Brugg
«Paschifig Bräu»: Jetzt explodieren die Bierflaschen nicht mehr

Mark Voser und Urs Luzi brauen im Herzen der Altstadt Bier. In der ehemaligen Militärküche entsteht das «Paschifiig Bräu».

Samuel Frey
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Mark Voser (links) und Urs Luzi schenken dem Quartierverein Altstadt und Bierliebhabern das «Paschifiig Bräu» ein.

Mark Voser (links) und Urs Luzi schenken dem Quartierverein Altstadt und Bierliebhabern das «Paschifiig Bräu» ein.

Samuel Frey

«Zuerst kommt die Qualität, dann die Quantität», sagt Urs Luzi, einer der beiden Brauer des «Paschifiig Bräu», das sie in der ehemaligen Militärküche in der Brugger Altstadt herstellen. «Wir wollen ein gutes Bier produzieren, hinter dem wir stehen können», fügt Mark Voser, der zweite Brauer an.

Die beiden haben ihre drei Biersorten am Samstag an einer Führung durch ihre «Hofstatt-Bierbrauerei» dem Brugger Quartierverein Altstadt und Umgebung vorgestellt.

Die beiden gelernten Köche, die neben der Brauerei beide eine 100-Prozent-Stelle haben, hatten im März 2012 die Idee, zusammen Bier zu brauen: In einem 20 Liter Topf brauten sie kurz danach ihr erstes Bier. «Am Anfang war die Euphorie riesig. Aber nachdem uns Flaschen explodiert sind oder andere Biere nur zum Haare waschen taugten, war sie nicht mehr so gross», sagt Luzi.

«Es war ein langer Prozess, bei dem wir aus unseren Fehlern lernen mussten, bis wir das richtige Rezept für unser Bier aus Brugger Wasser gefunden haben», sagt Voser.

Fast so schwierig wie das Rezept zu finden, sei es mit dem Namen gewesen, sagt er weiter. Der aus Graubünden stammende Luzi brachte die Rettung mit «Paschifig», einem Churer Wort, das ruhig und entspannt meint. «Nur noch ein zweites i dazu, damit es die Unterländer auch richtig aussprechen und schon hatten wir unseren Namen», sagt Luzi mit einem verschmitzten Lachen.

Stadt reagierte erfreut

Auch durch ihre Arbeit beim Militär sind sie auf ihren jetzigen Brauort gestossen: «Bei einem Anlass im Salzhaus habe ich mit dem ehemaligen Hauswart gesprochen, der uns auf die ehemalige Militärküche mitten in der Brugger Altstadt aufmerksam gemacht hat», sagt Luzi. Danach nahmen die beiden Kontakt mit der Stadt auf, die erfreut reagierte. Und so können die beiden seit dem September 2013 als Mieter in der Militärküche brauen. «Das ist ein grosser Glücksfall für uns, denn hier hatte der Hygienestandard schon im Vorhinein gestimmt», sagt Luzi.

Heute haben die beiden Brauer eine Kapazität von etwa 170 Liter Bier pro Braugang, der etwa sechs Stunden dauert. Dieser beginnt damit, dass sie das Malz in eine Mühle geben, in der es nicht gemahlen, sondern nur gequetscht wird. Bis zum Ende des eigentlichen Brauens wird das Malz zusammen mit Wasser immer wieder erwärmt, um danach abgekühlt zu werden. Während des Brauens entnehmen die Brauer dem zukünftigen Bier immer wieder Abfallstoffe, bis es am Schluss in Tanks einen Monat lang gelagert wird, um danach per Hand in Flaschen abgefüllt zu werden.

Das Bier muss nochmals ein bis eineinhalb Monate in der Flasche bleiben, damit sich die Kohlensäure entwickeln kann. Dann heisst es: Auf ein Prosit mit einer guten Flasche «Paschifiig Bräu»!