Die Kassenschlager haben gefehlt, die Hoffnungsträger haben enttäuscht: 2014 wird als miserables Kinojahr in die Geschichte eingehen. Laut dem Branchenverband Procinema sind in der Schweiz seit Messbeginn 1955 nie so wenige Kinoeintritte verkauft worden (az vom 16. Januar). Auch im Aargau war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um über 6 Prozent feststellbar. Verkauft wurden rund 860 000 Kinoeintritte. Weniger dramatisch präsentiert sich die Situation in Brugg. «Bei uns gab es nur einen ganz leichten Besucherrückgang von etwa 1 Prozent», sagt Stephan Filati, Leiter vom «Odeon». «Wir sind somit eigentlich sehr zufrieden mit dem Kinojahr.»

«Der Goalie bin ig» hat gezogen

Für Filati liegt der Grund auf der Hand: «Da wir unser Programm sehr vielfältig gestalten und neben ausgesuchten aktuellen Studiofilmen einen grossen Schwerpunkt auf Dokumentarfilme und Retrospektiven legen, sind wir nicht so abhängig von den ganz grossen Blockbuster-Filmen, die 2014 mehrheitlich fehlten.» Publikumsliebling war laut Filati übrigens «Der Goalie bin ig» von Regisseurin Sabine Boss nach dem Mundartroman von Pedro Lenz.

Die bewährte Programmstruktur wird im Cinema Odeon auch 2015 beibehalten und noch ausgebaut, sagt Filati. «Einige Höhepunkte sehe ich bei den kommenden Schweizer Filmen wie etwa ‹Usfahrt Oerlike› mit Jörg Schneider und Mathias Gnädinger Ende Januar oder dann bei den beiden grösseren Produktionen ‹Schellenursli› und ‹Heidi› im Herbst.»

Auch werden in Zukunft, fährt Filati fort, vermehrt Veranstaltungen angeboten, bei denen Kultur und Kulinarik verbunden werden, wie etwa die neue Reihe teatime@odeon. Nach einer Teatime mit Tee, Scones, Clotted Cream und Strawberry Jam erwartet die Besucher ein englischer Filmklassiker. Nicht zuletzt wird im Odeon – voraussichtlich in der Sommerpause – die Bestuhlung erneuert sowie die Rollstuhlgängigkeit verbessert. Bereits Ende des letzten Jahres eingebaut worden ist eine Tonanlage für Menschen mit Hörbehinderung.

Wie stehts um den Fahrplan?

Zum Schluss: Von Kinobesuchern, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, ist dann und wann zu vernehmen, dass sie Schwierigkeiten haben, nach dem Film das Postauto zu erwischen und deshalb längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Sind die Aufführungszeiten allenfalls ein Thema? Er sei, da jeweils selber mit dem Postauto unterwegs, sensibilisiert für dieses Thema und werde schauen, was machbar sei, antwortet Filati. Allerdings: «Da die Filme immer unterschiedlich lange sind, wird eine generelle Anpassung schwierig.»