Oberflachs
«Ich will nach meiner Pension weiter im Dorf einkaufen» – die Familie Suter sucht nach Nachfolgern

Suters halten Ausschau nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für ihr Geschäft. Die Übernahme des Gebäudes inklusive «Dorflade und Metzg» soll frühzeitig geregelt werden. Metzger Walter Suter erklärt, was die Liegenschaft für Käufer attraktiv macht.

Carla Honold
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Walter Suter steht vor seinem Lebenswerk: Die Metzgerei und der Dorfladen in Oberflachs.

Walter Suter steht vor seinem Lebenswerk: Die Metzgerei und der Dorfladen in Oberflachs.

Carla Honold

«Es geht darum, mein Lebenswerk weiterzugeben, das will geplant sein.» Obwohl Walter Suter erst 60 wird, kümmert er sich bereits jetzt um die Zeit nach der Pensionierung. «Ich bin nicht der Einzige, etwa 130 Schweizer Metzgerinnen und Metzger bemühen sich zurzeit um die Nachfolge ihres Betriebs.» Nun steht das Gebäude der Metzgerei inklusive Verkaufsladen, mehrerer Einzelzimmer und einer geräumigen Wohnung zum Verkauf.

Auf der Ladenfront des 1953 erbauten Gebäudes steht «Dorflade und Metzg». Suters Frau Jacqueline führt den einzigen Dorfladen in Oberflachs. Dort können neben den Fleischerzeugnissen der hauseigenen Metzgerei zahlreiche andere Lebensmittel aus der Region erworben werden.

«Am wichtigsten ist mir, dass der Dorfladen weiter besteht», erklärt Walter Suter. «Ich wohne selbst im Dorf und will nach meiner Pension weiter in Oberflachs einkaufen.»

Auch die Spezialitäten kann die Nachfolge übernehmen

Suter zeigt sich zuversichtlich für die Nachfolge. «Der Dorfladen und die Metzgerei bieten eine gute Existenz.» Die Familie könne man ernähren und auch für Ferien reiche es bestens aus. Die brauche es schliesslich, fügt er mit einem Lachen hinzu. In seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger ist dem Metzger vor allem eines wichtig:

«Ich würde mir wünschen, dass die Person mit Herzblut dabei ist.»

Für die Übernahme kann er sich verschiedene Szenarien vorstellen. «Ich würde auch die Rezepturen unserer Spezialitäten weitergeben», erklärt er. Die eigens konzipierten Fleisch- und Wustkreationen erfreuen sich regionaler und überregionaler Beliebtheit.

Die Spezialitäten der Metzgerei Suter sind über die Region hinaus beliebt.

Die Spezialitäten der Metzgerei Suter sind über die Region hinaus beliebt.

Carla Honold

Die Lieferanten, die Tiere aus der Region zum Schlachthaus der Metzgerei bringen, sowie die treue Kundschaft könne der zukünftige Inhaber ebenfalls übernehmen. «Auch sind wir bereits biozertifiziert, es besteht also die Möglichkeit, auf Bioverarbeitung umzustellen.» Das Haus ist nach Vereinbarung verfügbar.

Das ganze Team ist mit Herzblut dabei

Zurzeit sind neben dem Ehepaar Suter auch Tochter Anja, die mit ihren beiden Söhnen in der Wohnung über dem Laden lebt, und sechs weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Geschäft tätig. Übernehmen wollte den Betrieb keine seiner beiden Töchter. «Das wäre für eine Person schlichtweg zu viel.» Weiter im Laden und der Metzgerei zu arbeiten, können sich ausgebildete Metzgerin Anja sowie das sechsköpfige Team gut vorstellen.

Im Dorfladen, der seit 2015 im Besitz der Familie ist, kann man nicht nur Fleisch- und Wurstware kaufen.

Im Dorfladen, der seit 2015 im Besitz der Familie ist, kann man nicht nur Fleisch- und Wurstware kaufen.

Carla Honold

«Idealerweise würde der nächste Inhaber sie alle weiter beschäftigen», so Walter Suter. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzt der Geschäftsführer sehr:

«Sie sind mit Freude dabei und wenn es brennt, sind alle sofort zur Stelle.»

Stolz sagt er weiter: «Wenn die Nachfolge stimmt, dann ist das Geschäft ein Selbstläufer.»

«Es gibt keinen Beruf, der so vielseitig ist»

Auch Walter Suter möchte nicht vor seiner Pensionierung in fünf Jahren mit der Arbeit aufhören: «Die Metzgerei ist für mich nicht nur der Beruf, sondern auch ein Hobby.» Mit 14 Jahren begann er seine Metzgerlehre in Lehrmeister Kyburzs Betrieb in Lupfig. Verleidet ist ihm der Beruf nie. «Es gibt keinen Beruf, der so vielseitig ist.» Selbstständig machte Suter sich im Jahr 1989. «Am 1. April vor 32 Jahren, das weiss ich noch ganz genau.»

Walter Suter blieb dem Metzgerberuf seit seiner Lehre treu.

Walter Suter blieb dem Metzgerberuf seit seiner Lehre treu.

Carla Honold

Damals betrieb er nur eine kleine Ladentheke im Milchhüsli gegenüber dem heutigen Geschäft. Systematisch sei es danach weitergegangen, bis die Familie Suter 2015 den Dorfladen übernahm.

An die Agility-Europameisterschaft

«Bis 80 will ich dann doch nicht arbeiten», sagt Suter. Er weiss:

«Langweilig wird es mir auch nach der Pension nicht.»

Zeit verbringen wird er beispielsweise im eigenen Treibhaus, wo er seit einigen Jahren Kakteen züchtet. Mit seiner Border Collie Hündin Mo ist er zudem ein eingespieltes Agility-Team.

Gemeinsam absolvieren Hund und Herrchen Hindernisläufe, Suter gibt dabei die Kommandos und Mo rennt möglichst fehlerfrei und schnell durch den Parcours. Regelmässig nehmen die beiden an Wettkämpfen teil und legen Prüfungen ab. Schon seit mehr als 20 Jahren verfolgt Suter das Hobby im Agility-Verein Seon Funny Dogs. Für die Zukunft nach dem Verkauf des Metzgereigebäudes hat er grosse Pläne: «Ich will mit dem nächsten Hund bis an die Europameisterschaften.»

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