Meilenstein beim Neubau des eindrücklichen Pflegezentrums Süssbach: Gestern Montag ist das Restaurant eröffnet worden – termingerecht und nach knapp eineinhalbjähriger Bauzeit.
Der offen und einladend gestaltete Raum mit rund 150 Plätzen liegt zentral im Herzen des Pflegezentrums und dient als Bindeglied zwischen den Hauptgebäuden, erklärte Architekt Markus Schärer vom Büro fsp Architekten AG, Spreitenbach.

«Jetzt geht es schnell»: Impressionen von der Baustelle.

Die in frischem Grün gehaltenen Sitzpolster und Theken sowie die hellen Decken und Böden sorgen für eine angenehme, ruhige und freundliche Atmosphäre, fuhr der Architekt fort. Die eigens entwickelten Lampen mit den organisch geformten Leuchtkörpern nehmen laut Schärer die Formensprache der Pflanzeninseln aus der Umgebung auf.

In einem nächsten Schritt wird der Umbau der heutigen Cafeteriaflächen an die Hand genommen. Eingerichtet wird hier ein zweiter, bedienter Restaurant-Teil mit dem Namen Gusto. Ziel ist es, so Schärer, mit unterschiedlichen Angeboten eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen. Kurz: Angestrebt werde eine generationenübergreifende Nutzung.

Alterszentrum-Bewohner kommen

Bei der gestrigen Medienorientierung gingen die Verantwortlichen ebenfalls auf die weit fortgeschrittenen Arbeiten am markanten neuen Pflegetrakt mit 104 Betten an der Fröhlichstrasse ein. Bis Herbst ist der Innenausbau in Gang. Mit der Inbetriebnahme ziehen die Bewohner des gegenüberliegenden Alterszentrums Brugg in die Räumlichkeiten.
In der Folge kann die Demenzabteilung mit 25 Betten realisiert werden. Im Winter 2017 schliesslich beginnt der Umbau des alten Alterszentrum-Hochhauses, im Herbst 2018 sollen die 85 altersgerechten Wohnungen mit Betreuungsangebot bereit sein.

Rolf Alder, Verwaltungsratspräsident der Pflegezentrum Süssbach AG, ging auf die Zusammenführung der Langzeitpflege-Institutionen Alterszentrum Brugg und Pflegezentrum Süssbach ein. Mit dem im Jahr 2007 geänderten Pflegegesetz wurde das Synergiepotenzial untersucht. Es zeigte sich, so Alder, dass einfache bauliche Massnahmen nicht genügen, sondern ein Neubau erforderlich ist. Aus den eingereichten Arbeiten ging das Projekt «Akkord» als Sieger hervor.

Bürgschaft der Gemeinden

Die Suche nach einem Finanzierungsmodell – laut Alder ein nicht ganz einfaches Unterfangen – führte zu einer Bürgschaftsverpflichtung. Will heissen: 20 Prozent der 50 Mio. Franken Baukosten werden durch die bürgenden Gemeinden sichergestellt: Brugg, Bözberg, Hausen, Mönthal, Remigen, Riniken und Villnachern. Ab 2012 wurden in einer ersten Phase im bestehenden Pflegeheim die Küche, die Wäscherei und die Logistik saniert. Im November 2014 begann die zweite Etappe «Akkord»: Abbruch des Pavillons und der Häuser 1 und 3 am Süssbachweg sowie Aushub. Im Februar 2015 erfolgte die Grundsteinlegung, im August/September war der Rohbau vollendet. «Wir bauen nicht für uns. Wir bauen für die Stadt und die ganze Region», stellte Alder fest.

«Es ist ein Begegnungszentrum für ganz viele Leute», stimmte Geschäftsleiter Hanspeter Müller zu. Der Wandel, ergänzte er, sei gut zu spüren. Geachtet werde vor allem darauf, dass die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt würden. Denn die zukünftigen Kunden, die Babyboomer ab Jahrgang 1945, hätten ganz andere Wünsche als die Bewohner von heute. Das Bedürfnis nach Kommunikation und Betreuung werde ansteigen.

Mit der Betriebszusammenführung von Alterszentrum Brugg und Pflegezentrum Süssbach, die übrigens den Titel «Sinfonie» trägt, entstehe etwas Grosses und Einmaliges, zeigte sich Geschäftsleiter Müller überzeugt.