Schinznach-Dorf

Oper Schenkenberg bereitet ein Kinder-und Jugendprogramm vor

Schauspieler und Regisseur Olaf Hörbe (links) und der musikalische Gesamtleiter Rolando Garza.

Schauspieler und Regisseur Olaf Hörbe (links) und der musikalische Gesamtleiter Rolando Garza.

Giuseppe Verdi ist in aller Munde. Auch – nein, ganz besonders – in Schinznach-Dorf. Denn dort feiert die Oper Schenkenberg den 200. Geburtstag des grossen Komponisten im August mit einer Freilichtinszenierung von «Il Trovatore» – mit einer Uraufführung.

Die Uraufführung trägt den Titel «Insalata Verdi», ist zwar keine Oper, wird aber nicht nur gespickt sein mit herrlichen «Ohrwürmern» aus Verdis Opern, sondern der Maestro selbst wird auferstehen, über sein Leben und Werk plaudern.

«Insalata Verdi» wird eigens für Kinder und Jugendliche auf die Beine respektive Bühne gestellt. Abends in der Freilicht-Arena auf dem Gelände vom Gartencenter Zulauf «Il Trovatore» für erprobte Opernfans, morgens und nachmittags am selben Ort «Insalata Verdi» für den Nachwuchs.

Dieses Förderprogramm für Junioren wird mit grossem Ernst und mit internationaler Beteiligung vorangetrieben. In «Insalata Verdi» werden das Siggenthaler Jugendorchester, Sängerinnen und Sänger aus Serbien, der Schweiz, Mexico, den USA zu hören sein. Der Deutsche Schauspieler Olaf Hörbe wird Giuseppe Verdi verkörpern. An diesem Wochenende war Hörbe von Dresden, wo er zu Hause ist, nach Schinznach gekommen. Denn er ist auch der Autor von «Insalata Verdi» und wird ebenfalls Regie führen. «Ich bin seit vielen Jahren Ensemblemitglied an der Landesbühne Sachsen. Dort habe ich Peter Bernhard, den Intendanten der Oper Schenkenberg, kennen gelernt, als er ebenfalls dort im Engagement war.»

Nachdem im vergangenen Frühsommer die Idee für ein Kinder- und Jugendprogramm geboren worden war, hatte Hörbe Vorschläge und Texte zu Papier gebracht. Diese wurden nun am Wochenende gemeinsam mit der Berliner Dramaturgin Meike Lieser ein Stück weiter konkretisiert und entwickelt. Mit von der Partie bei diesem Treffen war selbstverständlich auch der musikalische Gesamtleiter Rolando Garza. Seit fünf Jahren lebt er in Basel, ist am dortigen Theater musikalischer Leiter des Opernstudios «Operavenir» und ein leidenschaftlicher Verdi-Fan.

Erste Open-Air-Produktion für Garza

Geboren in der Kleinstadt Sabinas im Norden Mexikos, hatte er als Siebenjähriger das Klavierspiel für sich entdeckt und schon als Elfjähriger an einem Kompositionswettbewerb einen Preis gewonnen. Mit 16 war er, um Englisch zu lernen, nach Texas gegangen, hatte an den Universitäten von Arlington und Houston Musik studiert und später in New York mit dem Master abgeschlossen. «Um mich geschehen war es, als ich zum ersten Mal ‹Nabucco› gehört und entdeckt hatte, dass die menschliche Stimme den schönsten Klang der Welt überhaupt erzeugt», sagt Garza.

Nebst der Ausbildung zum Dirigenten hat er sich zwar auch als Pianist vor allem auf dem schwierigen Gebiet der spanischen Musik weitergebildet. «Meine grosse Liebe aber gehört der Oper, als Korrepetitor, Leiter und Dirigent.» Schinznach ist für den fröhlichen, unkomplizierten Mexikaner Rolando Garza die erste Open-Air-Produktion.

Dies im Gegensatz zu Olaf Hörbe. Er hat für die Felsenbühne Rathen in der sächsischen Schweiz schon mehrfach Karl-May-Stücke bearbeitet und inszeniert. Für Hörbe indes ist Verdi Neuland. Aber zusammen mit Rolando Garza und Meike Lieser freut er sich mächtig, den Salat des grossen Komponisten – «Insalata Verdi» – frisch, schmackhaft, bekömmlich anzurichten und zu servieren. Auf dass viele Kinder und Jugendliche zu leidenschaftlichen Opern-Gourmets werden.

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