stephan Athanas sagt dazu: «Wir machen das, was wir am besten können und am liebsten spielen.» Mit jeder Nummer steigert sich die Formation mehr und parallel dazu auch die Stimmung in den Zuschauerrängen. Das Spiel wird satter, akzentuierter, der Rhythmus einpeitschender. Auch Latin Jazz-Legende Carlos Santana macht die FH-Bigband mit ihren Versionen von «The game of love» und «Evil Ways» alle Ehre. Praktisch jedes Mitglied hat die Chance, bei einem Solo sein Können zu beweisen. Da kommen die unterschiedlichsten Niveaus zu Gehör. Athanas erläutert: «Die Bandbreite in unserer Band ist riesig. Wir haben Leute auf Profiniveau. Aber auch etwas Schwächere, die wir mittragen. Ich suche immer nach einer Balance, damit es für alle stimmt.»

Studierende, Alumni, Dozenten

Manchmal vergisst man beim Zuhören fast, dass es sich bei der FH-Bigband um eine bunt zusammengewürfelte Gruppe handelt; bestehend aus Studierenden, Alumni und Dozenten. Von der neuen CD Studying@thecampus wird natürlich auch der von Athanas komponierte, gleichnamige Titelsong vorgetragen und eine weitere Facette des Repertoires gezeigt: Es ist ein Blues über das Büffeln während der Semester – teilweise ernst, aber auch mit einem Augenzwinkern gemeint.

Mirjam Harzenmoser als «stimmliches Juwel»

Die Stücke auf dem neuen Tonträger wurden zu einem Grossteil auf Sängerin Mirjam Harzenmoser ausgerichtet. Als «stimmliches Juwel» kündigt sie Athanas im Salzhaus an und übertreibt damit keineswegs. Ihre warme, samtige Altstimme füllt den Raum und bei den Interpretationen von «Don’t know why» (Norah Jones) und «At last» (Etta James) gibt es wahre Gänsehautmomente. Rein, klar und etwas ungewohnt klingt Harzenmosers Version von «Rehab» – im Gegensatz zum verrucht und aufmüpfig intonierten Original von Amy Winehouse. «Singen ist ein Teil meiner Identität», sagt die Psychologiestudentin.

Zum Schluss läuft die ganze Formation nochmals zu Hochform auf und zollt mit «Respect» der US-Souldiva Aretha Franklin Tribut. Das passt! Denn der Respekt des Publikums ist der FH-Bigband Aargau nach ihrem Auftritt im Salzhaus sicher.