Kochen über dem Feuer, Übernachten in einem Zelt in der freien Natur, eigenhändig Brücken bauen. Das Freizeitprogramm der Pfadi ist vielfältig. Damit dieses Angebot überhaupt bestehen kann, bedarf es etlicher Stunden Freiwilligenarbeit.

Die Kantonalleitung ist das Gremium der Pfadi Aargau, das für die operative Arbeit und das Ausbilden der Leiter zuständig ist. Am 15. März wählten 52 Delegierte aus dem ganzen Kanton in Aarau einen neuen Kantonsleiter und eine -leiterin. Diese beiden stehen der Kantonalleitung vor. Der Neue heisst Jonas Häberling – und ist ein Windischer.

«Sky», wie sein Pfadiname lautet, hat selber lange in der Pfadi Brugg mitgewirkt. «Als Kantonsleiter ist jetzt meine Hauptaufgabe die Koordinierung der internen Teams der Kantonalleitung. Auch die Zusammenarbeit mit dem Nachbarkanton Solothurn ist von Bedeutung», erklärt er seinen Verantwortungsbereich.

Zudem sei er «Bindeglied zwischen den Abteilungen und der Pfadi Schweiz». Eine Abteilung ist eine ortsbezogene Pfadi-Gruppe, beispielsweise die Pfadi Brugg.

Ein Netzwerk «in halb Europa»

Doch genug von seinem Aufgabenbereich. Uns interessiert am meisten, wer der Mensch hinter dem Amt ist. «In meiner Freizeit bin ich in der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen tätig», sagt der neue Oberpfader aus Windisch. Die Feuerwehr gäbe ihm den nötigen Ausgleich zum Alltag

Und wie sieht er aus, dieser Alltag? «Ich bin bei den SBB als Stellwerktechniker angestellt», erzählt er. Auf der Welt ist «Sky» schon ziemlich herumgekommen. Ob England, Island oder Finnland: Jonas Häberling hat schon mehrmals internationale Pfadi-Luft schnuppern können.

«Nächstes Jahr dürfen wir zu viert nach Japan, um einen Einblick in die dortige Pfadi zu erhalten», freut sich der Windischer. Durch diese Besuche hätte er schon «in halb Europa ein Netzwerk aufgebaut».

Die naturnahe Pfadi-Welt hatte Häberling bereits mit fünf Jahren entdeckt. Besonders in der heutigen Zeit würden die Kinder vom Pfadi-Angebot sehr viel profitieren können: «Kinder brauchen ihre Zeit, in der sie den Alltag hinter sich lassen können. Die Natur schafft da den optimalen Ausgleich.» Abenteuer erleben, das könne die Pfadi bieten, findet der 23-Jährige.

Er «krampft» – ohne Lohn

Der pädagogische Aspekt ist ein Grund, weshalb er das Amt des Kantonsleiters angenommen hat. Ein ehemaliger Kantonsleiter schlug den Windischer für diese Arbeit vor. «Obwohl der Posten sehr zeitaufwendig ist, finde ich es wunderbar, dass ich jetzt zurückgeben kann, was mir die Pfadi als Kind geschenkt hatte», so Häberling.

Der zeitliche Aufwand sei aber nicht zu unterschätzen, sagt er. «Um diese Aufgabe reisst sich niemand so wirklich», lacht der Pfader. Pro Woche investiert er durchschnittlich einen Abend in Sitzungen. Dann kommt nochmals ein Abend dazu, an dem er das Administrative regelt und E-Mails beantwortet.

«Dafür leite ich keine Pfadi-Gruppe mehr – das würde echt nicht mehr drin liegen», sagt «Sky» zu seinem Wochenprogramm. All diese Arbeit tut der Windischer, ohne Lohn dafür zu erhalten. Dass das Herz für die Pfadi brennt, sei unerlässlich.

«Ein Fünkchen reicht da nicht – für diesen Job braucht es schon ein ganzes Lagerfeuer!» Als Pfadfinder weiss er ja zum Glück, wie man ein solches entfacht.