Brugg-Windisch
Oper Schenkenberg wechselt Stück: «Rigoletto» kommt ins Wasserschloss

Nicht «Madame Butterfly», sondern «Rigoletto»: Die Oper Schenkenberg hat kurzfristig das Stück gewechselt, wie Intendant Peter Bernhard am Donnerstag sagt. Das neue Stück soll am Spielort Mülimatt in Windisch noch besser umgesetzt werden können.

Claudia Meier
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Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg, ist zufrieden: «Die Rückmeldungen waren durchs Band weg positiv.»

Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg, ist zufrieden: «Die Rückmeldungen waren durchs Band weg positiv.»

ZVG

Nach den finanziellen Turbulenzen war die Ankündigung der Oper Schenkenberg im vergangenen Oktober klar: Im August 2016 spielt man im Gebiet Mülimatt direkt an der Aare in Brugg-Windisch Giacomo Puccinis «Madama Butterfly».

Die Oper «Rigoletto»: 40 Chorsänger gesucht

Rigoletto, das erste Werk der «trilogia popolare» von Giuseppe Verdi, war von Beginn an ein durchschlagender Erfolg. Es wurde 1851 in Venedig uraufgeführt und bringt die grossen Themen des Komponisten in den Vordergrund: Ein zentrales Verhältnis von Vater und Tochter, die Unerbittlichkeit des Schicksals, Liebe, Rache und Aufopferung sowie einen fokussierten Blick auf das Leid der gesellschaftlichen Aussenseiter.

Für die Oper «Rigoletto» hat Verdi einen reinen Männerchor vorgesehen. Die Oper Schenkenberg sucht daher für die neun Aufführungen im August 2016 rund 40 weitere Chorsänger. Der Laienchor wird wieder von Valentin Vassilev geleitet, der es versteht, die Sänger zu Topleistungen anzuspornen. Interessenten melden sich bei Valery Braun unter Telefon 076 391 24 04 oder per Mail vb@operschenkenberg.ch. (CM)

Die neue Produktion soll schlanker daherkommen als Giuseppe Verdis «Il Trovatore», die 2013 im Gartencenter Zulauf in Schinznach-Dorf aufgeführt wurde und ein Loch in die Kasse riss. Doch es kommt anders – teilweise jedenfalls: Die Oper Schenkenberg hat den Stückwechsel von «Madame Butterfly» zu Giuseppe Verdis «Rigoletto» beschlossen, wie Intendant Peter Bernhard am Donnerstag an einem Informationsanlass mitteilt.

Was ist der Grund für diesen Wechsel? «Wir haben erst vor vier Wochen erfahren, dass sich auch das Festival Avenches Opera 2016 für die Puccini-Oper ‹Madame Butterfly› entschieden hat», sagt Peter Bernhard. Die Oper Schenkenberg habe dann sofort mehrere Alternativen, die schon früher in der engeren Auswahl standen, unter die Lupe genommen und sich für Verdis Klassiker «Rigoletto» entschieden.

Im August 2016 spielt die Oper Schenkenberg im Gebiet Mülimatt Verdis «Rigoletto».

Im August 2016 spielt die Oper Schenkenberg im Gebiet Mülimatt Verdis «Rigoletto».

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Diese Oper sei bisher nicht zum Zug gekommen, weil im Chor keine Frauen mitsingen. Das sei dann aber auch schon der einzige Nachteil, sagt der künstlerische Leiter Peter Bernhard.

Sponsoren haben positiv reagiert

In der Zwischenzeit hat die Oper Schenkenberg alle Sponsoren und den Kanton über den Wechsel informiert. «Die Rückmeldungen waren durchs Band weg positiv», sagt Bernhard zufrieden. Mehr noch: Er ist überzeugt, dass durch die Wahl des neuen Stücks der Bühnenbau und die Sicherheitsvorkehrungen am zentral gelegenen Spielort hinter der Mülimatt-Sporthalle noch besser umgesetzt werden können als ursprünglich geplant.

«Die Architektur der Mülimatt-Sporthalle ist modern-gotisch und mit Licht vielfältig bespielbar.» Die Bühne wird direkt hinter der Sporthalle – abgeschottet vom Bahnverkehr – aufgebaut und von drei Seiten mit einer Tribüne eingefasst. Der Intendant verspricht: «Alle knapp 2000 Zuschauer werden freie Sicht auf die Bühne haben.»

Weil die Oper «Rigoletto» sehr bekannt und beliebt ist, gibt sich Bernhard denn auch zuversichtlich, dass die Oper Schenkenberg damit ein breites Publikum anspricht und «noch sicherer schwarze Zahlen schreiben wird». Beim künstlerischen Niveau will Bernhard keine Abstriche machen. Mit Giuliano Betta konnte die Oper Schenkenberg einen international erfahrenen Dirigenten für die musikalische Leitung gewinnen.

Betta ist derzeit First Conductor am Theater Basel, wo er seit 2009 zahlreiche Opern- und Ballettproduktionen mit dem Sinfonieorchester Basel leitete. Der Deutsche Jan Michael Horstmann wird die Regie übernehmen. Wie bei «Carmen» und «Il Trovatore» wird Karel Spanhak wieder für das Bühnenbild und Ulli Kremer für die Kostüme zuständig sein.

Gesamtbudget 2,5 Mio. Franken

Finanziell will sich die Oper Schenkenberg kein zweites Mal auf Glatteis begeben. Jeden einzelnen Geldposten habe man deshalb unter die Lupe genommen, sagt Hans Peter Brunner, Vorstandsmitglied Verein Oper Schenkenberg und ab 1. Oktober Kaufmännischer Direktor. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 2,5 Mio. Franken. Geplant sind neun Vorstellungen zwischen dem 11. und 27. August 2016.

Maximal 17 000 Zuschauer können sich die Oper «Rigoletto» anschauen. Der Eintritt kostet zwischen 60 und 155 Franken. Vorgesehen sind zudem Gala- und VIP-Angebote mit Nachtessen. Bis zu 25 regionale Unternehmungen werden gemäss Bernhard in dieses Projekt involviert sein. «Wir wollen die ganze Region einbinden», betont er und erwähnt, dass erneut ein Kinder- und Jugendprogramm vorgesehen ist.

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