Penelope Kühnis hat wenig Zeit. Seit am Donnerstag bekannt wurde, dass sie die neue «Tagesschau»-Moderatorin wird, hat sie einen Termin nach dem anderen, Fotografen und Kamera-Teams gehen bei ihr ein und aus. «Ich muss erst in meine neue Rolle hineinwachsen», sagt Penelope Kühnis. Es sind plötzlich viele Erwartungen da, die sie erfüllen will. «Das wird kein Spaziergang, aber ich versuche es ruhig anzugehen.»

Diese neue Rolle betrifft nicht nur ihre Arbeit, sondern auch die Privatsphäre. Denn als Gesicht der «Tagesschau» bekommt man automatisch einen gewissen Promi-Charakter. «Aber in erster Linie sehe ich mich als Journalistin und nicht als Person der Öffentlichkeit», sagt die 37-Jährige. «Trotzdem kann ich jetzt wohl nicht mehr im Trainingsanzug im Volg einkaufen gehen», so Kühnis. Sie müsse sich auch überlegen, ob sie ihre Telefonnummer weiterhin im Telefonbuch behalte. «In all diesen Bereichen muss ich erst noch Erfahrungen sammeln», sagt Kühnis.

Ein gewisses Mass an Öffentlichkeit nehme sie in Kauf, wenn sie dafür die «Tagesschau» moderieren könne. «Das tagesaktuelle Weltgeschehen hat mich schon immer fasziniert», sagt Penelope Kühnis. Zudem seien die Tagesschaubeiträge sehr kurz, was eine Herausforderung sei: «Ich bringe gerne komplexe Themen in wenigen Sätzen auf den Punkt.»

Kein Umzug in Sicht

Bei allen Veränderungen, die privat und beruflich anstehen, wird eines sicher gleich bleiben: «Ich bin eine Ur-Windischerin und hier ist meine Basis», sagt sie. Hier sei sie verwurzelt. Sie wird also weiterhin von Windisch nach Zürich zur Arbeit pendeln. «Ich bin zweimal kurz weggezogen, kam aber jedes Mal wieder zurück.» So habe sie einmal in Winterthur gewohnt und einmal in Baden, aber nirgendwo sei es so schön gewesen wie in Windisch. Jetzt wohnt sie mit ihrem Ehemann an der Reuss in der Nähe ihrer Eltern.

Im selben Haus ist eine Kinderkrippe einquartiert, wo ihr dreijähriger Sohn Laurin erste soziale Kontakte knüpft. «Ich wollte, dass er Umgang mit anderen Kindern hat», so Kühnis. Zudem habe sie flexible Eltern und einen flexiblen Ehemann, sodass sie mit ihrer neuen Stelle nicht in Zeitnot komme.

Penelope Kühnis stieg 1999 bei Tele M1 in den Journalismus ein. Anschliessend arbeitete sie bei Radio DRS im Regionaljournal. Von 2007 bis 2008 gehörte sie der Nachrichtenredaktion in Bern an. «Ich wechselte damals vom Regionalen zum Nationalen», so Kühnis. Jetzt stehe ein Wechsel zu internationalen Themen an: «Das ist eine tolle Weiterentwicklung.» Penelope Kühnis wird ihre neue Stelle voraussichtlich im Mai antreten und das Nachrichtenformat am Mittag, um 18 Uhr und in der Nacht moderieren.