Lodge
Paar aus Veltheim gründet eine Insel mitten im Dschungel von Tansania

Denise und Peter Bugmann tragen den Kontinent Afrika im Herzen und haben in Tansania eine Lodge eröffnet.

Janine Müller
Merken
Drucken
Teilen
Lodge in Tansania
7 Bilder
Peter und Denise Bugmann haben in Tansania, in der Nähe von Dar es Salaam, eine Lodge aufgebaut und sich so einen Traum erfüllt.
Der Pool wird auch gerne von den Einheimischen genutzt.
Ausruhen und erholen ist hier angesagt.
Es folgen weitere Bilder der Lodge.

Lodge in Tansania

zvg

Palmen ragen weit in den Himmel, wiegen sich sanft im Wind, daneben stehen mächtige Bäume. Mitten in dieser grünen, tropischen Umgebung steht sie: die Mapeni-Lodge. Vier Doppelcottages im lokalen Baustil sind auf dem Areal verstreut, ein Pool lädt zum Baden ein. Zudem gibt es ein eigenes Restaurant.

Hier in Kibaha, einer Kleinstadt mit 20'000 Einwohnern in der Nähe der 5-Millionen-Metropole Dar es Salaam in Tansania, haben sich Denise (55) und Peter (61) Bugmann aus Veltheim einen Traum erfüllt. Im Herbst 2017 haben sie die Lodge eingeweiht.

Dass es überhaupt dazu gekommen ist, damit hat hauptsächlich Ziehsohn Nike zu tun. Denise und Peter Bugmann tragen den Kontinent Afrika im Herzen. Immer wieder hat es sie in verschiedene afrikanische Länder gezogen. Ihre Hochzeitsreise führte sie während zweier Monate durch Südafrika, Botswana, Sambia und Namibia. Aber schon zuvor hatten sie beispielsweise Ferien in Kenia gemacht.

Eine Reise mit Folgen

Dann kamen die Kinder des Lehrerehepaars zur Welt. Zwei Söhne, eine Tochter. Das Reisen rückte in den Hintergrund. 2013 aber entschloss sich die Familie, letztmals gemeinsam Familienferien zu machen. «Wir wollten den Kindern Afrika zeigen», sagt Peter Bugmann, der in Gipf-Oberfrick als Seklehrer arbeitet. Die Reise führte die Familie auf die vor der Küste Tansanias gelegene Gewürzinsel Sansibar im Indischen Ozean. Es sollte eine Reise mit Folgen sein. Im Hotel nämlich lernte die Familie den Trainee Nike kennen. Dieser hatte die Hotelmanagementschule abgeschlossen und arbeitete für wenig Geld in der Anlage.

Aus dem Kontakt wurde Freundschaft. Bugmanns hatten rasch Vertrauen in den damals 22-Jährigen, unterstützten seine ganze Familie. Im Frühling 2015 reiste Peter Bugmann mit seiner Frau erneut nach Tansania. Sie versuchten, für Nike einen Pass sowie ein Visum für die Schweiz zu bekommen, damit sie ihm einmal ihr Heimatland zeigen können. Keine Chance. Ein junger Schwarzer ohne Familie bekommt kein Visum. Im Februar 2016 trafen sie sich mit Nike in Dar es Salaam. Gemeinsam reisten sie in den Norden des Landes, in die Stadt Arusha und zum Kilimandscharo.

Klein, herzig, heimelig

Dort entstand die Idee, eine Lodge zu bauen. Noch in Arusha wurde ein Business-Plan erstellt und Nike der Auftrag erteilt, Land zu suchen. Ostern 2016 reiste Denise Bugmann erneut nach Tansania. Nike hatte Land gefunden und zeigte es ihr. Dann nahmen Bugmanns gemeinsam mit Nike die Planung an die Hand. Sie wollten eine kleine, herzige, heimelige Lodge bauen. «Das Suchen des Architekten und das Organisieren des Kontos ging einfacher, als ich gedacht habe», sagt Peter Bugmann.

Die gemeinsamen Kinder von Denise und Peter Bugmann standen von Beginn weg hinter dem Projekt. Andere aus dem Umfeld zeigten sich skeptischer. «Viele sorgten sich um unser Geld, konnten nicht verstehen, wie wir Nike einfach so vertrauen können», sagt Peter Bugmann und ergänzt: «Wir halten das finanzielle Risiko aber tief. Und Nike gehört für uns schon zur Familie.» Mit seinen Erzählungen will Peter Bugmann den Leuten hier auch die Angst vor diesem Kontinent Afrika nehmen. Denn die Vorurteile, die man habe, seien gross.

Im August 2016 war Baubeginn in Kibaha. Die Aufsicht hatte Nike. Nach gut einem Jahr war die Anlage fertiggestellt. Sie beherbergt auch ein Haus für die Familie Bugmann. Im Herbst 2017 erfolgte die Eröffnung. Den Jahreswechsel verbrachte das Ehepaar erstmals in der neuen Lodge, die mittlerweile auch ein Ausflugsziel für die Einheimischen geworden ist.

Und auch Bugmanns fühlen sich immer heimischer, auch, weil sie die lokale Sprache – Swahili – mittlerweile besser beherrschen. «Die Leute freut es riesig, wenn sie merken, dass wir beispielsweise das Begrüssungsritual beherrschen oder auf dem Markt selbstständig einkaufen können», sagt Peter Bugmann.

Afrika näher bringen

Den Gästen wollen Bugmanns die Vielfalt Afrikas näher bringen. «Die Landschaft ist einmalig und vielfältig», schwärmt Peter Bugmann. Die Lodge sei für ihn und die Gäste wie eine Insel mitten im Dschungel. Eine Insel zum Ausruhen und Erholen. Sie sei zudem Ausgangspunkt für Safaris in die umliegenden Nationalparks oder für einen Ausflug ans Meer oder nach Sansibar.

Freunden und Arbeitskollegen bieten sie die Unterkunft auch an, wenn sie das Bedürfnis haben, für längere Zeit auszubrechen, oder ein Timeout brauchen. Die Kosten sind so gehalten, dass es sich fast jeder leisten kann. «Wir wollten nicht eine Lodge im Hochpreissegment bauen», sagt Peter Bugmann. «Davon gibt es genug in ganz Afrika.» Und die 14 Angestellte werden von Bugmanns fair entlöhnt, inklusive Ferien. Etwas, das die Einheimischen zuvor nicht kannten. Bewacht wird die Lodge übrigens von drei Massai-Kriegern.

Trotz der Liebe zu Tansania und zu Afrika: Bugmanns können es sich im Moment nicht vorstellen, ganz auszuwandern, schon deshalb, weil die Familie und Freunde in der Schweiz leben. Eines sei aber sicher: Es gebe noch viel zu sehen und zu erleben. Einen besonderen Traum hegen sie: Nach der Pensionierung wollen sie mit dem eigenen Jeep Gästen und Freunden Tansania in seiner ganzen Schönheit zu zeigen.