Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und aus verschiedenen Firmen und Branchen arbeiten gemeinsam im gleichen, ganz in der Nähe zum Wohnort gelegenen Büro. «Coworking» nennt sich die neue Arbeitsform, abgeleitet aus dem Englischen «zusammen arbeiten». Die Vorteile: Es findet ein Austausch statt, die Beteiligten können voneinander profitieren, das ständige Pendeln entfällt – kurz: Die Lebensqualität steigt.

In einem Workspace werden unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber die Arbeitsplätze und Infrastruktur zur Verfügung gestellt – vom Netzwerk über den Drucker bis zum Telefon. Ein solcher Workspace wird jetzt realisiert auf dem ehemaligen Spinnereigelände in Unterwindisch.

Als Partner treten die VillageOffice-Genossenschaft sowie die Hiag Immobilien auf. Konkret: Im Kunzareal, dem sogenannten «Kunzwerk», entsteht ein Raum, wo Arbeitsplätze – zunächst 15 an der Zahl – aus dem klassischen Bürobetrieb ausgelagert werden.

Die CO2-Emissionen sinken

Das 100 Quadratmeter grosse Büro werde hochwertig ausgebaut, sodass sich alle – unter ihnen Selbstständige oder Startup-Unternehmer – wohlfühlen, halten die Partner fest. Bereits im Dezember sollen die Räumlichkeiten fertiggestellt sein. Wann genau der Workspace eröffnet wird, ist laut den Beteiligten noch Gegenstand der Planung. Das Interesse jedenfalls sei vorhanden.

Für Alex Römer, Arealentwickler bei den Hiag Immobilien, bietet der Standort Unterwindisch ideale Voraussetzungen, denn es bestehe bereits ein aktives Quartier mit Ateliers, Büros und Wohnungen. «Aus dem Raum Brugg-Windisch gibt es viele Pendler, die täglich nach Zürich oder Basel reisen und so die Verkehrsinfrastruktur belasten», stellt er fest. Mit dem Workspace könne nun ein Beitrag geleistet werden, diese Pendlerströme – und damit die CO2-Emissionen – zu reduzieren. Darüber hinaus befinde sich durch die idyllische Lage und die Nähe zu Reuss, Aare und Limmat ein einmaliges Naherholungsgebiet sozusagen vor der Türe.

VillageOffice, ist sich Römer sicher, steigert die Attraktivität des Kunzwerks weiter, die aktiven Nutzer bringen einen Mehrwert für alle. «Für die Hiag Immobilien bedeutet es auch die Unterstützung eines innovativen Projekts sowie die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln mit der Arbeitswelt der Zukunft.»

Das Angebot richtet sich sowohl an Privatpersonen, die unkompliziert einen Arbeitsplatz mieten wollen, als auch an Geschäftskunden, die ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit bieten wollen, die Homeoffice-Tage in einem professionellen Umfeld und kreativer Atmosphäre zu verbringen, fährt Römer fort. Die Mindestmietdauer liegt bei einem halben Tag, viele Nutzer werden den Platz einen bis zwei Tage pro Woche buchen und es gibt auch solche, die permanent im Coworking-Umfeld arbeiten, weiss VillageOffice aus Erfahrung.

In einer Viertelstunde erreichbar

Mittel- bis längerfristig will die Genossenschaft in der Schweiz ein engmaschiges Netz an Workspaces realisieren, die innerhalb von 15 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem Velo vom Wohnort her erreichbar sind – dies übrigens bewusst nicht nur in den grossen Städten. «Entscheidend wird sein, dass sich VillageOffice zu einem nationalen Phänomen entwickelt – wie zum Beispiel Mobility», führt die Genossenschaft aus.

VillageOffice und Hiag Immobilien sind diesen Oktober eine Partnerschaft eingegangen, die zeitlich nicht beschränkt ist. In Windisch sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die auch auf andere Standorte übertragen werden können. Bewusst angesprochen werden ebenfalls grössere Unternehmen. Diese sollen, so lautet das Ziel, künftig VillageOffice-Genossenschafter werden und ihren Mitarbeitern ermöglichen, in der Nähe des Wohnorts einen Teil der Arbeit zu erledigen. «Jeder Coworking-Space hängt von einer aktiven Community ab – an dieser arbeiten wir ab sofort», fassen die Partner zusammen.