«Padel gibt es zwar schon seit einiger Zeit. Aber diese Sportart ist frisch geblieben, viele haben sie noch nicht entdeckt», sagt Freddy Siegenthaler, Tennislehrer beim Tennisclub Brugg. Padel sei eine Mischung zwischen Tennis und Squash und werde in der Regel im Doppel gespielt. Ausgeübt werden könne diese Sportart von Kindern genauso wie von Männern und Frauen jeden Alters – «solange man laufen kann». Padel sei schnell zu erlernen und biete schon nach kurzer Zeit ein Erfolgserlebnis.

Für die Deutschschweiz findet dieses Wochenende in Brugg ein Qualifikationsturnier für die Padel Schweizer Meisterschaft statt. Aus den eigenen Reihen werden drei Paarungen antreten. Der Startschuss fällt am Samstag um 10 Uhr. Die Halbfinalisten qualifizieren sich automatisch für die Schweizer Meisterschaft, die im September in Murten ausgetragen wird. Der Anlass sei eine gute Gelegenheit für alle Neugierigen, der Anlage einen Besuch abzustatten und die Sportart kennenzulernen, es seien attraktive und spannende Partien zu erwarten, sagt Ibrahim Fetov, der als Tennis-Wettkampftrainer tätig ist und Finalist der Padel Schweizer Meisterschaften 2012 war.

Padel

Am Anfang sind viele skeptisch

Der Padel-Platz in Brugg wurde – als erster im Aargau – im April des letzten Jahres eingeweiht. Er werde zwar regelmässig genutzt, sei aber noch nicht komplett ausgebucht, stellt Tennislehrer Siegenthaler fest. Als Grund nennt er die Hemmschwelle, die bei manchen vorhanden ist. «Viele sind zurückhaltend und reagieren im ersten Moment skeptisch auf das Angebot.»

Völlig zu unrecht, betont Siegenthaler. Ob versierter Spieler oder Sportmuffel: Er rät allen, selber einmal einen Schläger in die Hand zu nehmen. «Es macht Spass», versichert der Tennislehrer. Der Padel-Platz ist kleiner als ein Tennisplatz und auf den Seiten von Glas- und Gitterwänden umgeben. Die Zählweise ist identisch zu Tennis. Entscheidend seien die Taktik und das Ballgefühl, ergänzt Fetov. «Man kann es locker angehen, aber auch schnell spielen und ins Schwitzen kommen.»

Vorreiterrolle übernommen

Sehr populär ist Padel in Spanien. Dort kam Siegenthaler Ende der Neunzigerjahre mit dieser Sportart in Berührung, sah dem früheren Tennis-Spitzenspieler Manuel Orantes auf dem Padel-Platz zu. Zurück in der Schweiz hatte Siegenthaler die Idee, einen sanierungsbedürftigen Sandplatz des Tennisclubs Brugg umzugestalten. Das Vorhaben geriet in der Folge allerdings für ein paar Jahre in Vergessenheit, bis schliesslich die Vereinspräsidentin die Initiative ergriff.

Die Ziele, die sich der Tennisclub Brugg mit dem Padel-Platz gesteckt habe, seien erreicht worden, sagt Siegenthaler. Es hätten Mitglieder angesprochen werden können. Jetzt gelte es, diese Sportart noch bekannter zu machen. Es handle sich um eine Investition in die Zukunft, ist der Tennislehrer überzeugt. Um die 30 bis 40 Junioren nutzen die Anlage regelmässig.

Übrigens: Alle, die einmal etwas Neues ausprobieren wollen, sind beim Tennisclub Brugg nicht nur wegen des Padel-Platzes an der richtigen Adresse. Freddy Siegenthaler bietet jeweils am Dienstag, 13.15 Uhr, die chinesische Trendsportart Taiji Bailong Ball an – eine Mischung aus Tennis und Taiji. Gespielt wird mit Racket und Ball, alleine oder von mehreren Spielern. Taiji Bailong Ball verbinde den Gedanken von Ballsportarten mit dem Geist und der gesundheitlichen Wirkung der traditionellen Bewegungskünste, so Siegenthaler. Ziele seien Spass, Gesundheitsförderung und Bewegungsschulung. «Die Leute staunen jeweils, was das ist.»

Taiji Bailong Ball