Umstrittener Hafturlaub

Oberstaatsanwalt: Uzi-Killer ist «hochgefährlich und fluchtgefährdet»

Gefährlicher Hafturlaub für Uzi-Killer?

Gefährlicher Hafturlaub für Uzi-Killer?

Uwe O. sitzt seit 20 Jahren wegen zweifachem Mord im Gefängnis. Nun gewährt ihm das Bundesgericht erstmals einen begleiteten Hafturlaub von 5 Stunden.

Das Bundegericht erlaubt dem sogenannten Uzi-Killer nach 20 Jahren Haft erstmals einen Hafturlaub. Dies gegen den Willen der Aargauer Staatsanwaltschaft. Diese schätzt den Doppelmörder weiterhin als gefährlich ein.

Der Doppelmörder, der in Mülligen und Schneisingen 1993 und 1994 zwei Menschen getötet hatte, darf das erste Mal einen begleiteten Ausgang unternehmen. Das Bundesgericht hat eine Beschwerde der Aargauer Oberstaatsanwaltschaft abgewiesen.

Zwei Gutachten fielen zugunsten des heute 48-Jährigen aus. Die Aargauer Oberstaatsanwaltschaft kommt zu einem anderen Schluss, wie Tele M1 berichtet. «Wir teilen die Auffassung vom Amt für Justizvollzug und beurteilen den Beschuldigten weiterhin als hochgefährlich und fluchtgefährdet», sagt Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht gegenüber dem Sender.

Diese Ansicht vertritt auch Heinz Waldner. Seine Frau war Filialleiterin im Volg in Schneisingen und eines der Opfer. «So einer hat sich nicht geändert. Zumindest nicht, so lange er in Lenzburg [in der Justizvollzugsanstalt, d. Red.] war», sagte Waldner vor zwei Jahren gegenüber Tele M1, als es zum letzten Mal um einen Hafturlaub ging.

Damals entschied das Bundesgericht noch dagegen. Mit dem neuen Urteil gewährt es dem Uzi-Killer nun einen fünfstündigen Hafturlaub in Begleitung eines Sozialarbeiters und eines Sicherheitsbeamten. Auf dem Programm stehen gemäss Informationen von Tele M1 ein Spaziergang und ein Mittagessen mit einer Bekannten. Danach soll geprüft werden, ob weitere Lockerungen des Vollzugs möglich sind.

Kugelhagel aus der Uzi

Der Verurteilte erschoss im Juli 1993 einen Fischer an der Reuss mit 13 Schüssen aus einer schallgedämpften Uzi-Maschinenpistole. Im Januar darauf tötete er im Volg in Schneisingen die Filialleiterin. Dabei schoss er 22 Mal auf die Tür des Kühlraums, in den die Frau geflüchtet war. (cze)

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