Brugg

«Piccadilly» – das lebhafte Kulturhaus

«Piccadilly» – das lebhafte Kulturhaus.

«Piccadilly» – das lebhafte Kulturhaus.

Das Jugendkulturhaus Piccadilly vereint viele Angebote unter einem Dach. Das Pic ist nicht nur ein Jugendtreff, sondern bietet einen Mittagstisch für die Oberstufe, «Kultur 16+» mit Konzerten, Lounge, Partys und Theater sowie Projekte der Oberstufe.

Aus den Boxen knallt Hip-Hop. Doch nur wenige tanzen etwas verhalten im süssen Nebel der Trockeneismaschine. Die Buben sitzen auf der Bank und zeigen sich ihre Handys, die Mädchen stecken die Köpfe zusammen und kichern. Das ist Jugendtreff-Groove, so war es vor 20 Jahren, so wird es in 20 Jahren sein. Die Hauptsache ist das Unter-sich-Sein – ohne Eltern.

Thomas Sommer steht an der Bar. In dem Raum, in dem er selber als Teenager Konzerte besucht, die Nächte um die Ohren geschlagen hat. Heute ist er soziokultureller Animator und Leiter des Piccadilly, kurz Pic. Seit zwei Jahren begleitet er im Brugger Jugendkulturhaus die Jugendlichen beim Erwachsenwerden.

Dieses Begleiten ist vielfältig und bietet Platz für alle: Das Pic ist nicht nur ein Jugendtreff, sondern bietet zweimal pro Woche einen Mittagstisch für die Oberstufe, «Kultur 16+» mit Konzerten, Lounge, Partys und Theater sowie Projekte für die Oberstufe, wie beispielsweise der Jugendkulturtag am 14. November, mit verschiedenen Workshops, wie beispielsweise Schwingen, Pralinés herstellen, Morgensport oder Instrumentenbau für Bastler und Musikbegeisterte.

Anlaufstelle für Jugendliche

Das Pic hat – mit Ausnahme des Mittagstisches – von der Stadt keinen Leistungsauftrag für die Jugendarbeit. «Was wir hier machen, ist dem Verein Piccadilly freigestellt», sagt Sommer. Zwar leisten Stadt und Kuratorium einen Beitrag ans Pic, doch das Budget ist beschränkt. Für Projekte muss das Pic jeweils zusätzliche Sponsoren suchen. Das hält Thomas Sommer und sein Team aber nicht davon ab, für die Jugendlichen der Region da zu sein. So findet man im Pic auch in der Event-freien Zeit ein offenes Ohr oder ein Platz zum Sein: «Wenn jemand von den Verantwortlichen hier ist, sind die Türen offen», sagt Sommer. Diese Niederschwelligkeit ist wichtig für die Jugendlichen und auch wichtig für das Pic, um als Anlaufstelle genutzt zu werden.

«Das Piccadilly bietet Freiraum, der von den Jugendlichen mitgestaltet wird.» So steht es im Leitbild. Im Pic steht die Förderung im Mittelpunkt: Nachwuchsförderung und die Förderung von Selbstverantwortung und Eingeninitiative. Will heissen: Junge Bands dürfen hier erste Bühnenerfahrungen sammeln. Und Jugendliche, die eine Idee für ein Projekt haben, beispielsweise eine Konzertreihe oder einen Themenabend, dürfen diese hier umsetzen. Ganz einfach und unkompliziert. «Man hat eine Idee, bespricht sie im Pic-Team und packt es an», sagt Dani Inderbinen. Er war zu Schulzeiten selber Pic-Stammgast und seit Anfang Jahr für die Schülerarbeit Oberstufe, die Projektarbeit und die Technik zuständig. Denn auch bei der Mitarbeit setzt das Pic auf seine Aktivisten: Die Ressorts Technik, Kasse, Aufsicht, Bar und das Putzteam sind allesamt mit jungen Erwachsenen besetzt. «Wer Zeit investiert, kann hier viel lernen und bewegen», sagt Sommer.

Klare Regeln fürs Zusammensein

Trotz aller Freiheiten ist das Pic kein rechtsfreier Raum. An der Tür zum Veranstaltungssaal klebt ein Zettel mit fünf «Ausser-Haus-Regeln»: kein Lärm, kein Müll, keine Aggressionen, kein Falschparkieren, kein Pinkeln. Wer nicht spurt, bekommt das im Pic rasch zu spüren, Thomas Sommer und sein Team fackeln nicht lange. Denn nur so kann gewahrt werden, was das Pic ausmacht und so wichtig ist: ein Haus, in dem Jugendliche Jugendliche sein dürfen – und sich dabei wohlfühlen.

Kultur in Brugg Mit der kalten Jahreszeit beginnt auch die Saison der Kulturhäuser. Die az Aargauer Zeitung pirscht deshalb durch die Kinos, Theater und Konzertsäle der Region Brugg und stellt die Kulturhäuser genauer vor. Nächster Beitrag: das Kulturhaus Odeon in Brugg.

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