Brugg

Personal der Sozialen Dienste ist überlastet – nun reagiert der Stadtrat

Die Sozialen Dienste der Stadt Brugg verfügen aktuell über neun Mitarbeitende mit insgesamt 750 Stellenprozenten. (Symbolbild)

Die Sozialen Dienste der Stadt Brugg verfügen aktuell über neun Mitarbeitende mit insgesamt 750 Stellenprozenten. (Symbolbild)

Die Fallzahlen sind massiv angestiegen. Um die professionelle Arbeit der Behörde sicherzustellen, will der Stadtrat nun eine zusätzliche Stelle schaffen.

Es klingt dramatisch: «Die quantitative hohe Belastung des Personals der Sozialen Dienste ist aktuell so, dass die Arbeiten nicht mehr zu bewältigen sind, ohne dass die Qualität leidet», schreibt der Brugger Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat. Die Arbeitsmengen und die Fallzahlen seien in den sieben Jahren nach der letzten Ergänzung des Teams mit einer 60-Prozent-Stelle für Soziale Arbeit massiv angestiegen.

Und weil es nur mit einer engen Begleitung der Klienten möglich sei, diese so rasch wie möglich und vor allem nachhaltig in den Arbeitsmarkt zurückzuführen und damit Sozialhilfegelder einzusparen, brauche es nun dringend und sehr kurzfristig Massnahmen. Nur so könne die professionelle Arbeit sichergestellt werden.

Entsprechend fordert die Behörde eine Aufstockung um ein 70-Prozent-Pensum. Vorgesehen ist, dass das neue Pensum in Soziale Arbeit (50 Prozent) und Administration (20 Prozent) aufgeteilt wird. Der zusätzliche Arbeitsplatz für die 50-Prozent-Stelle soll im 1. Stock der Alten Post eingerichtet werden. Das neue Pensum von 20 Prozent für die Administration werde mittels einer Pensumserhöhung von einer bereits jetzt bei den Sozialen Diensten tätigen Mitarbeiterin übernommen.

Der Stadtrat betont: Er wolle auch seine Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz wahrnehmen und die Überlastung reduzieren. Für die Zeit von Mitte April bis anfangs August hat er bereits eine Aushilfsstelle von 50 Prozent für die Unterstützung des Teams bewilligt.

Die Einrichtung des neuen Arbeitsplatzes wird auf rund 8000 Franken geschätzt. Dazu kommen die jährlich wiederkehrenden Kosten für die Besoldung. Die Gesamtkosten betragen 79 000 Franken, die jährlich wiederkehrenden Kosten 71 000 Franken.

Die Sozialen Dienste der Stadt Brugg verfügen aktuell über neun Mitarbeitende mit insgesamt 750 Stellenprozenten. Die Arbeitsbereiche umfassen die materielle und immaterielle Hilfe, die Sozialversicherungen, die Schulsozialarbeit und das Kindes- und Erwachsenenschutzrecht. Der Anteil der Schulsozialarbeit beträgt 150 Stellenprozente.

Belastung wird weiter steigen

In seiner Botschaft führt der Stadtrat aus, dass für die Stadt Brugg als Agglomerationsgemeinde die Belastung in der immateriellen und materiellen Hilfe hoch ist. «Sie wird voraussichtlich von der Anzahl der betroffenen Personen als auch von der finanziellen Belastung her weiter ansteigen», heisst es. Die Situation in Brugg sei vergleichbar mit anderen Städten.

Die zentrale Lage, die ausgezeichneten Angebote an öffentlichen Verkehrsmitteln und Dienstleistungen sowie das grosse und günstige Wohnraumangebot seien attraktiv und würden sozial und/oder wirtschaftlich schwächeren Menschen ein ideales Lebensumfeld bieten, schreibt der Stadtrat.

Bei der materiellen Hilfe verzeichnet die Stadt Brugg seit 2010 einen Zuwachs von 51 geführten Fällen oder genau 25 Prozent. Die Komplexität der Fälle nehme zudem zu. Die immaterielle Hilfe in Form von Beratungen – beispielsweise Familien- oder Budgetberatung – würden ebenfalls vermehrt beansprucht. «Die Aufgaben im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzes haben weiter zugenommen, weil das Bezirksgericht Brugg die Sozialen Dienste vermehrt für Abklärungen, Berichte und Beratungen einsetzt», erklärt der Stadtrat.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1