Windisch

Plastik im Meer stört sie – diese Bez-Schülerinnen backen für den Umweltschutz

Tiara Greber (14), Lilli Arn (15) und Leonie Keller (16) sind besorgt, weil so viel Plastik auf den Meeren herumschwimmt. Darum haben sie sich entschlossen, zu handeln - nicht wie andere, die einfach nur wegschauen.

Sie wollen nicht tatenlos zuschauen, wie der Mensch die Natur verschandelt. Darum haben Tiara Greber (14) aus Hausen, Leonie Keller (16) aus Mülligen und Lilli Arn (15) aus Windisch die Initiative ergriffen. Heute Mittwochnachmittag haben die drei Viertbezlerinnen den Nachmittag in der Backstube von Sisi Siewert in Unterwindisch verbracht.

Der süsse Duft von Kuchen hängt in der Luft. Im Ofen backen die drei einen Marmor-, einen Schoggi- und einen Zitronencake. Die Küchenmaschinen laufen auf Hochtouren, in der Mikrowelle wird die Couverture für die Cakepops geschmolzen. Tiara mischt den Teig für Schoggi-Muffins, während Lilli gerade blaue Lebensmittelfarbe in das Topping für die Cupcakes mischt. Blau – die Farbe des Meeres. Und genau darum geht es den drei Mädchen bei ihrer Aktion.

Die jungen Kuchenbäckerinnen bei der Arbeit

Die jungen Kuchenbäckerinnen bei der Arbeit

Leonie Keller (16) spricht stellvertretend für die drei über ihre Beweggründe.

Geschockt im Bio-Unterricht

Begonnen hat alles im Biologie-Unterricht letzten Freitag an der Bezirksschule in Windisch. Dort wurde das Thema Kohlenstoffverbindungen behandelt. In der Folge unterhielten sich die Schülerinnen und Schüler auch über den CO2-Ausstoss und landeten beim Thema Umweltverschmutzung durch den Menschen. Die Mädchen waren schockiert, als sie hörten, dass zurzeit auf den Meeren eine Fläche aus Plastik herumschwimmt, die so gross wie der Kontinent Afrika ist. Sie beschlossen, zu handeln und schrieben eine E-Mail an die Aargauer Zeitung:

«Was dieser Abfall für Auswirkungen auf die Tierwelt und am Ende dann auch auf uns Menschen haben kann, konnten wir uns selber denken. Mit bedrückter Stimmung und einem unwohlen Gefühl im Bauch verliessen wir das Klassenzimmer. Denn wir wussten schnell: Dafür sind wir alle verantwortlich. Wir fragten uns, warum niemand etwas dagegen unternimmt und hörten dann immer wieder die Antwort: ‹Ja was will einer alleine schon erreichen?›. Wir konnten es nicht mehr hören. Wir wollten unseren Kameraden beweisen, dass jeder etwas bewirken kann und dass nicht einfach immer alle so tun sollen, als würde sie das nichts angehen.»

In der 10-Uhr-Pause wird der Kuchen verkauft

Die drei Mädchen heckten einen Plan aus. Bereits einen Tag nach dieser denkwürdigen Unterrichtsstunde beschlossen sie, einen Kuchenverkauf zu organisieren. Am Donnerstagmorgen verkaufen die Schülerinnen in der 10-Uhr-Pause im Bezirksschulhaus das Gebäck. Das eingenommene Geld spenden sie dem Verein OceanCare. Die Backzutaten haben sie zum Teil mit dem eigenen Sackgeld bezahlt, die Eltern haben auch noch einen Teil dazu beigesteuert. «Es wäre schön, wenn nicht nur die

Schüler einkaufen kommen, sondern auch die Einwohner von Windisch», sagen die Schülerinnen. Nach der Verkaufsaktion werden sie im Dorf zudem noch Spenden sammeln.
Sie wissen, dass ihre Aktion nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Und trotzdem findet Lilli: «Wir zeigen, dass man auch mit einer kleinen Aktion etwas bewegen kann.» Und Leoni ergänzt: «Die Menschen dürfen einfach nicht mehr wegschauen. Wir sind es ja, die die Umwelt kaputtmachen und nicht die Tiere.» Tiara erhofft sich, dass sie mit ihrer Aktion auch andere Menschen dazu bewegen können, aktiv zu werden im Umweltschutz.

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