Brugg-Windisch
Ohne diese Australier läuft in der Spielwerkstatt im Campus fast nichts

Im Campus fährt seit Weihnachten die Spanischbrötlibahn. So richtig in Schwung kommt die Spielwerkstatt aber nur, wenn der 15-jährige Australier Pirmin vor Ort ist.

Claudia Meier
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Die beiden 15-jährigen Australier verbringen ihre Sommerferien in der Spielwerkstatt im Campus: Pirmin (links) mit seinem Cousin Bailey. CM

Die beiden 15-jährigen Australier verbringen ihre Sommerferien in der Spielwerkstatt im Campus: Pirmin (links) mit seinem Cousin Bailey. CM

Pirmin lebt an der australischen Westküste in Perth. Seine Mutter stammt aus Riniken. Seit 15 Jahren verbringt er über Weihnachten jeweils fünf Wochen in der Schweiz.

«Ich habe es gerne kühl. In Perth ist es jetzt Sommer und für mich viel zu heiss», sagt er am Holztisch in der Spielwerkstatt von Heinz Trachsel, die dieses Jahr in einem leeren Gewerberaum im Campus-Neubau eingerichtet wurde. Sogar sieben Wochen weilt Pirmin dieses Jahr mit seiner Familie in der Schweiz. Erstmals dabei ist sein Cousin Bailey, der im Gegensatz zu Pirmin nicht Schweizerdeutsch spricht.

Der Australier verbringt seit vier Jahren einen Grossteil seiner Sommerferien in der offenen Spielwerkstatt. «Ich lerne sehr viel. Ohne mich läuft es fast nicht hier», sagt er, ohne überheblich zu wirken.

Ein Super-Problemlöser

«Sollen wir zwei Kabel führen, Pirmin?», unterbricht uns ein Bub. Pirmin überlegt kurz und antwortet: «Ja, nimm zwei!» Der Bub zieht zufrieden weiter. In Australien hat Pirmin selber eine kleine Anlage. Modelleisenbahnen sind in Down Under aber nicht sehr verbreitet. Hier im Campus fühlt er sich fürs Verkabeln, das Anschliessen der Weichen, das Programmieren und das Reparieren zuständig. Die Gleise verlegen seine Kollegen.

«Ich bin ein Super-Problemlöser», sagt der 15-Jährige begeistert. Das beziehe sich vor allem auf technische Sachen, präzisiert er mit einem Schmunzeln. «Oft verstehe ich auch nicht, wie es funktioniert, aber ich bringe die Sachen meistens zum Laufen.»

Der junge Tüftler beschäftigt sich nicht nur mit Modelleisenbahnen. Seit neustem baut er zu Hause auch Raketen. Im Park in Perth schickt er sie jeweils himmelwärts. 200 Meter hoch sei seine Rakete schon geflogen. Mit einem Fallschirm kommt sie zurück und kann – mit einem neuen Motor ausgestattet – wiederverwendet werden. «Ich habe auch schon eine Drohne entwickelt und skizziert. Eines Tages werde ich sie bestimmt bauen», sagt er im Hinblick auf seine Berufspläne.

Öffnungszeiten Spielwerkstatt im Januar Mittwoch, Samstag und Sonntag:
14–18 Uhr; Freitag: 18–21 Uhr; Baukurse am Samstagmorgen: 9–12 Uhr.