Militärgeschichte

P-26-Geheimbunker erstmals öffentlich zugänglich

Die Festung Rein ist eine der zwölf Anlagen, die

An den Aargauer Bunkertagen vom kommenden Wochenende können zwölf historische Festungsanlagen besichtigt werden, unter anderem in Rüfenach.

Am Wochenende sind bei Rüfenach im Villigerfeld ehemalige militärische Anlagen rund um das Villigerfeld zu besichtigen. Ab einem zentralen Park- und Festplatz können insgesamt zwölf militärhistorische Anlagen zu Fuss, mit dem eigenen Velo oder im Shuttlebetrieb mit Kleinbussen besucht werden.

Mehrere Anlagen sind erstmals der Öffentlichkeit zugänglich, so die grosse Festung Rein mit ihren Stollen und Kavernen. Diese wurde 1939/40 als Artilleriewerk «Adlerhorst» gebaut und sollte mit ihren Kanonen einen gegnerischen Vorstoss östlich der Aare ins Wasserschloss verhindern.

1988 wurde die Festung zum Zentrallager Nordwest der geheimen Widerstandsorganisation P-26 mit dem Decknamen «Schloss» umgebaut. In der wieder voll ausgerüsteten Anlage ist eine Ausstellung zur Organisation P-26 mit Waffen und Ausrüstung zu sehen.

Modernster Teil der Anlage Rein ist ein sogenannter Centurionbunker, der 1990 als erste operationelle Stellung dieser Art gebaut wurde.

Gezeigt werden aber auch Waffen, die der amerikanische CIA zu Beginn der 1950er-Jahre in zahlreichen Erddepots in Österreich für dortige Widerstandsorganisationen vergraben liess.

Unterirdische Anlage wurde von Helfern vollständig restauriert

Erstmals öffentlich zugänglich ist auch die Beobachtungsanlage «Steinbruch» der Artillerieabteilung 15 in Vorderrein. Die weitläufige unterirdische Anlage mit mehreren Stollen und einem Notausgang am Waldrand wurde 1940 von Soldaten der mit ihren Geschützen in Riniken stationierten Feldartillerieabteilung 15 gebaut.

Rechtzeitig auf die Bunkertage wurde die Anlage von Helfern des Militär- und Festungsmuseums Full-Reuenthal vollständig restauriert, mit der originalen Beleuchtungsanlage und der ursprünglichen Einrichtung versehen.

Rund um das Villigerfeld sind noch weitere Anlagen zu entdecken, so die in den Naturstein gehauene Stollenanlage «Kännelhölzli» auf dem Reinerberg, die im Aktivdienst Raum für einen Minenwerferzug und den Kommandoposten «Aare West» des Grenzregiments 50 bot.

Zu besichtigen sind auch der zweistöckige Beobachtungsposten «Hinterrein», der voll ausgerüstete Geschütz- und Maschinengewehrbunker «Villiger Buck» mitten im Weinberg ob Villigen und der höher im Wald gelegene Beobachtungsbunker «Schwobeblick».

Auf dem Festplatz im Villigerfeld beim Denkmal der 5. Division werden unter anderem Käseschnitten aus einer originalen Feldbäckerei angeboten. Am Bettagssonntag, 15. September, führt die Aargauische Offiziersgesellschaft um 10.30 Uhr einen Gedenkanlass für die Soldaten des Aktivdienstes durch. Die Aargauer Bunkertage finden am Samstag und Sonntag jeweils von 9.00 bis 17.00 Uhr statt. (az)

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