Brugg
Plattenspieler und Kopfhörer: Hier horchen die Musikliebhaber auf

Das Fachgeschäft Müller und Spring AG will mit den Fachtagen der Bevölkerung der Region etwas bieten.

Michael Hunziker
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In seinem Laden sei die Palette gewollt breit, reiche vom mittleren Segment bis zum High-end-Bereich, sagt Ulrich Müller, Geschäftsführer und Inhaber. Jiri Reiner/Archiv az

In seinem Laden sei die Palette gewollt breit, reiche vom mittleren Segment bis zum High-end-Bereich, sagt Ulrich Müller, Geschäftsführer und Inhaber. Jiri Reiner/Archiv az

Jiri Reiner

Klar: Lautsprecher und Plattenspieler, Verstärker und Kopfhörer gibts da und dort zu kaufen. Das Fachgeschäft Müller und Spring AG in Brugg aber hat ein Sortiment zu bieten, das in seiner Vielfalt seinesgleichen sucht. Schweizweit.

Dafür nehmen die Musikliebhaber weite Wege unter die Räder, reisen schon einmal aus dem Welschland oder dem Tessin an. «Wir sprechen Leute an, die sich nicht nur berieseln lassen wollen, sondern die Musik bewusst konsumieren und geniessen», sagt Ulrich Müller, Geschäftsführer und Inhaber. Er macht den Vergleich mit einem Weinliebhaber, der sich gerne einen feinen Tropfen gönnt. In seinem Laden, fährt Müller fort, sei die Palette gewollt breit, reiche vom mittleren Segment bis zum High-end-Bereich. «Wir verkaufen auch ganz normale, preisgünstige Sachen», stellt der Geschäftsführer mit einem Schmunzeln fest. Einzig die Qualität, nennt er das entscheidende Kriterium, müsse stimmen.

Nicht nur bei Kunden, auch bei Lieferanten hat sich das Fachgeschäft einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Einen so guten notabene, dass namhafte Hersteller heute von sich aus in Brugg vorstellig werden und nachfragen, ob sie nicht auch ins Sortiment aufgenommen werden könnten. «Wir sind zu einem interessanten Partner geworden», stellt Müller fest. Mittlerweile allerdings seien die Top-Marken von über 60 Hauptlieferanten vertreten, mehr würde im Geschäft nur für Unruhe sorgen. Komme hinzu, dass sein Team – zu diesem gehören neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die einzelnen Produkte nicht nur verkaufe, sondern die Kunden auch berate. «Wir müssen uns also intensiv mit jeder Marke befassen.»

Die Müller und Spring AG sei kontinuierlich gewachsen und habe das Angebot stetig erweitert. «Unser Bekanntheitsgrad ist laufend gestiegen», sagt Müller. Auch wenn in der arg gebeutelten Unterhaltungselektronik-Branche der Markt grundsätzlich eher schrumpfe: Er selber habe die Umsätze halten oder sogar steigern können. «Das ist eigentlich atypisch.»

Alles andere als mittelmässig

Den Erfolg musste sich Müller indes hart erarbeiten. Er erinnert an die über 30-jährige Firmengeschichte. Ursprünglich sei Müller und Spring bekannt gewesen für den Verkauf von Tonträgern, habe bei den CDs zu den führenden Anbietern gehört. Das Geschäft florierte, bis dann, vor etwas mehr als zehn Jahren, die Verkäufe zurückgingen. Müller musste seine Ausrichtung überdenken – und entschied, die Tonträger zwar zu behalten, verstärkt aber auf die Geräte zu setzen. «Wir haben viel investiert», sagt er. Sein Ziel sei von Anfang an klar gewesen: «Entweder machen wir es richtig oder gar nicht.» In der Mittelmässigkeit stehen zu bleiben, kam für ihn nie infrage.

Zum Erfolg trägt ebenfalls der umfangreiche Online-Shop mit unzähligen Angeboten und Informationen bei, der in den letzten Jahren realisiert wurde. Das Internet sei für ihn überlebenswichtig geworden als Werbeträger und als Türöffner, führt Müller aus. Denn der Kunde suche heute gezielt nach Produkten. Für ein neues Fernsehgerät, macht er ein Beispiel, fahre der Zürcher oder Basler nicht nach Brugg. Für ein ganz bestimmtes Audio-Gerät dagegen schon. «Diesem Umstand müssen wir Rechnung tragen.» Anders gesagt: Durch den Online-Shop könne er Interessierte in der ganzen Schweiz erreichen.

Hauptsache, Besuchern ist es wohl

Mit den bevorstehenden Fachtagen möchte sich Müller nun an die Bevölkerung in der Region richten und ihr ein abwechslungsreiches und spannendes Programm bieten – mit Referaten, Spezial-Vorführungen, Kurzseminaren sowie Sonderaktionen. Anwesend sein werden Fachleute von verschiedenen Lieferanten. «Wir wollen auch etwas in die Tiefe gehen», sagt Müller. Die Besucher haben Gelegenheit, sich über Neuheiten und aktuelle Themen zu informieren oder die grosse Ausstellung zu besichtigen – samt CD-, Vinyl-, DVD- und Blu-Ray-Abteilung. An der Bar stehen ein Apéro sowie Snacks bereit.

Im letzten Jahr wurden die Fachtage zum ersten Mal durchgeführt. Das Interesse sei gross gewesen, das Echo durchs Band höchst erfreulich, sagt Müller. Deshalb freue er sich, trotz Riesenaufwand, auf die Neuauflage. Wie viele Besucher erwartet er diesmal? Eine konkrete Zahl zu nennen sei schwierig, antwortet er mit einem Lachen. Zufrieden sei er, wenn der Laden voll und es den Besuchern wohl sei. «Sie sollen Spass haben, ohne das Gefühl zu haben, etwas kaufen zu müssen.»

Unterhaltungselektronik-Fachtage bei Müller und Spring AG in Brugg: Dienstag, 1. November, bis Samstag, 5. November, jeweils 9 bis 20 Uhr.