Windisch

Parteiloser Matthias Treier schnappt der CVP den Gemeinderats-Sitz weg

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Der FDP-nahe Parteilose Matthias Treier schlägt Therese Rickenbacher klar. Der 35-jährige Einwohnerrat holt 999 Stimmen und schafft Sprung in Gemeinderat. Rickenbacher muss sich mit 546 Stimmen begnügen.

Die CVP wird künftig nicht mehr im Windischer Gemeinderat vertreten sein. Am Sonntag holte sich der Parteilose Matthias Treier (35) den freiwerdenden Sitz von Heinz Wipfli, der per Ende Oktober aus dem Gemeinderat zurückgetreten ist. Der FDP-nahe Einwohnerrat holte 999 von den insgesamt gültigen 1557 Stimmen. Therese Rickenbacher (62), die für die CVP antrat, erhielt lediglich 546 Stimmen.

Überraschter Matthias Treier

Matthias Treier zeigt sich nach der Veröffentlichung des Wahlresultats überrascht. Erstens, weil es derart klar ausgefallen ist und zweitens, weil er für einen Sitz antrat, der eigentlich bisher fest in CVP-Hand war. «Entsprechend bin ich jetzt natürlich sehr zufrieden, dass es geklappt hat», sagt Treier auf Nachfrage der az. Die CVP habe für den Sitz eine gute Kandidatin präsentiert. Das sei nicht einfach gewesen für ihn. Der Innovations- und Patentingenieur durfte im Wahlkampf aber auf die Unterstützung der FDP zurückgreifen. «Ich wurde sehr gut unterstützt. Sei es beim Strassenwahlkampf oder durch Leserbriefe», sagt Matthias Treier. «Dafür bin ich sehr dankbar.» Doch das sei nur ein Grund für den Erfolg. Einen anderen sieht er im Ressort Tiefbau, das er übernehmen wird. «Ich kann mir vorstellen, dass die Leute sich eine technisch ausgebildete Person dafür wünschten.»

Der Vater von zwei Kindern verspricht: «Ich werde als Gemeinderat nichts überstürzen oder nur etwas ändern, damit etwas geändert ist.» Er wolle sich Zeit nehmen, um sich ins Ressort einzuarbeiten und dann gute Ideen, die mehrheitsfähig sind, einbringen.

Gefasste Therese Rickenbacher

Seine Konkurrentin, Therese Rickenbacher, nimmt die Niederlage gefasst auf. «Enttäuscht bin ich nicht», sagt sie und ergänzt: Egal wie das Resultat herausgekommen wäre, hätte sie einen Gewinn gehabt. «Wäre ich gewählt worden, hätte ich eine spannende Herausforderung gehabt, die ich gerne angenommen hätte», erklärt sie. «So aber habe ich mehr Freizeit, muss mein Jahr weniger strukturieren und kann mich Dingen widmen, die ich gerne mache.» Für die Niederlage gibt es aus ihrer Sicht mehrere Erklärungen. Die eine: «Die FDP hat stark Werbung gemacht für Matthias Treier. Die CVP war weniger präsent.» Eine weitere: «Es könnte auch sein, dass die Windischer keine Frauenmehrheit im Gemeinderat wollten.» Sie gibt auch zu bedenken, dass es für sie vielleicht anders ausgesehen hätte, wenn ein anderes Departement frei gewesen wäre. «Obwohl mich Tiefbau durchaus interessiert hätte», wie Therese Rickenbacher zu bedenken gibt. Jedenfalls bereut sie keinesfalls, dass sie zur Wahl angetreten ist. Sie werde weiterhin engagiert sein. «Ich singe in zwei Chören, mache noch eine Weiterbildung an der Fachschule für Rituale, bin Co-Auditorin in anderen Heimen und in der Nachbarschaft schaue ich zu den älteren Menschen. Langweilig wird mir also nicht.»

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