«Heimatland!»: Dieser Gedanke habe ihn durchfahren, in jenem Moment, als er, vor 15 Jahren, mit dem Motorrad auf einer Öllache ausgerutscht sei, stellte Cornel Villiger fest. Seine Ansprache stand im Mittelpunkt der Bundesfeier, die von Musikgesellschaft, Freizeitclub und Landfrauen organisiert wurde. Dass der erfolgreiche Para-Cycler den Weg nach Remigen gefunden habe, sei der persönlichen Bekanntschaft zu verdanken, so Gemeinderat Adrian Bieri. «Früher waren wir Konkurrenten im Sport. Heute sind wir Arbeitskollegen.»

Alle Puzzleteile seines Lebens hätten bis zu jenem Augenblick gestimmt, sagte Cornel Villiger in seiner etwas anderen 1.-August-Rede. «Alles war wie im Bilderbuch. Der Unfall hat wie ein Blitz eingeschlagen. Alles stand still. Die totale Abhängigkeit durch eine Querschnittlähmung kann einen zu Boden werfen. Mit einem zehn Monate alten Buben zu Hause musste ich aber nicht lange überlegen», fuhr der Boswiler fort.

Die Challenge sei für ihn gewesen, selber zu bestimmen. «Die Frage war: Wo stehe ich? Wohin will ich? Ich wollte neue Ziele, neue Visionen entwickeln. Das Leben verändert sich. Früher war ich Polizeigrenadier. Jetzt bin ich Betriebswirtschafter. Früher machte ich Ausdauersport. Jetzt mache ich Leistungssport. Mein Bub lernte Laufen. Ich lernte Rollstuhlfahren.»

Bei seinem Comeback habe er sich auch auf die Institutionen der Schweiz verlassen können, betonte Villiger. «Insbesondere auf das Paraplegikerzentrum Nottwil – eine Vorzeigeinstitution.» Die Sicherheit der Heimat und die zweite Chance, in Beruf und Gesellschaft wieder Fuss fassen zu können, waren mir eine grosse Unterstützung. Der Sport hat mir schnell neue Wege aufgezeigt und Kontakte ermöglicht. Sport heisst für mich: Menschen zusammenbringen.»

Cornel Villiger forderte dazu auf, aktiv zu bleiben. «Stillsitzen ist nicht die Lösung», betonte er. «Gemeinsam Kräfte bündeln, gibt gute Chancen, etwas für die Gemeinschaft zu leisten. Nutzen wir die Chancen, die uns das Heimatland bietet.» (lp)