Brugg

Parteien fordern mehr Platz für Bibliothek – zum Standort gehen die Meinungen auseinander

Noch ist die Stadtbibliothek auf engem Raum im Zimmermannhaus untergebracht.

Noch ist die Stadtbibliothek auf engem Raum im Zimmermannhaus untergebracht.

Vizeammann Leo Geissmann sagt, wann der Stadtrat eine provisorische Zwischenlösung für die Stadtbibliothek in Betracht zieht. Der Standort an der Schulthess-Alle soll zu einem belebten Stadtzentrum beitragen.

Vor gut zwei Wochen hat der Einwohnerrat der Erhöhung des jährlichen Betriebsbeitrags für die Stadtbibliothek Brugg von 130 000 auf 180 000 Franken zugestimmt. In der vorausgehenden Diskussion sprachen sich SP, CVP, EVP und Grüne dafür aus, der Bibliothek, die seit Jahren im Zimmermannhaus beheimatet ist, nicht nur mehr Mittel zu geben, sondern auch schon bald mehr Platz – beispielsweise im Effingerhof. Dieser Wunsch wurde ausserdem mehrmals in den öffentlichen Werkstätten zur Umnutzung des Effingerhofs geäussert.

Bereits im letzten Herbst gab der Stadtrat bekannt, dass die Stadtbibliothek dereinst ihren neuen Standort in der Überbauung «Alte Post» an der Schulthess-Allee hat, wo die gesamte Stadtverwaltung zentralisiert werden soll. Bis es soweit ist, können Jahre vergehen. Die AZ hat bei Vizeammann Leo Geissmann nachgefragt, warum der Stadtrat für die Bibliothek nur noch auf den Standort «Alte Post» setzt und was er von einer Zwischenlösung hält.

Dem Stadtrat sei es mit der Einwohnerratsvorlage wichtig gewesen, nicht nur mehr Mittel abzuholen, sondern auch aufzuzeigen, in welche Richtung die Bibliotheksentwicklung geplant ist, sagt Geissmann. Mit dem vom Verein Stadtbibliothek Brugg erarbeiteten Bibliothekskonzept wird das Ziel verfolgt, in der Stadt Brugg ein zeitgemässes Bibliotheksangebot zu realisieren: eine einladende, lebendige, moderne Stadtbibliothek als barrierefreier Treffpunkt, als Lern- und Medienzentrum, als wichtiger Standortfaktor für die Attraktivität der Stadt und Region.

Für die Umsetzung der definierten Hauptaufgaben erachte der Stadtrat einen Standort an der Schulthess-Allee als optimal. «Eine Bibliothek an diesem Ort trägt zu einem belebten und hochfrequentierten Stadtzentrum bei», sagt Leo Geissmann. Sie sei ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Verbindung zwischen Altstadt und Neumarkt, eine Zielsetzung, die in den beiden Planungsinstrumenten Stadtentwicklungsplanung (STEP) und Räumliches Entwicklungsleitbild (RELB) verankert sei.

Stadtrat will vorwärtsmachen

In der Zustimmung zur Beitragserhöhung sieht der Stadtrat eine Bestätigung des eingeschlagenen Wegs durch den Einwohnerrat. Geissmann ergänzt: «Der Stadtrat hat selbstverständlich die Stimmen aus dem Einwohnerrat wahrgenommen, die eine schnelle Entlastung beim Raumangebot befürworten.» Er habe aber auch die Stimmen gehört, die einen zielgerichteten Einsatz der verfügbaren finanziellen Mittel befürworten.

Der Hauptfokus liege nun auf einer zielstrebigen Planung und Realisierung der neuen Stadtbibliothek im Rahmen des Projekts «Zentralisierte Verwaltung». Der Stadtrat sei bestrebt, die notwendigen Planungsschritte (Genehmigung Gestaltungsplan, Projektierung zentrale Verwaltung und Bibliothek) zügig voranzutreiben, hält der Vizeammann fest. «Ein konkreter Zeitplan kann erst nach dem Vorliegen eines rechtsgültigen Gestaltungsplans erstellt werden. Dann wird der Stadtrat in Absprache mit dem Vorstand des Vereins Stadtbibliothek auch entscheiden, ob eine provisorische Zwischenlösung für die Stadtbibliothek sinnvoll ist», fährt Geissmann fort.

In Bezug auf den Bibliotheksstandort habe der Stadtrat auch die Möglichkeiten im Effingerhof geprüft. «Er ist dabei zum Schluss gekommen, dass der Standort an der Schulthess-Allee aus den vorgängig erwähnten Gründen zu bevorzugen ist», so Geissmann. Dies habe er der Eigentümerschaft des Effingerhofs vor dem Start des partizipativen Prozesses mitgeteilt. In diesem Prozess werden langfristige Nutzungen für die Liegenschaft gesucht und definiert.

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