Auslastung
Obwohl mietfrei: Brugg und Windisch buchten Campussaal nur viermal

Die beiden Standortgemeinden haben 2014 ihre Gratis-Potenzial für die Nutzung des Campussaals alles andere als ausgeschöpft. Sie könnten ihn nämlich zehnmal gratis nutzen.

Claudia Meier
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Den diesjährigen Neujahrsempfang für Unternehmerinnen und Unternehmer organisierten Brugg und Windisch erstmals gemeinsam im Campussaal. Michael Hunziker

Den diesjährigen Neujahrsempfang für Unternehmerinnen und Unternehmer organisierten Brugg und Windisch erstmals gemeinsam im Campussaal. Michael Hunziker

Michael Hunziker

«An insgesamt 60 Tagen wurde der Campussaal im vergangenen Jahr genutzt», sagte Armin Baumann, Geschäftsführer der Campussaal AG, am Kultur- und Tourismus-Apéro in Brugg. Potenzial habe die Halle für 365 Nutzungen, praktisch wären 320 und realistisch seien 200, so Baumann weiter.

Mit anderen Worten: Die Auslastung des Campussaals betrug 30 Prozent. Den grössten Teil machten Kongresse, Tagungen und Symposien aus, gefolgt von Versammlungen. Baumann präzisiert: «Coop war schon mehrmals hier. Auch die SBB-Geschäftsleitung weiss die gute Lage zu schätzen.»

Was auffällt: Nur 10 bis 15 Prozent der Anlässe wurden von Standort-Organisationen durchgeführt. «Wir haben wenig Firmen aus der Region, die buchen. Dabei könnten wir auf diesem Areal locker eine grosse Gewerbeaussstellung durchführen», so Baumann weiter.

Auch die beiden Standortgemeinden Brugg und Windisch haben den Campussaal, respektive das Foyer, bisher wenig beansprucht. Dabei könnten sie von insgesamt zehn Saalbenutzungen profitieren, für die sie keine Miete entrichten müssen, so Yvonne Brescianini, Stadtschreiberin von Brugg, im Namen der beiden Gemeinden. Als Grundsatz gelte, dass die Anlässe im Interesse der Gemeinde und nicht kommerziell, also ohne Eintrittsgebühr, seien.

Kostenlos gibts den Saal nicht

«Für die Veranstalter entfällt bei Anlässen, welche unter dem Patronat der Gemeinden stattfinden, die Miete für die Saalnutzung. Separat entschädigt werden Beanspruchungen, die beim Betreiber zu einem Sonderaufwand führen», betont Brescianini. Das seien beispielsweise Kosten für die Reinigung, Techniker-Einsätze oder zusätzliche Infrastruktur.

Konkret fanden im vergangenen Jahr die Lehrabschlussfeier der ICT-Berufe und der Informationsanlass Räumliches Entwicklungsleitbild unter dem Patronat der beiden Standortgemeinden statt. Zudem bewilligte die Gemeinde Windisch den ersten Neujahrsapéro für die Bevölkerung im Foyer. Die Stadt Brugg gab grünes Licht für die Durchführung des Jubiläums-Hauptakts der Musikschule Brugg im Campussaal.

Mit diesen insgesamt vier Buchungen habe man das Jahresziel erreicht, so Stadtschreiberin Brescianini. Die Erfahrungen seien durchweg positiv gewesen. Die Betreuung durch den Betreiber und die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur habe ausgezeichnet funktioniert. Gab es nicht mehr Potenzial, den eigenen Saal für öffentliche Anlässe zu buchen? «Die Beanspruchung der zehn Saalnutzungen ohne Miete war aufgrund des ersten Betriebsjahrs eher gering. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass diese im laufenden Jahr zunehmen wird», erklärt Brescianini.

Am 6. Januar luden Brugg und Windisch erstmals gemeinsam zum Neujahrsempfang für Unternehmer in den Campussaal ein. Die Frage, ob künftig auch der Neujahrsapéro für die Bevölkerung gemeinsam veranstaltet wird, kann Brescianini noch nicht beantworten. Dies werde zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert.

Im 2015 finden unter dem Patronat von Brugg und Windisch zudem die Lehrabschlussfeier OdA GS Aargau – dem Branchenverband für Berufsbildung im Gesundheits- und Sozialbereich des Kantons Aargau – sowie die Eröffnungsfeiern der Schule und Weiterbildung Schweiz, respektive der 124. Schweizerischen Lehrerkurse, im Campussaal statt. «Weitere Anlässe ergeben sich aus Gesuchen, die den Bedingungen zur mietfreien Saalnutzung entsprechen», so Brescianini weiter.

Geschäftsführer Armin Baumann von der Campussaal AG hofft, dass mit Empfehlungsmarketing und einem einheitlichen Auftritt die Saal-Auslastung in den nächsten Jahren gesteigert werden kann.

Den Kommentar zum Campussaal lesen Sie hier.